Nicht nur in den USA, auch in Österreich wirken

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Die unabhängige Vereinigung für Austrian Scientists and Scholars in North America (ASciNA) knüpft ein Netzwerk von ForscherInnen und ExpertInnen, das von Kanada über die gesamten USA bis nach Österreich zurück reicht

Aktuell zählt die Organisation ASciNA 735 Mitglieder, berichtet Präsidentin Dr. Eva Schernhammer, die als Krebsforscherin an der Harvard Medical School arbeitet. Dabei existiert das unabhängige Netzwerk von österreichischen ForscherInnen und ExpertInnen in Nordamerika erst seit 2002. Dass in nur vier Jahren eine so mitgliederstarke Vereinigung aufgebaut werden konnte, erklärt sie durch ein großes Bedürfnis bei den ins Ausland Gegangenen nach einem Zusammenschluss, als dessen Klammer das Herkunftsland Österreich fungiert.

„Dass es Ascina gibt, verdanken wir im Wesentlichen einer Initiative von Dr. Philipp Steger, dem Leiter des österreichischen OST (Office of Science and Technology) an der österreichischen Botschaft in Washington DC“, so Schernhammer. Das OST wurde 2001 von vier Ministerien ins Leben gerufen: dem BMAA, dem BMBWK, dem BMVIT und dem BMWA. „Diese Gründung war der Anfang des sich herausbildenden Bewusstseins dafür, was die Weggänge von Wissenschaftlern aus Österreich für einen Verlust an potentiellem Wissen bedeuten“, meint die Krebsforscherin in Harvard.

Das unbekannte Potential jenseits des großen Wassers

Die ersten beiden lokalen Zentren, in denen sich Vorläufer zu ASciNA herausbildeten, waren Washington DC und Boston – letzteres, weil dieses mit seinen vielen herausragenden Forschungseinrichtungen einen besonders starken Anziehungspunkt für WissenschaftlerInnen aus Österreich darstellt. Im Frühjahr 2002 wurden die Vereinsstatuten erstellt, und im darauf folgenden Sommer gründete sich die ASciNA-Organisation in Washington DC formell. Neben den inzwischen neun Chapters in den USA – die von der Ost- bis an die Westküste reichen, gibt es nicht nur ein weiteres in Kanada, sondern auch eines in Österreich.

„Nachdem wir jetzt bereits seit vier Jahren existieren, haben wir den Punkt erreicht, dass einige unserer Mitglieder wieder nach Österreich zurückgehen und von dort aus für uns aktiv sind. Denn die Verweildauer für einen PhD oder ein Postdoc-Programm an einer amerikanischen Forschungseinrichtung beträgt zwei bis drei Jahre. Unsere Alumni, wie wir sie nennen, betreiben zu Hause für uns Bewusstseinsbildung. Sie setzen sich dafür ein, dass Österreich sich das Potential seiner Wissenschaftler in Amerika mehr zu nutze macht“, erzählt Schernhammer.

Einander über Bundesstaaten- und Ländergrenzen hinweg gegenseitig unter die Arme greifen

Neuankömmlingen in den USA oder Kanada hilft ASciNA mit Tipps: Mitglieder, die schon länger vor Ort sind, können bei Fragen zu Steuerproblemen, zur Visavergabe oder Krankenversicherung Rat geben — manchmal auch bei der Suche nach PhD-Stellen. „Ansonsten“, sagt Schernhammer, „machen wir das, was andere Netzwerke auch tun. Wir konsultieren einander bei Jobfragen und tauschen uns über unsere wissenschaftlichen Disziplinen aus.“

Wer sich bei Ascina registrieren möchte, kann dies derzeit noch unentgeltlich über die Website tun. Dies ist auch für InteressentInnen möglich, die einen wissenschaftlichen Aufenthalt in Nordamerika als Bestandteil ihrer Karriere planen und noch nicht vor Ort sind. „Nach der Registrierung sollte man sich aber auf jeden Fall auch mit dem Vorstand desjenigen Chapters in Verbindung setzen, das für die Region zuständig ist, an der man Interesse hat. So ist sicher gestellt, dass man auch zu den regelmäßigen Treffen eingeladen wird – und somit auch bald aktiv zum Netzwerk gehört“, rät Schernhammer.

(Mai 2006.)


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