Von einer durch und durch geplanten Karriere kann man bei Achim Seifter nicht sprechen – denn das eine oder andere dürfte sich bei ihm aus einem Zufall heraus entwickelt haben. Das beginnt schon bei seinem ersten Kontakt mit seinem jetzigen Forschungsgebiet: „In der Mittelschule habe ich bemerkt, dass mir Physik und Mathematik besser liegen als Auswendiglernen. Aus Bequemlichkeit bin ich dann dabei geblieben. Jedes Wissensgebiet, mit dem man sich näher beschäftigt, ist faszinierend. Wäre es Chemie, Mathematik oder Biologie gewesen, wofür ich mich entschieden hätte, dann wäre ich heute genauso davon begeistert wie ich es von Physik bin.“
Jedenfalls blieb Achim Seifter dabei und inskribierte an der Technischen Universität in Graz, wo er nach fünf Jahren sein Diplomstudium und nach weitern vier Jahren seine Dissertation abschloss. Direkt danach, im Jahr 2002, besuchte er das staatliche Forschungslabor von Los Alamos in New Mexico, USA, wo dem talentierten jungen Mann kurzerhand eine Position als PostDoc angeboten wurde. Er zögerte nicht und nahm sofort an. Seither beschäftigt er sich vor Ort mit experimenteller Thermophysik und Hochgeschwindigkeits-Temperatur-Diagnostik. Anfang 2006 wurde ihm ein permanenter Job angeboten – den er angenommen hat. In allernächster Zeit dürfen wir also nicht damit rechnen, dass Achim Seifter nach Österreich zurückkehrt – obwohl ihn sehr viel mit seiner Heimat verbindet. „Die Jobmöglichkeiten für Physiker scheinen in den USA momentan einfach wesentlich besser zu sein. Ich würde aber sehr gerne in Österreich arbeiten.“ So beobachtet er auch Jobmarkt und Forschungslandschaft laufend, hat ständigen Kontakt zu Familie und Freunden und kommt mindestens zweimal pro Jahr nach Österreich.
Man ist immer und nie „im Dienst“
Was seinen täglichen Arbeitsablauf in Los Alamos betrifft, weiß der junge Forscher nur Gutes zu berichten. Einen „nine to five job“ habe er natürlich nicht. „Oft sitzt man im Büro und liest Zeitung, ein andermal arbeitet man am Wochenende, weil gerade eine Idee kommt, die man zu Papier bringen möchte. Salopp gesagt habe ich immer Dienst oder habe immer frei.“ Wofür natürlich auch eine verständnisvoller Freundeskreis nötig ist ...
Wichtig ist für Achim Seifter ein funktionierendes Team, mit dem man seine Gedanken austauschen kann. Auch die Tatsache, dass man sich in seinem Forschungslabor die Arbeitszeit frei einteilen kann, hat für ihn große Bedeutung. Das funktioniert auch dann gut, wenn man einem äußerst starken Wettbewerb und Leistungsdruck ausgesetzt ist wie in Los Alamos.
„Ich mag den persönlichen Kontakt zu den Mitarbeitern von brainpower austria ganz besonders!“ Diese Initiative schätzt er vor allem, weil sie es durch ihre professionelle Aufarbeitung der Forschungslandschaft für ihn einfacher macht, den österreichischen Markt zu beobachten.