Mobilität ist Voraussetzung für Brain Circulation

OesterreicherInnen in aller Welt

Neuesten Untersuchungen zufolge leben fast 400.000 ÖsterreicherInnen bzw. Menschen österreichischer Abstammung im Ausland – dort schaffen sie für die Heimat wertvolle Netzwerke

„Mobilität ist ein Bestandteil unserer modernen Welt“, sagte Dkfm. Ing. Gustav Chlestil, in Belgien lebender Präsident des Auslandsösterreicher-Weltbundes, bei der Eröffnung der Ausstellung „Das 10. Bundesland — Die Auslandsösterreicher in aller Welt“ am 25.4.2006 im Wiener Parlament.

Neuen statistischen Untersuchungen des Auslandsösterreicher-Weltbundes zufolge gibt es beinahe 400.000 AuslandsösterreicherInnen (wozu nicht nur Menschen mit einem österreichischen Pass, sondern auch Menschen österreichischer Herkunft gerechnet werden), die sich über die ganze Erde verteilen( * ). „Diese vielen tausend Menschen, die im Ausland leben, stellen ein großes Potential dar, von dem in Österreich mehr Gebrauch gemacht werden sollte“, so Chlestil.

Großes wirtschaftliches Kapital

Auch Bundespräsident Dr. Heinz Fischer betonte in seinem Redebeitrag zur Ausstellungseröffnung im Hohen Haus, dass er die AuslandsösterreicherInnen als bedeutendes wirtschaftliches Kapital ansieht. Viele ÖsterreicherInnen würden weltweit erfolgreich als KünstlerInnen arbeiten — oder etwa als WissenschaftlerInnen in Amerika. „Gerade hier herrscht große Konkurrenz, und trotzdem setzen sie sich durch.“

ExpertInnen sind sich einig, dass das Phänomen der wachsenden Globalisierung auch in die Karrieren und Arbeitsprozesse von ForscherInnen eingegriffen hat. Teams in Labors werden immer internationaler, und zunehmend findet wissenschaftliche Forschung auch nicht nur mehr an einem Ort statt, sondern grenzenübergreifend.

Brain Circulation trägt Wissen hinaus, holt aber auch neues Wissen zurück

WissenschaftlerInnen gelten als eine der mobilsten Berufsgruppen überhaupt. Um in ihrem Beruf erfolgreich zu sein, müssen sie dort arbeiten, wo für sie die besten Bedingungen herrschen.

Mehr und mehr setzt sich die Erkenntnis durch, dass diese Weggänge keinen Verlust darstellen müssen. Erfolgreiche österreichische WissenschaftlerInnen im Ausland etwa sind meist an guten Kontakten zur Heimat interessiert und teilen das Wissen, das sie sich aneignen, gerne mit der heimischen Scientific Community.

Und es ist im Interesse Österreichs, das sich seines Potentials jenseits der Landesgrenzen mehr und mehr bewusst wird, dass seine ForscherInnen international reüssieren — auch um Internationalität nach Österreich zu bringen.


( * )  Dem statistischen Material des Auslandsösterreicher-Weltbundes zufolge teilen sich die rund 375.000 AuslandsösterreicherInnen wie folgt auf:

(Mai 2006.)


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