Im väterlichen Obstgarten wurde Dr. Markus Rieglers Interesse für Entomologie – die Insektenkunde – geweckt. Der Besuch der Oberschule für Landwirtschaft in Auer und das anschließend Studium der Landwirtschaft mit Spezialisierung auf Pflanzenproduktion an der Universität für Bodenkultur (BOKU) in Wien waren dann nur die logische Folge der in Kindheit geweckten Faszination an der Symbiose von Insekten. Eine Begeisterung die ihn bis nach Australien brachte: Kurz vor Abschluss seiner Dissertation erhielt er ein Angebot der University of Queensland, nahm dieses an und ist dort seit 2002 tätig.
Symbiosen von unterschiedlichsten Arten
In seiner Forschungstätigkeit befasst sich Riegler mit bakterienverursachter Sterilität von Insekten, welche als neue Strategie im Pflanzenschutz und bei der Human- bzw. Veterinärmedizin Anwendung finden könnte. Die Frage, wie symbiotische Bakterien die Übertragung von Krankheiten wie Dengue oder Malaria verhindern können, ist ein weiteres Forschungsgebiet. Riegler faszinieren Symbiosen – sei es anhand des Zusammenlebens der unterschiedlichen Arten, wie z.B. Bakterien und Insektenarten, oder das in diesen Wissenschaftsbereichen notwendige interdisziplinäre Zusammenarbeiten: „Forschung ist eines der aufregendsten und faszinierendsten Berufsfelder die es gibt. Vor allem im heutigen vernetzten Zeitalter, wo täglich neue Erkenntnisse weltweit verfügbar werden und der Austausch von Wissen sehr interaktiv geworden ist.“
Zusammenarbeit auf internationaler Ebene
Diskussionen und regelmäßiger Austausch mit KollegInnen auf internationaler Ebene ist für Markus Riegler auch die Voraussetzung für den Erfolg. Er ist selbst in einigen internationalen Forschungsprojekten tätig. Sei es bei einem FWF-Projekt, wo sein australisches Institut als Partner der Medizinischen Universität Wien und der BOKU mitwirkt – oder auch in einem internationalen Projekt, das von der Bill & Melinda Gates Foundation finanziert wird. Kleinere Projekte mit maximal drei PartnerInnen laufen erfahrungsgemäß effizienter und erfolgreicher ab als größere. Denn sehr oft wird der organisatorische Aufwand unterschätzt und die involvierten Gruppen identifizieren sich weniger mit dem Projekt.
Ein Aspekt, der nicht offen angesprochen wird, ist für ihn der Konkurrenzkampf: einerseits im Erarbeiten von wissenschaftlichen Erkenntnissen andererseits beim Auftreiben von Forschungsmitteln, die wiederum vom wissenschaftlichen Output und wirtschaftlicher Umsetzung abhängen. Wissenschaftler zu sein bedeutet für ihn daher auch mehr als nur Wissbegierde zu besitzen: Ausdauer, Kontinuität und sich nicht entmutigen zu lassen, auch wenn es einmal Rückschläge gibt, gehören genauso dazu.
Gastredner auf der Life-Science-Success-Messe
Im September 2006 war Markus Riegler auf Einladung von brainpower austria Gastredner bei der Life-Science-Success-Messe. brainpower austria ist für ihn eine viel versprechende Organisation, die österreichische Forscher, die im Ausland tätig sind, mit heimischen Universitäten, ForscherInnen und Unternehmen zusammen bringt und so ein Netzwerk aufbaut. Weitere wichtige Ansätze sieht er in der Kommunikation des Forschungsstandortes Österreich und dem Aufzeigen von Möglichkeiten neuer internationaler Märkte. Er selber wird auf jeden Fall den Kontakt zu brainpower austria pflegen, denn wieder in Österreich zu arbeiten ist für ihn eine attraktive Zukunftsperspektive.