Ohne Fernsehgerät, dafür aber mit vielen Büchern aufgewachsen zu sein, war der Grundstein für Phantasie und Ausdruckskraft von Dr. Eva Schernhammer. Bereits mit vier Jahren konnte die Wienerin lesen – mit ihrem älteren Bruder entwickelte sie sogar eine eigene Sprache. Als sie im Kindergarten-Alter erstmals mit dem Thema Krebs konfrontiert wurde, beschloss sie, diese Krankheit zu erforschen und Heilungsmethoden zu finden.
„Meine Eltern haben es geschafft, mir beides mit auf den Weg zu geben: Wurzeln und Flügel – das hat mir immer viel Kraft gegeben.“ So forschte Eva Schernhammer nach Schule und Medizinstudium in der onkologischen Ambulanz der Rudolfstiftung in Wien und begann danach die Facharztausbildung für Onkologie. Während ihrer Ausbildungszeit arbeitete sie auf der Krankenstation, kam aber bald zum Schluss, dass sie diese Arbeit nicht erfüllte. Ihr Ziel war die Krebs-Forschung. Ihre Flügel führten sie nach Boston, wo sie sich für ein Harvard-Forschungs-programm über Krebsvorbeugung beworben hatte. Dort machte sie auch ihren Master und hängte noch ein weiteres Jahr Forschung an.
Mentoren begleiten ihren Weg
Zurück in Österreich beriet sie sich mit Professor Christian Dittrich vom Kaiser Franz Josef Spital über ihren weiteren Werdegang: entweder weiterhin klinische Arbeit oder Forschung. Diesmal hörte Eva Schernhammer auf ihr Gefühl und entschloss sich für die Forschung in Amerika. Auch dort begleiteten viele Mentoren, wie etwa Graham Coldlitz oder Walter Willett ihren Weg. Für sie, die seit über 10 Jahren im Ausland lebt, eine Selbstverständlichkeit, die sie in Österreich mitunter vermisst. Die Institutionalisierung von Mentoring in den USA bringt Chancengleichheit und ist Bestandteil des Jobprofils.
Vom Gründungsmitglied zur Präsidentin von ASCINA
Als ASCINA – das Österreichische ForscherInnen-Netzwerk in Nordamerika im Jahr 2002 in Innsbruck offiziell gegründet wurde, war Eva Schernhammer eines der Gründungsmitglieder. Als langjährige Vorsitzende vom Chapter Boston war es für sie letztes Jahr naheliegend, sich für die Präsidentschaft zur Verfügung zu stellen. Primär sieht sie sich in dieser Rolle als Sprachrohr und Ansprechpartnerin. Außerdem erlaubt ihr diese Position auch, persönliche Vorstellungen und Visionen einzubringen. Der durchschlagende Erfolg und das stetige Wachstum von ASCINA – zwischenzeitlich zählt der Verein über 800 Mitglieder – stellt den Vorstand nun vor weitere Aufgaben.
Flügeln für ASCINA
Kernpunkt der Arbeit im diesem Jahr soll eine verbesserte Infrastruktur sein. Insbesondere die Umverteilung von Informationen und die Umsetzung von netzwerkinternen Diskussionen. Langfristig will ASCINA WissenschafterInnen, die am Anfang ihrer Karriere stehen, Unterstützung bieten und die Kontakte mit jenen ForscherInnen intensivieren, die nach einem Forschungsaufenthalt bereits wieder zurück in Österreich sind. Weiters soll auch die Zusammenarbeit mit österreichischen ForscherInnen gepflegt werden, die bereits langjährig in Amerika tätig sind.
Über die Kooperation mit brainpower austria ist Eva Schernhammer sehr glücklich. Konzeptionell passt brainpower austria hervorragend zur ASCINA. Die jährlich stattfindenden Austrian Science Talks werden von der Initiative organisiert und bieten den in Nordamerika und Kanada lebenden ForscherInnen die Möglichkeit, neben den wissenschaftlichen Vorträgen auch soziale Kontakte zu knüpfen und zu pflegen.