Im Portrait: Dr. Roland Gamsjäger

Dr. Roland Gamsjaeger

Die Faszination von Biomolekülen

Dr. Roland Gamsjäger hatte schon immer einen Hang zum Logischen: Mathematik, Physik und vor allem Biologie mit den komplexen chemischen/physikalischen Mechanismen faszinierten ihn schon von klein auf. Nach dem Besuch der HTL für chemische Betriebstechnik im Wels studierte er Wirtschaftschemie in Linz und schloss vorab seine universitäre Karriere mit dem Doktorat in Biophysik ab.

Während seiner Studienzeit engagierte sich Gamsjäger bei der IAESTE, konnte an einigen Austauschprogrammen teilnehmen und so Erfahrungen im Ausland sammeln. Bei Aufenthalten in Kasachstan und Argentinien stellte er sich verschiedenen Herausforderungen: Gefragt waren einerseits Flexibilität und Kommunikationsfähigkeit, um sich an neue Arbeitsstile und -einstellungen schnell anzupassen. Andererseits Organisationstalent, um auch das private Umfeld angenehm gestalten zu können.

Mit Stipendien durchs Studium und zum aktuellen Arbeitsplatz

„Die Stipendien bei der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und dem FWF-Wissenschaftsfonds haben mich für meine jetzige Arbeit sehr motiviert,“ sagt Roland Gamsjäger. Aus eigener Erfahrung kennt er die Voraussetzungen, um ein Stipendium zu erhalten: Aktivität, gute Forschungsarbeit und auch ein bisschen Verkaufsgeschick. Das trifft sowohl auf Österreich als auch auf Australien zu, wo Gamsjäger zurzeit einen Forschungsplatz an der University of Sydney innehat.

Wie Gamsjäger dazu gekommen ist? Er hat sich direkt bei seinem derzeitigen Chef beworben, gemeinsam haben sie ein Projekt zur Erforschung von Biomolekülen ausgearbeitet und dieses dann beim FWF-Wissenschaftsfonds eingereicht. Gamsjäger bezeichnet Biomoleküle als „Mini-Maschinen“, die in allen lebenden Zellen sind. Im speziellen beschäftigt er sich mit der Frage, wie diese arbeiten und beim Ablesen der Erbsubstanz (DNA) der Zellen mithelfen, um ein gesundes Wachstum des Organismus zu gewährleisten.

Die Unterschiede in der Grundlagenforschung

Aus seiner bisherigen Forschungspraxis in Australien kann er folgende Schlüsse ziehen: In Österreich ist es in einem Labor üblich, eine Methode bis ins kleinste Detail zu beherrschen; in Australien dagegen wird nach dem Motto „Jeder muss alles können“ gearbeitet.

Angehenden WissenschafterInnen kann er aus eigener Erfahrung sagen: „Wichtig ist der Forscherdrang, Offenheit gegenüber Neuem, Neugier, aber auch analytische Begabung. Wenn man jedoch viel Geld verdienen möchte, sollte man einen anderen Weg gehen.“ Ein Wissenschafter zu sein heißt für ihn, den Drang haben, Unbekanntes herauszufinden und Mechanismen aufzuklären, aber auch Spaß am Experimentieren.

Längerfristiges Ziel: Zurück nach Österreich

Gamsjäger sieht brainpower austria als eine Schnittstelle für österreichische ForscherInnen, Unternehmen und Universitäten. Die Fäden, die hier zusammen laufen und die Kontakte, die hier generiert werden, möchte er später nützen. Vorerst wird er nach Abschluss des aktuellen Forschungsprojektes in Australien bleiben. Gamsjäger zur Frage, ob er wieder nach Österreich zurückkommen möchte: „Sollte sich ein interessantes Jobangebot ergeben, würde ich natürlich auch sehr gerne wieder in Österreich arbeiten.“ 


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