Seit April 2006 arbeitet Dr. Parissa Haghirian als Assistant Professor für Internationales Management an der Sophia-Universität Tokio. Aufgewachsen in einer multikulturellen Familie in Graz zog es sie nach der Matura nach Wien, um „etwas mit Sprachen“ zu studieren. Lange hielt es Parissa Haghirian in Wien aber nicht aus – nach drei Semestern Japanologie und Handelswissenschaften beschloss sie, auf eine sechsmonatige Weltreise zu gehen. Daraus wurden jedoch vier Jahre, von denen sie die meiste Zeit in Japan verbrachte.
Zurück in Wien, sah Haghirian ihren Weg klar vor sich und schloss 1998 das Japanologie- und 2000 das HW-Studium ab. Danach arbeitete sie als Universitätsassistentin an der Wirtschaftsuniversität Wien, erhielt 2002 den Dr. Alois Mock Förderpreis für ihre Dissertation und schloss 2003 mit der Arbeit „Interkultureller Wissenstransfer“ ihr Doktoratstudium ab.
Balanceakt zwischen Europa und Japan
Interesse und Neugier gegenüber anderen Menschen und Kulturen prägten Haghirian schon seit ihrer Kindheit. Die frühe Konfrontation mit anderen Kulturen förderte ihre Toleranz, Geduld und Lebensfreude. Außerdem hörte sie bei wichtigen Entscheidungen ihres Lebens nicht auf die „guten Ratschläge“ ihrer Umwelt, sondern verließ sich ganz und gar auf ihr Bauchgefühl. Bereits bei ihrem ersten Japanaufenthalt erkannte sie, wie schwierig unternehmensinterne Kommunikation und Wissenstransfer in euro-japanischen Unternehmen sein kann.
Diese Erkenntnis verstärkte sich auf Grund ihrer eigenen Erfahrung und im Gespräch mit Kollegen in verschiedenen japanischen Organisationen. Haghirian stützt ihre Forschertätigkeiten sehr stark auf persönliche Erlebnisse und Beobachtungen in der Praxis. Ihr diesjähriges Forschungsprojekt konzipierte sie gemeinsam mit einer japanischen Kollegin. Es beschäftigt sich mit dem interkulturellen Kommunikationsproblem zwischen deutschen und japanischen Managern. Sie möchte mir ihren Forschungserkenntnissen praktikable Lösungen und Strategien für Unternehmen anbieten. Die größte Herausforderung ist für sie, einen Mittelweg zwischen theorie-geleiteter Forschung und aktuellen Fragen der Praxis zu finden.
Wurzeln sind in Österreich
Trotz Haghirians langer Auslandsaufenthalte ist es für sie immer wichtig gewesen, ihre Wurzeln in Österreich nicht zu verlieren. Nicht nur das typische Wiener Kaffeehaus sondern auch Familie und Freunde werden vermisst. Das Leben in Japan wird jedoch als sehr spannend und herausfordernd erlebt. Für Forscher im Bereich Internationales Management ist Tokio sicherlich der beste „Arbeitsplatz“ der Welt. Parissa Haghirian möchte daher in den nächsten Jahren weiter zwischen Wien und Tokio pendeln; die Semester unterrichtend in Japan verbringen und die Ferienzeit zum Schreiben und Forschen in Österreich nutzen.
Begeistert zeigt sich Haghirian von der Idee von brainpower austria. Ihr Ziel ist es, die nächsten Jahre in Asien zu verbringen, um ihr Know-how noch zu vertiefen und sich in ihrem Forschungsgebiet zu etablieren. Wichtig ist ihr jedoch vor allem, ihr spezialisiertes Wissen über asiatisches Management und Markteintritte in Fernost an Unternehmen und interessierte Studierende in Österreich weiterzugeben.