Im Portrait: Prof. Dr. Walter Heinrich Munk

Ein Leben als Pionier

Es gibt wohl nur wenige Menschen, die, wie der weltweit führende Meereskunde-Wissenschafter, Walter Munk, auf eine so umfangreiche und außergewöhnliche Biographie verweisen können. Aufgewachsen in einem kosmopolitischen Wiener Umfeld wurde er 1932 zu Ausbildungszwecken in die USA geschickt. Bald verwarf er die von der Familie vorgesehenen Pläne einer Banker-Karriere und studierte Physik. Die Liebe brachte ihn letztendlich zur Ozeanographie: „Ich hatte mich 1939 in La Jolla in eine junge Frau verliebt. So nahm ich einen Ferienjob im dort ansässigen Scripps Institute of Oceanography (SIO) an.“ Die Liebe blieb zwar nicht in La Jolla, aber bei der Meeresforschung — und eine beispiellose Karriere begann.

Entwicklung eines Tsunami Warnsystems

In den ersten Jahren nach Beendigung seines Studiums im Jahr 1940 — in dieser Zeit flüchteten seine Eltern aus Österreich nach Pasadena — profilierte sich Munk bei der US Army, wo er die optimalen Bedingungen für Unterwassermanöver erforschte und so vielen Menschen das Leben rettete. An der Universität Oslo studierte er dann die Dynamik der Gezeiten und wurde sehr schnell als Kapazität auf diesem Gebiet berühmt. Beeindruckend war auch seine beratende Funktion bei den Bikini Atoll Atomtests im Pazifik, wo er begann, ein Tsunami Warnsystem zu entwickeln — ausgehend von der Theorie, dass Atomtests eine solche Riesenwelle auslösen könnten. In den 60er Jahren führte er eine Reihe von erfolgreichen Expeditionen in die Tiefen des Pazifiks. Sein nächstes Gebiet von Interesse wurde die Schalllehre. Mittlerweile gilt Munk als der Pioneer in der Anwendung von Schalllehre als Methode, die Erde zu erforschen. „Ich war immer über alle Maßen neugierig. Das ist wohl auch das, was mich besonders auszeichnet.“

Wissenschafter und Professor am SIO/University of California in San Diego

Während seines gesamten Karriereweges arbeitete Munk sowohl als Forscher als auch als Professor an der Universität von San Diego und dort ist er nach wie vor anzutreffen. Als Berater stellt er sein Wissen für die  unterschiedlichsten Projekten zur Verfügung. Lange Zeit war er als Berater der Regierung, Vorsitzender des Ocean Studies Board of the National Academy of Sciences oder Mitglied des Naval Research Advisory Committee und des MIT Visiting Committee tätig.

Fragt man Prof. Walter Munk, welche persönliche Qualität man für so eine außergewöhnliche Wissenschafterkarriere mitbringen muss, antwortet er bescheiden: „Ich hatte einfach Glück! Außerdem eine verständnisvolle Frau und unheimlichen Spaß bei der Arbeit — für mich gibt es da auch keine Trennung zur Freizeit. Mein Beruf ist mein Hobby.“ Österreich besuchen er und seine Frau immer wieder, da das Ehepaar Land und Leute hier sehr schätzt. Über brainpower austria knüpft Munk Kontakt zu anderen Forschern und Professoren.


Ein Programm desbmvitBundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie        Durchgeführt von derFFG