„Ohne Elektrochemie gäbe es kein Auto, keinen Laptop, kein Handy – und auch nicht die meisten Kugelschreiber, die im Handel billig erhältlich sind“, sagt Prof. Gerhard Nauer, Geschäftsführer und wissenschaftlicher Leiter von ECHEM. „Das alltägliche Leben wird von elektrochemischen Prozessen bestimmt und annehmlicher gemacht.“
Die außeruniversitäre Forschungseinrichtung mit Sitz in Wiener Neustadt, die sich als Zentrum für angewandte Elektrochemie mit den Bereichen funktionelle Schichten, Brennstoffzellenforschung und elektrochemische Umwelttechnik beschäftigt, wird derzeit noch bis Ende 2007 als „Kplus“-Kompetenzzentrum aus öffentlichen Mitteln gefördert.
ECHEM und seine Kooperationspartner (TU Wien, Prof. Kronberger und Prof. Fafilek; TU Graz, Prof. Fruhwirth und Dr. Gollas; Uni Wien, Fakultät für Chemie, Prof. Dickert, Prof. Rogl, Prof. Podloucky) haben nun einen Antrag für eine Fortsetzung der Förderung im neuen Kompetenzzentren-Programm COMET des bmvit und bmwa gestellt, das von der FFG durchgeführt wird. ECHEM bewirbt sich als „K2“-Kompetenzzentrum. Solche Einrichtungen sollen den Anspruch erfüllen, zur Forschungs-Weltspitze zu gehören.
Neue Leute für Erweiterung gesucht
„Wenn wir mit unserem Antrag erfolgreich sind, dann brauchen wir für Anfang 2008 dringend neue Mitarbeiter“, sagt Nauer. „Oberflächenspezialisten passen am besten zu uns, aber wir haben auch großes Interesse an Elektrochemikern, Materialtechnikern und Wissenschaftern, die physikalische Chemie als Arbeitsschwerpunkt haben.“
Der Geschäftsführer betont, dass ein Forschungsaufenthalt im Ausland für ihn ein Asset darstellt: „Internationale Erfahrung an einem ausländischen Forschungsinstitut ist für eine Bewerbung bei uns äußerst nützlich.“
Verbindungen von Wiener Neustadt in alle Welt
ECHEM kann auf eine beeindruckende Liste von internationalen Kooperationspartnern verweisen, zu denen etwa das Max-Planck-Institut für Eisenforschung in Düsseldorf oder das Laboratory of Metal Physics and Technology der ETH Zürich gehören. An dem Zentrum sind auch zahlreiche internationale und nationale Industrieunternehmen wie Henkel in Düsseldorf, Bosch in Stuttgart, Andritz in Graz, Plansee in Reutte, AT&S in Leoben, Collini in Hohenems und voestalpine in Linz beteiligt.
Für die Zukunft steuert Nauer an, das Augenmerk für Kooperationen verstärkt auf Asien zu richten. „Gerade in China passiert im Bereich F&E ungeheuer viel, und es gibt dort exzellente Leute. Wenn wir in zehn Jahren noch einen ähnlich konkurrenzfähigen Forschungsstandort haben wollen wie heute, dann werden wir uns in Österreich sehr anstrengen und uns auch in Richtung Fernost viel stärker öffnen müssen.“
Forschung, die etwas bewirkt
„We know how to do it“ ist der Leitsatz des Zentrums. ForscherInnen bei ECHEM ändern und funktionalisieren Oberflächen und Materialien. Was sehr abstrakt klingt, kann von entscheidender Bedeutung im Alltag sein – und damit sind keine Kugelschreiber gemeint.
„Wir arbeiten etwa an optimierten Strukturen von Oberflächen“, so Nauer. „Wenn ein Handy möglichst viele Anforderungen erfüllen soll, dann müssen Funktionen in die Leiterplatte integriert werden. Das zu ermöglichen, ist Teil unserer Forschungsarbeit.“
(Dezember 2006.)