ECF 2008 - ein Rückblick

Mit knapp 140 Ausstellern und rund 4000 registrierten Candidates war die ECF 2008 die bisher größte Messe in ihrer 12-jährigen Geschichte. Neben bereits traditionellen Ausstellern gab es heuer auch einige Neuzugänge, z.B. die Science Foundation Ireland oder brainpower austria, der erste österreichische Beitrag.
 
Der umgekehrte Weg: Internationale Top-ForscherInnen nach Österreich bringen
 
Im Rahmen dieses Pilotprojekts präsentierten wir an unserem Messestand eine Auswahl an österreichischen Jobanbietern und aktuellen F&E-Jobs in einer eigenen Messebroschüre, die insgesamt von 22 österreichischen F&E-Institutionen als Plattform genutzt wurde. Darunter finden sich renommierte Namen wie IMP, IMBA, Siemens, Infineon, Böhler-Uddeholm, Austrian Research Centers und große Universitäten. brainpower austria leistete dadurch einen wichtigen Beitrag, österreichische F&E Institutionen im internationalen Wettbewerb um die besten Köpfe zu unterstützen. Die MessebesucherInnen konnten auch direkt vor Ort unsere F&E-Online Jobbörse benutzen und sich über alle kostenlosen Serviceleistungen von brainpower austria informieren.
 
„Haus Österreich“
 
Österreichische ForscherInnen waren sowohl unter den registrierten Candidates, als auch unter den Walk-In-BesucherInnen. Einige nahmen dafür auch eine weitere Anreise aus New York, New Mexiko oder Kanada in Kauf und nutzten die von brainpower austria zur Verfügung gestellten Travel Grants. Die MessebesucherInnen konnten direkt vor Ort unsere F&E-Online Jobbörse benutzen und sich über alle kostenlosen Serviceleistungen informieren. Der brainpower austria Messestand fungierte tagsüber als ÖsterreicherInnen-Treffpunkt, zum Gedankenaustausch und Sich-Kennenlernen, und natürlich auch als vertrauensvolle Garderobe.
 
   

In persönlichen Gesprächen mit den österreichischen ForscherInnen stellte sich heraus, dass es bereits Bestrebungen gab, österreichische Unternehmen und Institutionen auf die ECF aufmerksam zu machen. Daniel Pressl, ein engagierter junger Forscher am MIT, arbeitet schon seit einiger Zeit an der Gründung eines MIT-Austria Forums und hat selbst versucht, österreichische Firmen anzusprechen. Auch seitens der ECF-Organisation wurde – leider ebenfalls ohne Erfolg - versucht, österreichische Unternehmen für die Career Fair zu gewinnen. Bei den österreichischen ForscherInnen ist daher die Begeisterung groß, dass es brainpower austria mit seinen über 550 registrierten Jobanbieter-Kontakten erstmalig gelungen ist, hier aktiv zu werden.

       
    Hier finden Sie noch mehr Information zur ECF 2008:  
       
>>   Stimmen von österreichischen MessebesucherInnen  
>>   Company presentation - brainpower austria  
>>   Podiumsdiskussion am Vorabend der ECF  
>>   Zahlen & Fakten zur ECF 08  
>>   Bildergalerie  
     
 
Großes Interesse an Europa
 
Das Interesse an Europa war spürbar groß und auch der Besucherstrom am brainpower austria Stand sehr erfreulich. In Summe waren europäische Candidates dabei in der Überzahl. Viele der an brainpower austria interessierten Candidates kamen von umliegenden Nachbarstaaten von Österreich bzw. interessierten sich speziell ForscherInnen aus mittel- und osteuropäischen Ländern, wie Rumänien oder Bulgarien, für Karrieremöglichkeiten in Österreich. Ein rumänischer Postdoc meinte, Österreich sei für ihn das nächst gelegene Land mit entsprechender Infrastruktur und einer Forscherszene, deshalb interessiere er sich besonders für Österreich. Ganz oben auf der Liste der Gründe, wieder nach Europa zurück kehren zu wollen, finden sich Dinge wie der europäische Lebensstil, Kultur, Familie und das soziale Umfeld.
 
Deutsch als Sprachbarriere?
 
Die deutsche Sprache ist aber für viele Candidates eine Barriere bzw. kam auch öfters die Frage, ob Deutsch bei Jobs eine Vorraussetzung sei. Für Candidates von außerhalb Europas stellte sich sehr oft die Frage, wie schwierig und zeitaufwändig der Visumsprozess sei. Amerikanische Candidates interessierten sich speziell für kurzfristige Aufenthalte in Europa, wobei hier die Zahl der Undergraduates deutlich größer war, als die der Graduates. Was für sie besonders attraktiv zu sein scheint: Weniger Stunden an gesamter Arbeitszeit und mehr gesetzliche Freizeit in Europa. Das Angebot von brainpower austria wurde sehr gut aufgenommen, besonders die Möglichkeiten, eine zentrale Stelle für F&E Jobs bzw. auch persönliche Ansprechpersonen zu haben. Mit unserer eigenen Messebroschüre konnten wir ein breites Spektrum an Institutionen und offenen Stellen abdecken und praktisch für jede Anfrage gleich eine konkrete, aktuelle Option in Österreich zeigen.
 
EuropäerInnen sind mobiler
 
Die Messe startete ursprünglich als Sprungbrett für Europäer, um nach ihrer Zeit in den USA eine Karriere in Europa zu starten. Mit über 130 Employers aus ganz Europa ist die diesjährige ECF die bisher größte Veranstaltung überhaupt, das Interesse an Europa und dem dortigen Arbeitsmarkt steigt zusehends. Mittlerweile zieht die ECF Top-Leute aller Nationalitäten an, besonders der Anteil der AmerikanerInnen ist in den letzten Jahren stark angestiegen.
 
Nicht-amerikanische Candidates scheinen wesentlich mobiler zu sein, als amerikanische, und denken auch laut über den Weg zurück nach Europa nach. Eine albanische Biotechnologin erzählte, dass viele ihrer amerikanischen LaborkollegInnen ihre Reisefreudigkeit nicht verstehen. Und noch dazu besitze sie kein Auto, sondern nutze öffentliche Transportmittel, was weiteres Kopfschütteln hervorrufe. Für einige ihrer KollegInnen beschränke sich der bisherige Ausbildungsweg auf den Raum Boston, Yale und zurück nach Boston.
 
Blick Richtung Europa
 
In einem Gespräch mit den Organisatoren spricht Laurent Bochereau (Verantwortlicher für „Science, Technology and Education der Delegation der Europäischen Kommission in Washington D.C.) davon, dass das heutige Forschungsumfeld in Europa und die vielen neuen Möglichkeiten in Zukunft den Brain-Drain Richtung USA vielleicht sogar einmal umkehren könnten. Die Europäische Union biete vielfältige Möglichkeiten, mit etablierten industriellen und akademischen Zentren, aber auch neuen Möglichkeiten mit enormem Wachstumspotenzial. Ein multikulturelles Umfeld, ausgezeichnete Gesundheits- und Sozialvorsorge, eine leistbare Kindererziehung und vor allem die hohe Lebensqualität sind Faktoren, die Europa für internationale ForscherInnen interessant macht.
 
Starke Impulse anderer Nationen
 
Sowohl in der traditionellen Sparte der Companies als auch in der seit 2007 existenten Science & Technology Section dominierten Aussteller aus Deutschland, Frankreich und den Niederlanden das Messeprogramm. Speziell Deutschland hat bereits eine lange Tradition durch das Partnerprogramm MIT Germany, das im Jahr der ersten MIT European Career Fair 1997 gegründet wurde. Auch Frankreich, Italien und Spanien pflegen ein MIT Partnerprogramm.
 
Besonders in der Science & Technology Section trat Deutschland geballt mit rund 30 Ausstellern als „German Cluster“ auf. Mit einer eigenen Info-Veranstaltung „Research in Germany: New Initiatives – More Opportunities“, mit Sessions zum Thema Exzellenz und Karrieremöglichkeiten in Deutschland, schien auch am Sonntag ein eigener Programmpunkt im Kalender der Messe auf.
 
Treffen österreichischer ForscherInnen
 
brainpower austria veranstaltete zusammen mit dem Office of Science & Technology und dem Verein Ascina im Rahmen der Karrieremesse ein Treffen mit österreichischen ForscherInnen. Im Mittelpunkt stand der Austausch mit einem prominenten Vertreter aus der österreichischen Forschung und Universitätslandschaft: Prof. Georg Winckler, Rektor der Universität Wien und Präsident der European University Association (EUA), der als Sprecher auf der vorabendlichen Podiumsdiskussion (zum Thema „The Global Knowledge Economy: Challenges and opportunities for EU and US research-intensive universities and their relation with industry“) geladen war.



Prof. Winckler nutzte diese Treffen, um einige offene Fragen in den Raum zu stellen und war sehr an der Meinung der Expats interessiert, was man an österreichischen Universitäten tun müsse, um sie für ForscherInnen (speziell österreichische Expats) attraktiver zu machen. Als einleitende Diskussionspunkte führte er an: Man brauche mehr Gelder und Mittel für F&E-Möglichkeiten für junge ForscherInnen; Die Universitäten seien dominant deutschsprachig; das soziale Netzwerk fehle; es gebe zwar gute Leute in Österreich, doch die Bereitschaft in neue Richtungen zu gehen sei gering; Man müsse weg vom Teacher-Centered-Learning hin zum Student-Centered-Learning. Das zentrale Thema für die ForscherInnen war der Vergleich zum amerikanischen Tenure Track, der als Karrieremodell für sie den größten Anreiz zur Rückkehr bieten würde. Laut Rektor Winckler gehe die Universität Wien genau in diese Richtung.
 
Chancen für die Zukunft
 
Die ECF 2008 war für brainpower austria ein erfolgreicher Auftakt, um auf den Forschungsstandort Österreich und verschiedene konkrete Karrieremöglichkeiten aufmerksam zu machen. Wir möchten diese Plattform weiterhin nutzen und den Auftritt nach außen hin bis zum nächsten Jahr verstärken. Ziel ist es, österreichische Unternehmen und Institutionen über die Messe zu informieren und langfristige Kooperationen aufzubauen. Gespräche mit JobanbieterInnen, ForscherInnen im Ausland und Kooperationspartnern sollen bereits im März starten. Interessierte Unternehmen sind bereits jetzt aufgerufen, sich bei brainpower austria für die ECF 2009 zu melden!
 

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