AC2T Research & WEMESURF

Ein Zentrum mit internationaler Ausrichtung

Der Name klingt wie eine Formel: Hinter AC2T verbirgt sich das Austrian Center of Competence for Tribology in Wiener Neustadt. „Die Tribologie ist die Lehre von der Reibung, Verschleiß und Schmierung“, erzählt DI Martin Jech – Researcher für den Bereich Metrology & Sensor Development – im Gespräch mit brainpower austria.

„Wir beschäftigen uns mit vielseitigen, interdisziplinären Problemen aus der Tribologie. Unsere drei Hauptschwerpunkte sind: funktionale Schichten und Oberflächentechnik, Schmierstoffe und Schmierstoffanwendung sowie Systemanalyse und Engineering. Bei unserer Arbeit geht es uns nie allein um einzelne zu untersuchende und zu verändernde Parameter, sondern um das ganze System, das wir optimieren wollen.“

Chancen für PhysikerInnen, ChemikerInnen, MaschinenbauerInnen und MaterialwissenschaftlerInnen

AC2T führt „Applikationsprojekte“ durch, die auf Probleme und Fragestellungen der Industrie zugeschnitten sind, und man arbeitet zusammen mit wissenschaftlichen Partnern auch an „Strategieprojekten“, die den industrienahen Tätigkeiten im Sinne bedeutsamer Grundlagenforschung vor- oder zuarbeiten.

Im Rahmen des Kplus-Programms – dieses Kompetenzzentrenprogramm der österreichischen Bundesregierung zielt auf die vorwettbewerbliche industrielle und strategische Forschung ab – erfolgt bei AC²T bis Ende September 2009 eine Expansion der Forschungsaktivitäten und eine Aufstockung des Personalstandes im Bereich der wissenschaftlichen MitarbeiterInnen. Hiefür werden Bewerbungen insbesondere von PhysikerInnen, ChemikerInnen, MaschinenbauerInnen und MaterialwissenschaftlerInnen für den Standort Wiener Neustadt gerne entgegengenommen.

Zusätzlich ist den Tribologie-Fachleuten kürzlich ein weiterer großer Wurf gelungen, der weit über die Grenzen Österreichs hinausreicht: die Gründung des EU-Netzwerks WEMESURF.

Koordinator von zahlreichen internationalen Partnern

Seit Ende 2006 – in einem Zeitrahmen von vier Jahren, bis zum 31. Oktober 2010 – untersuchen ForscherInnen im Rahmen des Projekts WEMESURF (Characterisation of Wear Mechanisms and Surface Functionality – from Micro to Nano Range) Verschleißmechanismen und tribologische Beschreibungsgrößen von funktionalen Oberflächen. Dieses Projekt, bei dem insgesamt 14 Institutionen aus England, Frankreich, Deutschland, Italien, Polen, Ungarn, Slowenien und Österreich beteiligt sind, wurde im Rahmen des Sechsten Rahmenprogramms der Europäischen Union genehmigt, das die Mobilität und Ausbildung von WissenschaftlerInnen mit hoher Priorität und maximaler finanzieller Beteiligung fördert.

„Es ist selten, dass ein österreichisches Institut bei einem Projekt dieser Dimension als Koordinator der EU-Kommission gegenüber auftritt“, sagt Jech. „In unserem Konsortium sind renommierte Einrichtungen vertreten, wie etwa das Imperial College London mit dem Department of Mechanical Engineering, die Tribology & Bearing Technology Group von Philips in den Niederlanden, oder die Association pour la Recherche et le Développement des Méthodes et Processus Industriels in Paris.“

Ab sofort gesucht bei WEMESURF: 12 DissertantInnen und 11 PostDocs

Die Arbeit bei WEMESURF ist – abgesehen vom Management des Projekts – in fünf Forschungs-Work-Packages bzw. Ziele unterteilt: (1) die exakte physikalische Oberflächenmessung, (2) die chemische Analyse von Oberflächen in Wechselwirkung mit Schmierstoffen, (3) aus diesen beiden Work Packages resultierende Tests und Proben, um ein Kriterienmodell zu entwerfen, (4) die mathematische Simulation als Kontrolle dieser Tests (Ergebnisse fließen zurück zur Korrektur des Kriterienmodells) sowie (5) die Darstellung der wirtschaftlichen Bedeutung des Projekts im Gesamten.

Die 12 DissertantInnen, die sich für diese Work Packages bewerben können, sollen laut Jech „im Sinne eines Transfer of Knowledge und Trainings am meisten von WEMESURF profitieren“, indem sie – frisch von der Universität kommend – von den beteiligten europaweit agierenden Firmen und PostDocs im Rahmen ihrer wissenschaftlichen Arbeiten lernen sowie Secondary Skills (z.B. Teamfähigkeit, Sprachen Erlernen, Projektmanagement usw.) erwerben. Diese ForscherInnen werden in dem Projekt als „Early-Stage Researchers“ definiert. Sie müssen für die Erstellung einer Doktorarbeit qualifiziert sein, und der Abschluss ihres Studiums darf noch nicht länger als vier Jahre zurückliegen.

Für „Experienced Researchers“ sind die 11 PostDoc-Stellen ausgeschrieben. WissenschaftlerInnen, die sich für diese Positionen in WEMESURF interessieren, müssen über mindestens vier Jahre wissenschaftliche Erfahrung verfügen bzw. eine Doktor- oder PhD-Ausbildung absolviert haben – und dieser Abschluss darf nicht älter als 10 Jahre sein.

Angesprochen: ForscherInnen mit mehrjähriger Auslandserfahrung

In dem internationalen Projekt gilt für beide Arten von gesuchten ForscherInnen eine zusätzliche Regelung: jene der Förderung von Mobilität. Die WissenschaftlerInnen sollen die Möglichkeit nutzen, neue Erfahrungen und Fähigkeiten in einem Gastland zu sammeln. Als Gastländer können jene aus dem Netzwerk gewählt werden, in welchen sich die/der ForscherIn in den letzten drei Jahren weniger als 12 Monate aufgehalten hat.

Sollte sich jemand für eine Tätigkeit in dem Land bewerben wollen, das seiner/ihrer Nationalität entspricht, dann wird dieser maßgebliche Zeitraum auf fünf Jahre erhöht: AuslandsösterreicherInnen, die im Rahmen von WEMESURF in Österreich arbeiten wollen, dürfen also innerhalb der letzten fünf Jahre nur insgesamt 12 Monate in Österreich tätig gewesen sein.

Weitere Informationen zu den Work Packages (z.B. wer diese verantwortet), zur Struktur des WEMESURF-Projekts bzw. -Netzwerks sowie zu den gesuchten ForscherInnen-Profilen finden Sie hier

(Februar 2007.)
 


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