Dr. Rita Narath kam auf Umwegen zur Wissenschaft: Nach Abschluss der HAK und ein paar Semestern Handelswissenschaften wechselte sie die Studienrichtung zu Biologie, wo sie sich auf Genetik konzentrierte. Ihre Diplomarbeit verfasste sie dann im Themenumfeld der Veterinärmedizin, angeregt durch den Beruf ihrer Schwester. Ihre Begeisterung für das Fach Biologie entflammte sich jedoch erst, als sie mit Fluoreszenzmikroskopie in Berührung kam – eine Wissenschaft, die unter anderem in der Krebsforschung angewandt wird.
Rita Narath schloss sich umgehend im Wiener St. Anna Kinderspital einer Arbeitsgruppe rund um Peter Ambros an, die sich der Kinderkrebsforschung verschrieben hat. Im Zuge dieser Arbeit wurde ihr Interesse an Krebs weiter gesteigert, besonders an dessen genetischen Veränderungen und an den weitgefächerten Anwendungsmöglichkeiten der Fluoreszenzmikroskopie.
Die Faszination des hohen Nordens hautnah erleben
Rita Narath ist vom hohen Norden fasziniert. Sie hatte immer den Wunsch, die langen Tage im Sommer und die Finsternis im Winter zu erleben. Der besonders gute Ruf des Karolinska Instituts in Stockholm, der größten medizinischen Universität in Europa, kam ihr da sehr gelegen. Sie nahm Kontakt mit Andreas Zetterberg auf und entwickelte mit ihm ein Projekt unter dem Titel „Hochauflösende Genomanalyse im Brustkrebs“. Gemeinsam suchten sie um Forschungsgelder an. Ihre wissenschaftliche Tätigkeit wurde unter anderem durch ein Stipendium des Karolinska Instituts, Gelder der EACR (European Association for Cancer Research) und durch ein Schrödinger Auslandsstipendium des FWF finanziert. Andreas Zetterberg bot Rita Narath zusätzlich die Möglichkeit, als Gastwissenschaftlerin an das Cold Spring Harbor Laboratory nach New York zu gehen, um dort Mikroarray-Analysen durchzuführen und diese mit den Ergebnissen ihres Projekts zu kombinieren.
Unterschiede zwischen Österreich und Schweden
„In Schweden ist man im Umgang viel lockerer – alle sind per Du“, resümiert Narath, „einerseits erleichtert das den Einstieg, andererseits kann diese Nicht-Hierarchie auch Probleme schaffen.“ Ein wenig enttäuscht zeigt sie sich von der kühlen Distanz der Schweden. Sozialen Anschluss findet man ihrer Erfahrung nach nur im internationalen Kreis. Sprachliche Barrieren gibt es kaum, fast jeder spricht Englisch, und Schwedisch zu lernen war für Rita Narath allerdings ohnehin kein Problem.
Durch brainpower austria über den Arbeitsmarkt informiert
Ende November unterschrieb Rita Narath ihren Vertrag als Medical Science Manager bei Bristol-Myers Squibb und wird Anfang 2007 nach Österreich zurückkehren. Sie sagt über die Rolle von brainpower austria für sie als österreichische Wissenschaftlerin im Ausland: „brainpower austria war mir eine große Hilfe dabei, den österreichischen Arbeitsmarkt im Auge zu behalten, und unterstützte mich sehr bei meinem Vorhaben, nach Österreich zurückzukehren. Besonders schätze ich die persönliche Umgangsweise des brainpower-austria-Teams.“