Der Verband Pharmig

Österreichs pharmazeutische Industrie investiert massiv in die Forschung

Ein wesentlicher Punkt der Aufgaben von Mag. Gerlinde Gänsdorfer, Leiterin für Kommunikation und PR bei Pharmig (dem Verband der pharmazeutischen Industrie Österreichs), besteht unter anderem auch in der Auseinandersetzung mit gängigen Clichés. „In der öffentlichen Wahrnehmung dreht sich alles um die großen Unternehmen. Dabei ist die überwiegende Mehrzahl der Pharmafirmen in Österreich im Klein- und Mittelbetriebe-Bereich angesiedelt: 90 Prozent. Trotzdem hält sich hartnäckig das Bild von den ‚großen Pharma-Riesen’. Das hat damit zu tun, dass die Großen auch die Finanzstarken sind und über entsprechende Kommunikationsabteilungen verfügen.“

Der parteipolitisch unabhängige Verband Pharmig hat rund 120 Mitglieder. Er besteht seit 1954, als er als Interessenvertretung der österreichischen Pharmaindustrie gegründet wurde. „Indem wir intern und extern kommunizieren, wollen wir die Entwicklung des Gesundheitssystems mitgestalten“, sagt Gänsdorfer. „Pharmig setzt sich für Transparenz im Gesundheitswesen ein, für mehr Mitspracherecht für alle Beteiligten und für eine Stärkung der Patientenrechte.“

Quoten, die beeindrucken: Innovations-Säule Pharmaindustrie

Mit einem AkademikerInnen-Anteil von etwa 17,20 Prozent nimmt die österreichische Pharmaindustrie eine wichtige Position im Innovationssystem des Landes ein. Im Jahr 2005 (aktuellere Zahlen liegen noch nicht vor) hat dieser Industriezweig 8,25 Prozent des Gesamtumsatzes für die Forschung und Entwicklung bereitgestellt. „Unsere Mitglieder denken und handeln extrem forschungsintensiv“, betont die Leiterin für Kommunikation des Verbands. Erhebungen für das Jahr 2002 belegen, dass die Pharmaindustrie ihre Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten zudem vorwiegend aus eigenen Mitteln finanziert: Die Quote liegt bei 93,8 Prozent.

Für brainpower-austria-InteressentInnen, die sich für Karrieremöglichkeiten am Innovationsstandort Österreich interessieren, kann die Job-Seite von Pharmig hilfreich sein. Zwar ist der Anteil an F&E-Jobs – so Gänsdorfer – hier im Vergleich zu anderen Bereichen geringer. Doch werden auch immer wieder ForscherInnen gesucht.

Werden durch den Sparstift Innovationen eingespart?

Pharmig sieht sich auf der Seite der WissenschaftlerInnen. „In vielen Ländern in Europa wird derzeit im Gesundheitswesen der Sparstift hervorgezogen“, meint Gänsdorfer. „Gekürzt wird dann immer zuerst bei den teureren Medikamenten – also bei den Arzneimitteln, für deren Herstellung ein großes Maß an Innovation notwendig war.“

„Wenn nicht mehr – oder nur mehr wenig – geforscht wird, dann dauert es auch länger, bis neue Medikamente auf den Markt kommen. Die Verzögerungszeiträume werden größer“, meint Gänsdorfer.

(Februar 2007.)

 


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