Im Portrait: Jan Petr, PhD

Von bits & bytes und „bits of German“
 
Jan Petr war schon immer fasziniert von Computern. War es anfangs mehr die Welt der Computerspiele, entwickelte sich daraus sein vorrangiges Arbeitsmittel. Nichts lag also näher, als sich weiter zu spezialisieren, und das schon sehr früh. Bereits die Volksschule war eine mit Schwerpunkt auf Mathematik, ebenso wie später das Gymnasium, das Petr besuchte. 1998 begann er mit dem Studium Computer Engineering an der Charles University in Prag, einer der bekanntesten Universitäten der Tschechischen Republik. Nach seinem Abschluss 2003 folgte ein Doktorat an der Technischen Universität in Prag im Bereich Medical Imaging, das er 2007 erfolgreich abschließen konnte. Computerwissenschaften bedeuten für Jan Petr aber nicht nur Faszination, sondern auch ganz pragmatisch eine vielversprechende Perspektive am internationalen Arbeitsmarkt, eine glückliche Kombination, könnte man sagen.
 

Im Herbst Richtung Süden
 
Eine dieser Perspektiven war auch Österreich. Im September 2007 wechselte Jan Petr seinen Wohnsitz von Prag in das oberösterreichische Hagenberg. Ein brainpower austria Interview Grant führte ihn ans Software Competence Center Hagenberg (SCCH), wo er nun als Industrial Researcher im Bereich Computer Vision forscht. Das SCCH war kein Unbekannter für ihn und Österreich sei zwar ein fremdes Land, aber immer noch sehr nahe seiner Heimatstadt Prag, erzählt Petr.
 
Südliche Länder sind ihm aber nicht fremd, besonders Ägypten, wo er mit seiner Familie für mehr als 2 Jahre lebte. „Ich war damals 5 Jahre alt. Mein Vater arbeitete in einem Kraftwerk und es lebten etwa 20 tschechische Familien dort. Das bedeutete viele Kinder, viel Sonne und Spaß für uns. Damals gab es auch kaum Touristen oder Unruhen, wir konnten ganz ungestört die Pyramiden hinaufklettern“ erinnert sich Petr.
 
Seine bisherige Beziehung zu Österreich basiert auf verschiedenen Urlaubserinnerungen. Durch die geringe Entfernung zu seiner Heimatstadt kennt und schätzt Petr die österreichischen Skigebiete, ist aber auch im Sommer gerne in den Bergen unterwegs. Von seiner unmittelbaren Umgebung hat er noch relativ wenig gesehen. „Am besten kenne ich mein Büro“, meint er dazu scherzhaft. Die momentan spärliche Freizeit nutzt Jan Petr meist für sportliche Aktivitäten oder geht seiner Leidenschaft, dem französischen New Wave-Film, nach.
 
Internationales Flair
 
Momentan kämpft der gebürtige Tscheche noch mit der Sprachbarriere. Innerhalb seiner teilweise international besetzten Gruppe wird Englisch gesprochen. Auf fragende Blicke stößt er eher im Alltagsleben, wenn es darum geht, das Gelernte aus den Deutschkursen umzusetzen. „Ich habe meine Versuche, mit den Menschen Deutsch zu sprechen, abgebrochen“ erzählt Petr schmunzelnd und verhilft seinerseits nun wohl einigen Menschen in Hagenberg zu Lektionen in englischer Konversation.

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