Was bietet die Universität den Studierenden? In 2006 wurden den 119777 Studierenden in Österreich 736 Diplomstudien, 179 Bakkalaureatsstudien, 278 Mastersstudien, 68 Doktoratsstudien und 8 PhD Studien geboten. (BMWF Bericht über den Stand der Umsetzung der Bologna Ziele in Österreich 2007). Hier liegt ein grundlegendes Problem im administrativen Aufwand in der Erstellung und Verwaltung aller dieser Studiengänge. Gleichzeitig wird durch die Einführung all dieser Vorschriften die Freiheit der Studierenden stark eingeschränkt. Von der laissez-faire Haltung im vorigen Millennium ist nichts übrig. Der Durchschnittsstudent ist nachweislich passiver und weniger kreativ geworden. Um die Bologna Ziele umsetzen zu können ist es freilich notwendig das Bakkalaureat einzuführen und seine Regelstruktur festzulegen. Das zwingt aber keinesfalls dazu gleichzeitig eine Liste von Bakkalaureatsstudien festzulegen. Wäre es nicht viel leichter eine Liste möglicher Vorlesungen zu erstellen und jeder Vorlesung ein Niveau zuzuordnen - im Falle des Bakkalaureates zweistufig, falls auf das Studienjahr bezogen, oder auch vierstufig (semesterbezogen)- und ein künstliches Intelligenzprogramm zu entwickeln, das europaweit funktioniert: Jeder Bakkalaureatstudent wählt unter den angebotenen Vorlesungen aus, stellt sein eigenes Studienprogramm zusammen und befragt dann seinen elektronischen Berater ob das Ausgewählte in seiner Zusammenstellung dem angestrebten akademischen Grad des Bakkalaureates entspricht. Ein solches Verfahren fordert eine eigenständige Zukunftsvision der Studierenden, ein kleiner Schritt im Wettbewerb zur Exzellenz. Außerdem ist ein solches AI Programm durch seine dynamische Natur imstande außergewöhnliches zu diagnostizieren und auf Trends zu reagieren. Erfolg im Grundstudium sollte eine Wahl des höheren Studiums erleichtern. Die individuelle Betreuung der Doktoranden wird den Professoren durch den reduzierten Aufwand in der Grundstudienadministration möglich (siehe auch Christoph Kratky: Exzellenz ist ein Kapazitätsproblem, Dialogimpulse1 (wohin gehen Österreichs Hochschulen: vom Mittelmass zur Exzellenz?). Auch das Anbieten neuer Vorlesungen, oder auch einzigartiger Vorlesungen die sich zum Beispiel aus der Zusammenarbeit eines Professors mit der Industrie ergeben, wird ermöglicht.
Zum Studienangebot gehört auch der notwendige Vorlesungsraum und das zweite Grundproblem ist die Überbelegung. Auch hier könnten neue Technologien entscheidend eingesetzt werden. Statt Studenten von überbelegten Vorlesungen abzuweisen, könnte man Videozugang schaffen und dadurch nicht nur die Situation vor Ort retten, sondern auch einige Fernstudenten annehmen. Beim Bau der drei universitären Säulen müssen wir den Standort beachten, großzügig planen und innovative Technologien auch innovativ nutzen, sodass ganz oben das Beste sich frei entfalten kann.
Innovation durch kreative Individualforschung
Julius Halaschek-Wiener, Post Doctoral Fellow am Genome Sciences Centre, BC Cancer Agency, Vancouver, Kanada.

Es ist wohl wünschenswert wie auch unvermeidbar, dass sich der Charakter der biomedizinischen Forschung im letzten Jahrhundert deutlich gewandelt hat. Gesellschaftliche Rahmenbedingungen, Förderquellen und öffentliche Erwartungshaltungen bestimmen sowohl die Richtung als auch die Tiefe universitärer aber auch industrieller Forschung.
Die Grundeinstellung der Forschung und der ForscherInnen hat sich aber vor allem in den Naturwissenschaften deutlich verändert. Forschung an modernen Universitäten hat nunmehr interdisziplinär, großtechnisch und/oder anwendungsorientiert zu sein. Diese Entwicklung vereint zwar ForscherInnen mit scheinbar unvereinbaren Interessen aus unterschiedlichsten Disziplinen, macht jedoch das Leben von WissenschaftlerInnen, die hartnäckig an sehr spezifischen Problemen arbeiten, zunehmend schwerer. ForscherInnen, die nicht innerhalb von multinationalen Netzwerken arbeiten, werden zwangsläufig ihren hyper-vernetzten KollegInnen fördergeldmäßig hinterherhinken.
Wo wären Gregor Mendel und seine großartigen Studien über die Vererbungsregeln unter diesen aktuellen Voraussetzungen? Als Forscher des 21. Jahrhunderts würde er nicht über Jahre hinweg im Klostergarten dem Gedankenversunkenen Erbsenzüchten und -zählen nachgehen. Er wäre vielmehr Mitglied eines multinationalen Konsortiums mit dem Ziel, das Genom und komplizierteste systembiologische Prozesse von Pisum sativum zu entschlüsseln. Mendels brillante Vererbungsregeln, welche immer noch Eckpfeiler moderner Biologie und Genetik sind, wären Hypothesen über Genexpression und post-translatorische Proteinmodifikationen gewichen.
Wir wollen Lösungen für dringliche Probleme des 21. Jahrhunderts, seien sie medizinischer, ökologischer oder sozialer Natur. Herausragende DenkerInnen und produktiver Intellekt brauchen Voraussetzungen, um sich entfalten zu können. Zweifellos sollen alle jene Beachtung finden, die die Grenzen unseres Wissens als Teil von vielstufigen, verschränkten Forschungsnetzwerken zurückdrängen. Manche Fragestellungen können und sollen auch nur innerhalb von Projekten mit 7-stelligen Forschungsbudgets beantwortet werden. Doch es sollen auch diejenigen anerkannt und gefördert werden, die, angetrieben von unnachgiebiger Neugierde und zielstrebiger Entschlossenheit als IndividualforscherInnen, wichtige Fragen zu beantworten suchen. Universitäten und andere öffentliche Forschungsinstitute sind die einzigen Einrichtungen, an denen diese neugier-orientierte Forschung stattfinden kann und soll. Wenn aber diese Institutionen und öffentliche Geldgeber diese Art der Forschung nicht unterstützen und fördern, dann wird sie einfach nicht stattfinden und wir, als eine globale Gesellschaft, wären um diese ärmer.
Verständlicherweise wollen BürgerInnen, mit deren Steuergeld akademische Forschung gefördert wird, von den Ergebnissen so schnell wie möglich profitieren. Die Forderung der Öffentlichkeit (PatientenInnengruppen, Regierungen etc.) nach Anwendungsorientierung, vor allem in der Biomedizin, ist daher mehr als gerechtfertigt, lässt aber kaum unbefangene Forschung zu. Dies, gepaart mit dem wachsenden Druck, Forschungsergebnisse zu vermarkten, beschränkt den Lebensraum für neugierige Forscher a la Mendel.
Einige wenige Initiativen steuern diesem Trend jedoch entgegen. So hat das Howard Hughes Medical Institute in den USA kürzlich seinen Janelia Farm Campus eröffnet. Kleinstgruppen, die nicht um externe Förderungen ansuchen dürfen, sollen frei von administrativen Bürden und externen Druck ihren Interessen folgend Forschung betreiben. Weiters initiierte die Bill & Melinda Gates Foundation ein „Grand Challenges in Global Health Programm“, das unbürokratisch kreative and unorthodoxe Ideen fördert.
Sidney Brenner, Nobelpreisträger für Medizin in 2002, spricht unverblümt über die Schattenseiten moderner biomedizinischer Forschung. Er kritisiert die „low-input, high-throughput, no-output“ Forschungsinitiativen der post-Genom Ära, die keine Innovationen hervorbringt, weil sie in einer Technologiefalle feststeckt. „Wir brauchen Forscher, die etablierte Wege verlassen und neue Fragen stellen können“, so Brenner.
Es bleibt zu hoffen, dass reine wissen-generierende ForscherInnen auch in Zukunft eine Nische für ihre Aktivitäten finden können, und dass die Forschungsförderungslandschaft um sie herum im globalen Klimawandel nicht völlig austrocknet. Forschung aus Netzwerken verändert die Welt nur in kleinen Schritten, während Quantensprünge des Wissens von einzelnen großen DenkerInnen hervorgebracht werden.
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Das Studium absolvierte Dr. Julius Halaschek-Wiener an der Universität Wien im Bereich Molekulare Genetik, sein Doktorat in der Klinischen Pharmakologie an der Medizinischen Universität Wien. Nach dem Doktorat wechselte er nach Kanada und ist derzeit am Genome Sciences Centre, BC Cancer Agency, in Vancouver als Postdoctoral Fellow tätig.
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Warum Österreich mehr in die Grundlagenforschung investieren muss.
Boris Hartmann, PostDoctoral Fellow am Mount Sinai School of Medicine im Center of Translational Systems Biology, USA.

Der wirtschaftliche Aufschwung und die Steigerung des Wohlstandes in der 2. Hälfte des 20 Jahrhunderts hatte neben anderen Faktoren hauptsächlich im technologischen Fortschritt seine Ursache. Von vielen werden die letzten zwei Jahrzehnte als eine Zeit massiven technologischen Wandels empfunden. Was auch stimmen mag, wenn man auf Gebiete wie die elektronische Kommunikation oder Ähnliches sieht. In andern unser Leben formenden Bereichen hat sich aber eigentlich nicht so viel getan. So wird, um nur zwei Beispiele zu nennen, noch immer die meiste Beförderung von Menschen und Gütern durch interne Verbrennungsmotoren welche mit fossilen Treibstoffen „beheizt“ werden bewerkstelligt. Noch immer ist eine durch eine Mutation des Influenza Virus hervorgerufenen Pandemie nicht ausschließlich Stoff für ein Horrormovie, sondern durchaus im Bereich des möglichen. Besonders mit der zu erwartenden Verknappung fossiler Brennstoffe und der daraus resultierenden Wirtschaftlichen und auch geopolitischen Konsequenzen sollte es eigentlich klar sein, dass wir diesen „technologischen Fortschritt“ auch in Österreich bitter notwendig haben. Da das volkswirtschaftliche Modell „von der nächsten Generation ausborgen“ nicht sehr nachhaltig ist, müssen wir uns wohl auch in Österreich intensiver mit Forschung und Forschungsförderung beschäftigen.
Immer wieder hört man von der Politik dass sie sich eine stärkere Beteiligung des Privatsektors an den Forschungsausgaben erwartet. Als Beispiel werden dann immer wieder die USA genannt wo die Beteiligung von privaten Investoren, Stiftungen etc. viel ausgeprägter sein soll als in Europa. Nichtsdestotrotz wird die Hauptlast in der Grundlagenforschung dort ebenfalls von der öffentlichen Hand getragen. Zwar werden gerne von privater Hand Gelder für Institutsgebäude und ähnliche Vorhaben, also hauptsächlich dort wo der edle Spender sich mit seinem Namen verewigen kann, gespendet, aber bei der tatsächlichen Finanzierung von Forschung (Gehälter, Materialien und Instrumente) muss die öffentliche Hand immer noch den Großteil aufwenden. Allerdings passiert diese Förderung mehr Projektbasiert als es in Österlich der Fall war oder noch immer ist. Eine verstärkte öffentliche Förderung, wie sie ja schon vorbildhaft der European Research Council betreibt, hätte für Österreich mehrere Vorteile. Durch die Ankurblung der Grundlagenforschung ergeben sich neue Möglichkeiten und Anwendungsgebiete, die dann auch für die Forschung und Entwicklung in der Industrie von Interesse sind, da ja diese daraus resultierende anwendungsorientierte F & E ja ein Gewinnpotential hat. Dieser technische Fortschritt schafft dann auch neue Arbeitsplätze. Universitäten oder Forschungseinrichtungen stünden im Wettbewerb um die besten Köpfe, da sich diese Einrichtungen teilweise auch über „Overhead Einnahmen“ finanzieren könnten. Nachwuchswissenschaftler wie Doktoranden oder Diplomanden stünden dann im echten Wettbewerb mit ihren Konkurrenten in den USA oder anderswo, da sie nicht für jeden Versuch die meisten Materialien von Grundauf selbst herstellen müssten, sondern Enzyme und ähnliches, deren Herstellung oft Monate dauern kann, einfach kaufen könnten. Ebenso hätten erfolgreiche Arbeitsgruppen die Möglichkeit sich neue aktuelle Geräte anzuschaffen und so wirklich einmal im direkten Wettbewerb mit ihren gut finanzierten Kollegen zu stehen. Ich bin davon überzeugt, dass eine erhöhte Förderung in der Grundlagenforschung, eigentlich nicht eine weitere Ausgabe des Staates ist, sondern vielmehr eine Investition in die mittelfristige und langfristige Zukunft. Ich meine das durchaus im wahrsten Sinne des Wortes, da ja der durch Forschung errungene technische Fortschritt ja neue Wrtschöpfungsmöglichkeiten und daher auch mehr Steuereinahmen bringen wird. Natürlich ist es für die Politik verlockender in angewandte Forschung oder in staatlicher Unterstützung von privater F&E zu investieren, da ja hier positive Ergebnisse unmittelbar zu erreichen sind und so sicherlich noch in der eigenen Legislaturperiode zu verwerten sind. Nur ist diese Einstellung ziemlich gefährlich, da ohne wissenschaftlichen Synergien zwischen Grundlagenforschungs-Institutionen und privaten eher anwendungsorientierten Forschungseinrichtungen es für den betreffenden Standort keinen Mehrwert gibt und dieser bei geringfügig veränderten Rahmenbedingungen, was oft außerhalb der Möglichkeit der Einflussnahme der nationalen Politik liegt, sehr schnell aufgeben wird. So entstand Silicon Valley nicht weil die Kalifornische Regierung High Tech Firmen, Förderungen, Land zur Betriebsansiedlung oder ähnliches zur Verfügung gestellt hat, sondern weil sich dieser Landstrich in unmittelbarer Nähe von privaten und staatlichen Forschungsinstitutionen mit hoher Innovationskraft befindet. Ich glaube, dass Österreich nur noch die nächsten 10 Jahre Zeit hat sich als potentes Innovationsland im europäischen Wettbewerb zu positionieren, da auch viele andere europäische Nationen wieder ein größeres Augenmaß auf Innovation und Forschung legen werden. Wenn wir diese Chance verpassen, kann das für unsere Volkswirtschaft aber auch für unser Selbstbild nur vom Nachteil sein.
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Dr. Boris M. Hartmann studierte Biotechnologie an der Universität für Bodenkultur. Seine Diplomarbeit über die Sensibillierungsphase und Dissertation über die inflammatorische Phase der Allergischen Kontakt Dermatose führte Hartmann am Novartis Institute for Biomedical Research durch. Seit 2006 ist er Postdoctoral Fellow am Mount Sinai School of Medicine im Center of Translational Systems Biology in New York.
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Exzellenz = Investition in die Forschungsumgebung + Förderung des Nachwuchses
Barbara Herdy, McGill University in Montreal, Kanada.

Wie werden Universitäten exzellent, oder warum sind sie es in den Augen der Welt? Die Exzellenz der Universitäten wird jährlich aufgelistet und der Bericht der „Academic Rankings of Universities“ wird begierig erwartet. Wie wird das Ranking erstellt? Die Rankinginstanz bewertet Exzellenz nach dem wissenschaftlichen Output einer Universität; wie viele Publikationen der universitätseigenen Forscher werden in renommierten Fachzeitschriften wie Nature und Science publiziert. In das Ranking wird ebenfalls einbezogen wie viele der Abgänger der Universität den Nobelpreis erworben haben. Natürlich werde auch die Größe einer Institution berücksichtigt und gewertet, damit alles fair bleibt. Nur wenige der europäischen Universitäten können mit den nordamerikanischen Elite-Universitäten mithalten. Woran liegt der große Erfolg dieser Elite-Unis?
Diese Top-Universitäten haben meist ein immenses Budget zur Verfügung. Durch hohe Studiengebühren, großzügige Spenden der Alumni, und durch staatliche Förderungen setzt sich deren unendlich scheinendes Füllhorn an Geldern zusammen. Die Fördermittel werden aber auch gewinnbringend investiert. Die meisten Universitäten sind sehr darauf bedacht eine angenehme Forschungsinfrastruktur für ihre Wissenschaftler zu schaffen. Projekte in der Grundlagenforschung werden stark gefördert, denn Nature und Science Publikationen basieren auf aufregenden neuen Entdeckungen in der Grundlagenforschung. Beste, „state of the art“ Geräte werden angeschafft und Techniker angestellt, die nur darauf trainiert sind diese hoch spezialisierten Maschinen zu bedienen. Dies gewährleistet schnelle Analysen und dadurch eine immense Zeitersparnis für die Forscher. Mit diesen Einrichtungen wird den Wissenschaftlern ein optimales Umfeld geboten, damit Daten schnell und effizient gesammelt werden können. Weiters, kann eine Vernetzungen der verschieden Disziplinen beobachtet werden, Teamarbeit ist gefragt. Kollaborationen werden aufgebaut und etabliert, um schellst möglich ein gemeinsames Ziel zu erreichen. Die Arbeit wird nach Spezialgebiet aufgeteilt. So werden Daten zügig akkumuliert und die Veröffentlichung von Publikationen wird gesteigert. Viele Universitäten veranstalten regelmäßig Konferenzen auf verschiedensten Gebieten, damit ihre Forscher auch international Kooperationen aufbauen können. Nur so kann Vernetzung passieren. Zusammenfassend bieten Elite-Universitäten einen optimalen Forschungsstandort, der mit der bestmöglichen Ausstattung brilliert und der die Etablierung von nationalen und internationalen Kommunikationsplattformen fördert.
Weiters ist es für Elite-Universitäten essentiell talentierte Nachwuchswissenschaftler zu rekrutieren. Natürlich werden die hoch umgarnten PostDocs, die zukünftigen Gruppenleiter, nur Standorte wählen, die bestens ausgestattet sind und die über genug Gelder verfügen, um sie zu unterstützen. Wer sind diese zukünftigen Forscher, wer hat sie ausgebildet, wo kommt die Elite her? Viele der Elite-Universitäten legen großen Wert auf die Ausbildung und Förderung ihres eigenen Nachwuchses. Zielgerichtete Programme werden angeboten um Studenten best möglichst in ihrer Entwicklung zu fördern und ihnen den Eintritt in die Welt der Wissenschaft zu erleichtern. Zahlreiche kompetitive Stipendien werden ausgeschrieben, wobei nationale Studenten gegeneinander konkurrieren. Internationalen Studenten wird es ebenfalls ermöglicht für spezielle Stipendien anzusuchen, diese sind jedoch meist von kürzerer Dauer und niedriger dotiert. So wird den landeseigenen Studenten ein gewisser Vorsprung gegenüber den internationalen Studenten verschafft. Regierungen verschiedenster Länder haben längst erkannt wie wichtig die Förderung des Forschungsnachwuchses ist und bieten Vergünstigungen für junge Forscher, speziell für PostDocs. In Kanada, zum Beispiel, ist es üblich dass PostDocs bis zu 5 Jahre nicht besteuert werden. Diese Steuererleichterungen und die verschiedenen Forschungsstipendien ermöglichen den PostDocs ein relativ gutes Einkommen. Dies, zusammen mit der gut ausgebauten Forschungsumgebung der Universitäten, birgt eine optimale Basis für den Beginn einer akademischen Karriere.
Viele Österreicher sind Studenten und PostDocs im Ausland. Österreicher sind höchst angesehen auf Grund ihrer Kenntnisse und ihrer Arbeitseinstellung. Viele der zukünftigen internationalen Gruppenleiter sind Österreicher, die ihre Grundausbildung in Österreich erhalten haben. Oft verlassen viel versprechende junge Wissenschaftler das Land, da sie keine Zukunft für sich in Österreich sehen. Frisch gebackene Magister, die in ein PhD Programm in Österreich eintreten wollen, bekommen zu hören, dass nur 30% Österreicher angenommen werden, denn es werden ausländische Studenten bevorzugt. Auch die PostDocs sehen einer tristen Zukunft ins Auge. Wird überraschender Weise eine Professorenstelle frei, werden Referenzen verlangt, die teilweise die Senior-Gruppenleiter des Instituts nicht erfüllen würden.
Von Außen betrachtet scheint es als würde die österreichische Regierung endlich versuchen in die Forschung zu investieren. Jedoch muss ein Umdenken stattfinden, neu gebaute Institute in der Pampa sind nicht anziehend für den Forschungsnachwuchs. Bereits bestehende Einrichtungen sollten gefördert und weiterentwickelt werden. Auch in der Nachwuchsförderung muss etwas geschehen, österreichischen Studenten und PostDocs muss wieder eine Karriere in Österreich ermöglicht werden. Es gilt zu verhindern dass die zukünftigen Eliteforscher das Land verlassen, bzw. den österreichischen Forschern im Ausland es unmöglich gemacht wird in das eigene Land zurückzukehren.
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Ihre Ausbildungs- und Studiumszeit verbrachte Mag. Barbara Herdy in Wien. Sie entschied sich für ein Biologiestudium und wählte Mikrobiologie als Spezialisierungsfach. 2003 beendet ihre Diplomarbeit bei Dr. Dieter Blaas. 2004 wanderte sie nach Kanada aus und begann ihre Dissertation im Labor von Dr. Nahum Sonenberg an der McGill Universität in Montreal.
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Ausländische Wissenschafter haben mehr zu bieten als bloß Fachwissen!
Achim Seifter, Technical Staff Member am Los Alamos National Laboratory, USA.

Seit Jahren wird in Österreich diskutiert welche Zutaten nötig sind um Forschung mit Weltklasseniveau zu betreiben (Eliteuniversität). Alle scheinen sich einig zu sein dass dieses Ziel wichtig und erstrebenswert ist. Meiner Meinung nach weiß aber keiner so genau wie wir dieses Ziel erreichen sollen. Einer der Punkte die nicht genug Beachtung finden, aber relative einfach zu adressieren wäre, ist die Visasituation für ausländische Forscher und deren Familien.
Dabei geht es nicht nur darum, dass ausländische Forscher/Wissenschafter das benötigte Fachwissen einbringen, sondern auch darum dass diese in der Lage sind die Arbeitskultur an einem Institut bzw. in einer Forschungsgruppe zu ändern.
Nach mehr als sechs Jahren in den USA ist für mich die Zusammenarbeit mit Kollegen aus allen Erdteilen ein wesentlicher Punkt der meine Arbeit hier attraktiv macht!
Es wird gesagt dass Reisen bildet; man könnte aber genauso gut behaupten, dass es der Kontakt mit fremden Kulturen ist, welcher den Beitrag zur Bildung leistet. Diese Bildung durch Kontakt mit fremden Kulturen kann Mitgliedern einer internationalen Forschungsgruppe (eine Arbeitsgruppe welcher ein gewisser Anteil an ausländischen Mitarbeitern angehört) als Nebenprodukt geliefert werden. Außerdem haben verschieden Kulturen einen verschiedenen Zugang zu gewissen Themen (die Diskussion ob Bildung vom Staat gratis zur Verfügung gestellt werden sollte; verschiedene Forschungsförderungssysteme; das Verhältnis der Gesellschaft zur Wissenschaft; etc.), unterschiedliche Arbeitsethiken, verschiedene Zugänge zu wissenschaftlichen Problemen, verschiedene Auffassung von Teamarbeit, etc. Diese Vielfalt würde zu einer wesentlichen Bereicherung der entsprechenden Arbeitsgruppe beitragen, die Möglichkeit neuer Kontakte und Kollaborationen eröffnen sowie eine Bereicherung der Forschungsdiskussion in Österreich bedeuten.
Abgesehen von dieser unmittelbaren Bereicherung durch ausländische Mitarbeiter könnte die wissenschaftliche Forschung eine Vorreiterrolle in der Gesellschaft bezüglich der Einbindung von Ausländern übernehmen. Keinem selbstkritischen und offenen Wissenschafter sollte es in den Sinn kommen ausländerfeindliche Tendenzen zu entwickeln, wenn ein Job, für den er sich beworben hat, an einen Ausländer vergeben wird; der einzige Grund sollte sein dass dieser ausländische Kollege die besseren Qualifikationen vorzuweisen hatte. Dieses Denken muss in der gesamten Bevölkerung Fuß fassen, vor allem in Hinblick auf die immer lauter werdenden Warnungen der Wirtschaftskammer, dass in Österreich in naher Zukunft eine große Anzahl an Fachkräften in allen Bildungsschichten fehlen wird (Facharbeiter, Techniker, Wissenschafter).
Sollte es der wissenschaftlichen Gemeinschaft gelingen ein Modell zur Integration von ausländischen Kollegen zu entwickeln und zu implementieren, dann kann dieses federführend für ein ähnliches Modell für Facharbeiter und Techniker werden. Außerdem kann aus der gewonnenen Erfahrung gelernt werden und die Einbindung von ausländischen Forschern als Pilotprojekt betrachtet werden.
Die neuen restriktiven Maßnahmen der USA für Bürger der Europäischen Union und anderer westlicher Länder (online Registrierung 72 Stunden vor Einreise) sollte nicht als Anlass genommen werden mit ähnlichen Schikanen von Seiten der Europäischen Union zu kontern, sondern vielmehr als Chance die Einführung großzügiger Forschungsvisa (in Verbindung mit einer Arbeits/Aufenthaltsberechtigung für Ehepartner, Versicherung, etc.) neu zu diskutieren.
In Verbindung mit den - auch für Spitzenforscher - immer restriktiveren Visabestimmungen in den USA bietet sich hier eine historische Chance, Europa als Forschungsstandort attraktiv zu machen, was natürlich nur in Kombination mit anderen Infrastrukturmaßnahmen fruchten kann!
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Nach seiner Dissertation am Institut für Experimentalphysik an der Technischen Universität Graz ging Dr. Achim Seifter 2002 nach Los Alamos, zuerst als Visiting Scientist, verbrachte 3 Jahre als Postdoc und ist nun Technical Staff Member. Er arbeitet an Material Science Experimenten unter extremen Bedingungen (Shock Physics), Inertial Confinement Fusion Experimenten und am 800 MeV Proton Beschleuniger.
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Mögliche Schritte zur Produktivitätserhöhung und Internationalisierung der österreichischen Forschung.
Robert Schiestl, Professor an der University of California Los Angeles, USA.

Die derzeitigen Probleme, die der Internationalisierung und Leistungsorientierung der österreichischen Forschung entgegenstehen sind vielfältig. Es ist jedoch in der gesamten Wissenschaftspolitik eine sehr gesunde Diskussion im Gange, die sowohl kritische Selbstreflexion als auch einen internationalen Vergleich beinhaltet. Zusammen mit einer Bewusstseinsänderung in den vergangenen 10 Jahren, die gezielt den Glauben an den Wissenschaftsfortschritt unterstützt, existiert eine bisher noch nie da gewesene Möglichkeit Änderungen ins Auge zu fassen, die eine bleibende Steigerung der Produktivität der österreichischen Wissenschaft nach sich ziehen könnte. Vorteile die diesem Unterfangen zugute kommen, sind die Überschaubarkeit des Landes und der Konsens aller politischen Richtungen, dass eine solche Produktivitätssteigerung sehr erstrebenswert ist. Im Folgenden sind einige Diskussionsanregungen dazu angeführt.
Was im Vergleich zu den USA wohl der wichtigste Schritt zur Produktivitätssteigerung in der Forschung wäre, ist ein finanzieller Anreiz für eine erhöhte Produktivität. Im Moment gibt es an der Uni. und MedUni. Wien nur einen finanziellen Zuschuss für die Lehre als Vorlesungsentgelt. Für Wissenschaftsleistungen dagegen gibt es keinen finanziellen Ausgleich. Dies führt dazu, dass Professoren, die sehr erfolgreich in der Forschung tätig sind, in manchen Fällen sogar weniger verdienen als Kollegen, die ihren Tätigkeitsschwerpunkt hauptsächlich in der Lehre gefunden haben. In den meisten US Universitäten gibt es hingegen zwei Anreize, die die Produktivität fördern. Einerseits gibt es ein Grundgehalt, das mit Forschungsgeldern aufgestockt werden kann. Dabei gilt das allgemeine Prinzip, dass je mehr Forschungsgelder eingeworben werden, desto größer ist das Zusatzeinkommen. Des Weiteren wird, zumindest im “University of California” System, jeder Professor alle drei Jahre in der Produktivität von allen anderen Professoren an seinem Institut und dem akademischen Senat, sowohl bezüglich der Forschung als auch der Lehre, bewertet. Der Hauptschwerpunkt liegt hierbei jedoch auf der Forschung. Diese Bewertung fließt in die Entscheidung für das Vorrücken in den Gehaltsstufen ein. Es gibt 9 offizielle Gehaltsstufen, wobei die sechste Stufe die Wichtigste ist die nicht alle erreichen. Zusätzlich werden in den USA Lehrveranstaltungen von Studenten mittels eines Punktesystems bewertet. Diese Bewertung fließt ebenfalls in die Diskussion um die Vorrückung in den Gehaltsstufen ein. Dadurch ist zumindest periodisch eine Qualitätskontrolle gegeben.
In Österreich wird das Gehalt des Professors und von technischen Angestellten sowie beschiedene Institutsmittel gedeckt. Somit kann eine bescheidene Forschungsgruppe aufrechterhalten werden, ohne dass der verantwortliche Professor jemals um Drittmittel angesucht hat. Hingegen könnte man sich ein Modell zur Produktivitätssteigerung vorstellen, in dem es Bedingung ist für Drittmittel anzusuchen um Institutsmittel zu erhalten. Institutsmittel würden schwerpunktmäßig solche Forscher unterstützen, die normalerweise Drittmittel erhalten, aber im Moment einem finanziellen Engpass erleiden. Ganz allgemein ist auch in den USA die Universität sehr daran interessiert, dass Forschungsgelder eingeworben werden, da die Universität hiervon beträchtliche “Overhead” Raten bezieht. Dieses könnte wiederum auch an österreichischen Universitäten zu allen möglichen Anreizen führen, Forscher zu unterstützen, die um Drittmitteleinwerbung bemüht sind.
Andererseits gibt es einen eklatanten Mangel an Unterstützung und Stellen für Nachwuchswissenschafter(innen). Dies hat dazu geführt dass eine ganze Generation von Nachwuchswissenschafter(innen) ausgewandert ist.
Eine weitere Möglichkeit, zusätzlich eine Produktivitätssteigerung zu erzielen, ist eine verstärkte Einbeziehung von namhaften österreichischen Wissenschafter(innen) aus dem Ausland in die österreichische Forschung. Dadurch wird ein Zugang zu Strategien, die in ausländischen, oftmals wesentlich komplexeren Wissenschaftssystemen zum Erfolg geführt haben, ermöglicht. So gibt es z.B. seit 2002 einen Verein österreichischer Wissenschafter(Innen) in Nordamerika (ASCINA), der zunehmend an Mitgliedern gewinnt und bereits annähernd 1000 Mitglieder stark ist. Zudem existiert seit geraumer Zeit „Brainpower Austria“, eine Organisation die sich mit der Rückführung österreichischer Talente aus dem Ausland und mit der Kooperation mit österreichischen Wissenschaftlern im Ausland befasst. ASCINA und Brainpower Austria kooperieren in verschiedenster Weise miteinander und haben dadurch erfolgreich beigetragen österreichische Wissenschaftler für die Weiterführung ihrer Karriere nach Österreich zurückzuholen. Ein wesentlicher Schritt in Richtung einer internationalen Kooperation war zu dem die Einrichtung eines Gastprofessorenforschungsprogramms für das österreichische Wissenschafter im Ausland ansuchen können. Dadurch kann ein ausländischer Forscher in Österreich eine Arbeitsgruppe aufbauen, und mit der im Ausland gesammelten Expertise, vorherrschend in Kooperationen mit österreichischen Forschern, zur Gesamtproduktivität des “Gastinstitutes” beitragen. Andererseits haben dadurch auch Forscher am Gastinstitut in Österreich Zugang zu den Materialien und Einrichtungen am ausländischen Institut. Des Weiteren können in den USA junge, österreichische Kollegen in Form von „PostDoc“-Programmen ausgebildet werden, die dann nach einer Rückkehr nach Österreich möglicherweise eine Stelle in der Arbeitsgruppe des Gastprofessors oder in anderen Arbeitsgruppen, die in Zusammenarbeit stehen, finden. Insgesamt sollte diese Initiative zur internationalen Verknüpfung und Produktivitätssteigerung in Österreich beitragen.
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Dr. Schiestl ist Professor für Pathologie, Environmental Health und Strahlungsonkologie und erlangte1983 sein Doktorat in Biologie und Genetik an der Universität Wien. Zuvor war er als Dozent und außerordentlicher Professor an der Harvard School of Public Health tätig, am Institut für Cancer Cell Biology. Er ist Mitglied des UCLA Cancer Center, des UCLA Center of Occupational and Environmental Health und Mitglied des Führungsgremiums des UCLA Interdepartmental Program in Molecular Toxicology (Faculty Advisory Committee). Er ist auch Co-PI und Mitglied des Exekutivkomitees des UCLA Center for Biological Radioprotectors.
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Sandra Haudek, Baylor College of Medicine, USA.

Frauen müssen sich – ob wir es nun akzeptieren wollen oder nicht – zwischen Top-Karriere und Familie entscheiden. Der Tag hat nicht genug Stunden um sich beiden Aufgaben optimal widmen zu können. Selbst mit Hilfe eines unterstützenden Partners und/oder verbesserter innerbetrieblicher Flexibilität ist es nur wenigen möglich, Familie und anspruchsvollen Beruf zu vereinen; eine Seite (oder gar beide) wird zwangsmäßig vernachlässigt. Meist entscheidet sich die Frau dann doch für die Familie.
Dies scheint ungerecht; aber haben wir schon einmal überlegt, dass Männer die gleiche Entscheidung treffen müssen? Auch der Mann hat nur ein begrenztes Potential, das nicht erlaubt sich hundertprozentig auf beide Aufgaben erfolgreich konzentrieren zu können. Meist entscheidet sich der Mann dann doch für den Beruf.
Meiner Meinung nach liegt der Ursprung des Problems größtenteils im gesellschaftlichen Ansehen. Eine Frau, die nicht Zeit mit ihren Kindern verbringt, ist eine „schlechte Mutter“. Ein Mann, der viel arbeitet, und gut verdient, ist ein „erfolgreicher Vater“. Beide Rollenbilder dominieren immer noch unsere Berufsentscheidungen, speziell in ländlichen Gegenden. Es gibt immer noch nicht genug Gegenbewegungen, die diese Images gezielt herausfordern. Solange diese Rollenbilder weiterhin unsere gesellschaftliche Akzeptanz leiten, werden Frauen in höheren Leitungspositionen weiterhin unterrepräsentiert sein.
Zwei grundlegende Schritte zur Erhöhung der Partizipation von Frauen in Schlüsselstellen sollten angestrebt werden:
1) Allen Maßnahmen, welche die gesellschaftlichen und beruflichen Rollenbilder von Mann und Frau verändern, sollte höchste Priorität zugeschrieben werden. Der „Mann am Herd“ muss ein besseres Image bekommen. Die „Frau am Entscheidungstisch“ muss respektiert werden. Männer sollten sich nicht schämen müssen, „Hausmann“ zu sein. Den Frauen sollte kein schlechtes Gewissen eingeredet werden, wenn ihre Kinder den Tag in Kinderbetreuungseinrichtungen verbringen. Frauen wehren sich mit Recht gegen das Argument, dass sie von Natur aus für Familienerhaltung verantwortlich sind. Warum wird nicht gegen die uralte Rolle des Mannes als Haupt-Geldeinbringer gewettert?
Wir alle, nicht nur Eltern und Lehrer, auch Medien und Politik müssen sinnvoll und gezielt zusammen arbeiten, um die Rollen der Geschlechter in unserer Gesellschaft grundlegend zu verändern und den heutigen Ansprüchen anzupassen. Es ist darauf zu achten, dass diese Rollenumwälzung in den verschiedenen Gesellschaftsschichten gleichzeitig implementiert wird, nicht nur im Bereich der höheren Ausbildung.
2) Die derzeitige Österreichische Politik ist erfreulicherweise sehr fokussiert Frauen gezielt zu fördern und ich kann deren Unterstützung nur befürworten. Initiativen wie Frauenquote, Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen, höheres Gehalt für weibliche Mitarbeiter, bessere Rahmenbedingungen, Frauen Mentoring Programme, etc., sind absolut wichtig und unerlässlich um Frauen in ihrer beruflichen Karriere zu fördern.
Jedoch, wo sind Initiativen die es dem Mann ermöglichen sich seiner Familie mit Erfolg zu widmen? Ich vermisse Parallel-Initiativen welche es dem Mann erleichtern, sich zwischen Familie und Top-Karriere zu entscheiden. Ich nenne zur zwei Gründe warum „Männerinitiativen“ ebenso wichtig wie „Fraueninitiativen“ sind. Erstens, es ist auch das Recht des Mannes mehr Zeit mit der Familie zu verbringen, und es sollte ihm diese Möglichkeit nicht verwehrt werden. Zweitens, ein logistischer Grund, um es der Frau zu erleichtern eine berufliche Top-Karriere anzustreben, muss jemand anderer - der Mann - den Platz in der Familie einnehmen. Ansonsten gibt es bald gar keine Familien mehr.
Unter Mitwirkung der Politik und Industrie sollten daher derzeitige Initiativen noch stärker forciert werden, die es dem Mann erlauben sich für Familie zu entscheiden. Es sollten Schwerpunkte gelegt werden, die den Bedürfnissen und Interessen von Männern bei der Entscheidung „Beruf oder Familie“ besser gerecht werden. Generell sollten Männer ebenso die Möglichkeit attraktiver Teilzeitstellen und Flexibilität am Arbeitsplatz haben, sowie ein unumstrittenes Recht auf Vaterschutz, beziehungsweise Karenzurlaub. Wichtig ist dabei, dass verstärkt Initiativen gesetzt werden, die den Mann motivieren diese Angebote ohne berufliche Nachteile auch wirklich anzunehmen, um somit mehr Zeit für Familie (und infolgedessen mehr Zeit für die Frau in ihrer Karriere) zu schaffen.
Fazit, damit Frauen den Männern gleichgestellt werden können, müssen die Männer auch den Frauen gleichgestellt werden!
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Dr. Sandra B. Haudek, promovierte 1997 an der TU-Wien (Technische Chemie / Biochemie) und arbeitet heute in der Medizinischen Forschung. Im Zuge ihres Doktoratstudiums kam sie 1995 nach Dallas Texas (UT Southwestern Medical School) wo sie auch später ihre Postdoc Zeit verbrachte. Heute ist sie Junior Faculty am Baylor College of Medicine in Houston Texas und forscht an Stammzelltherapien im Herzen. In ihre Freizeit trainiert sie gemeinsam mit ihrem Holländischem Ehemann Rob Turnier Standard Tanzen.
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Wird der Brain Drain auch nur annähernd ernstgenommen?
Ingo Forstenlechner, Assistant Professor an der United Arab Emirates University (UAE).

Ich möchte vorausschicken, ich bin Auslandsösterreicher und hatte bisher keinen Kontakt mit österreichischen Universitäten. Ich habe vor einiger Zeit begonnen, darüber nachzudenken wie es wäre, in Österreich an einer Uni tätig zu sein und angefangen, viele Emails zu schreiben, viele Menschen viele Dinge zu fragen und möchte nun in diesem Beitrag mein bisheriges Verständnis darlegen. Ich hoffe, ich liege in so gut wie allen Punkten falsch. Das wäre schön. Ich ersuche um Ihre geschätzte Meinung, damit ich besser verstehe, wie es wirklich ist und für meine Zukunftsplanung weiß, ob Österreich beruflich gesehen eine ernstzunehmende Option sein könnte.
Zugegeben, mein Forschungsgebiet heilt keine Krankheiten und schafft keine Patente. Ich beschäftige mich mit Themen wie Organizational Behaviour oder Insititutional Theory. Ich kenne aber auch genug Menschen, die sich mit Krebsforschung und ähnlichen Themen beschäftigen und die vom österreichischen Uni System in Stich gelassen, nun in Kanada, Großbritannien, den USA oder sonst wo Karriere machen. Und was für eine Karriere und zu welcher Entlohnung... Dieselben Menschen, denen in Österreich eine Stelle für ein Doktorat verwehrt wurde, mit dem Hinweis auf Mittelknappheit oder Stellenstreichungen.
Soweit es jedoch meinen Forschungs- und Lehrbereich betrifft - der einzige in dem ich mich halbwegs auskenne - erscheint Österreich leider auch als keine reale Option und ich ersuche um Korrektur, in welchem der folgenden Punkte ich falsch liege:
- Der Großteil der Professoren an österreichischen Unis in meinem Bereich publiziert in deutschsprachigen Journals, ohne jegliche Auseinandersetzung mit dem, was im Rest der Welt passiert. Die wenigen Artikel, die in englischsprachigen Journals publiziert werden, findet man zumeist im unteren Bereich der Qualitätsskala z.B. der im Rest der Welt relativ unumstrittenen ABS Liste oder jener von Harzing[1]. Wenn ich nach dieser Liste vorgehe, kommen die meisten Professoren insgesamt auf weniger Punkte als durchschnittliche Forscher in Großbritannien, die noch lange nicht Professor sind. Unter den österreichischen Professoren scheint der Schwerpunkt auf deutschsprachigen Artikeln und vor allem auf Büchern zu liegen, allerdings viele ohne Peer Review bzw. Beiträge in offensichtlich kommerziell orientierten Zeitschriften.
- Soweit ich Bewerbungsverfahren in Österreich verstehe, kann man sich entweder um eine Stelle als Assistent bewerben (für die man noch keinen PhD braucht) oder um den Full Professor. Dazwischen gibt es nichts, ganz im Gegensatz zu z.B. Irland, wo es sowohl für Lecturer als auch Senior Lecturer Stufen „below“ and „above bar“ gibt. Falls das der Realität entspricht, wäre das ebenfalls sehr schade, denn es schließt einen Großteil der jüngeren Forscher, die nicht mehr ganz neu, aber doch fähig sind, schlicht und einfach aus.
- Aus den Gehaltstabellen der Gewerkschaft öffentlicher Dienst kann ich sehen, dass ein Direktor eines Gymnasiums mehr verdient als ein Full Professor, und dass das Höchstgehalt bei etwa EUR 3.500 netto liegt. Sollte das stimmen, würde ein Forscher am Beginn seiner Karriere in UK oder Irland bereits mehr verdienen als ein Professor in Österreich am Ende der Karriere. Mein letztes Jobangebot in Großbritannien – und ich bin am Anfang meiner Karriere – war etwa EUR 4.500 netto, an einer netten Uni am Land, wo die Lebenskosten noch weit niedriger sind als das oft in diesem Zusammenhang erwähnten in London.
- Die Lebensläufe einiger in meinem Bereich tätiger Forscher in Österreich zeigen überraschend viele Menschen, die de facto Ihre Uni seit Studienbeginn (!) nie verlassen haben, sowie immer wieder einige Hausberufungen.
- Ebenso erstaunt bin ich von der nicht vorhandenen Bereitschaft von Professoren, meine Fragen zu offenen Stellenangeboten zu beantworten, obwohl deren Name in den Ausschreibungen erwähnt wird. Nach dem achten Mal und dem achten Professor habe ich aufgegeben.
- Das Thema Habilitation erscheint mir ebenfalls als ein sehr guter Schutz, um unter sich zu bleiben, genau wie deutschsprachige Publikationen und Hausberufungen. Dass der „Markt“ (=Publikationen) eigentlich diese Auswahl treffen sollte, wäre auch ein Denkanstoss.
Im OECD Bericht von 2005 (DuMont und Lemaitre) lese ich von über 70.000 Österreichern in den USA und um die 20.000 in jeweils Großbritannien, Kanada und Australien. Ich weiß nicht wie viele, aber einige davon sind sicherlich hoch qualifiziert und an Universitäten tätig. Ich persönlich kenne nur 10 dieser Österreicher, die sich in Österreich um eine Unistelle beworben haben und abgelehnt wurden und nun im Ausland für Ihre Forschung gerne und gut bezahlt und gefördert werden.
Es wäre schön, wenn jemand darüber nachdenkt, warum das alles so ist und was man dagegen tun kann. Noch schöner wäre es natürlich, wenn dies einfach nur mein bisheriger, falscher Eindruck wäre und in keinster Weise etwas mit der Realität zu tun hat.
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Dr. Ingo Forstenlechner erhielt sein Doktorat von der Universität Cranfield (UK) und ist derzeit Assistant Professor an der United Arab Emirates University (UAE). Er lehrt und publiziert im Themenbereich Human Resource Management mit Schwerpunkt auf Humankapitalentwicklung und professionelle Dienstleister. Seine Forschung ist stark praxisorientiert und eng verbunden mit Consultingprojekten v.a. für Regierungen im arabischen Raum. Vor seiner Zeit im universitären Bereich war Ingo Forstenlechner 5 Jahre in der Kanzlei Freshfields in der Humankapitalentwicklung in London tätig.
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Forschungskooperation mit Entwicklungsländern
Markus Pscheidt, HORIZONT3000, die österreichischen Organisation für Enwicklungszusammenarbeit, Mosambik.

Ich möchte einen Input zur Forschungskooperation zwischen Österreich und Entwicklungsländern geben. Ich bin seit 3 Jahren über die österreichische Organisation HORIZONT3000 als Entwicklungshelfer in Mosambik tätig und schreibe zugleich an meiner Dissertation.
Der österreichische Forschungsdialog wird vermutlich hauptsächlich mit anderen Industrieländern geführt, was verständlich ist; hier sind Finanzen vorhanden; Partner, die für kommerzielle Zwecke an Forschungsresultaten interessiert sind. Renommierte Universitäten sind in Industrieländern.
Forschungskooperation mit Entwicklungsländern scheint in Österreich keine große Rolle zu spielen. Es gibt sicherlich vereinzelte Institute an verschiedenen Universitäten, die Forschungsprojekte im Zusammenhang mit Entwicklungszusammenarbeit (EZA) durchführen. Aber es scheint keine organisierte Plattform zu geben, um sich als Land Österreich hier einen Namen zu machen, wie das in anderen Ländern üblich ist (z.B. die schweizerische Kommission für Forschungspartnerschaften mit Entwicklungsländern: www.kfpe.ch). Weitere Vorreiter sind Schweden (tja, wieder mal die Skandinavier), Kanada, Niederlande.
Dabei könnte es wohl eine Win-Win Situation für alle Beteiligten sein: Zu den Schlüsselakteuren in einem Forschungsdialog zwischen Entwicklungsländern und Industrieländern gehören:
1. natürlich die Forschung: Universitäten in Österreich und in Entwicklungsländern
2. die österreichische Entwicklungszusammenarbeit: ADA: Austrian Development Agency, und NGOs wie HORIZONT3000, (auch kirchliche Organisationen und Pfarren unterhalten viele Beziehungen)
3. internationale Organisationen, die an globalen Themen interessiert sind wie UNO (Milleniumsziele als Orientierung für globale Entwicklung), EU (Töpfe für Forschungszusammenarbeit mit Entwicklungsländern), etc.
Da wir ja schließlich doch alle am selben Kontinent leben, und die Mehrzahl der Bevölkerung unter schlechten Bedingungen lebt, ist es offenbar eine Notwendigkeit, Bildung in Entwicklungsländern zu fördern, damit sich Entwicklungsländer allmählich selbst helfen können. Forschung spielt hier eine Rolle, um die lokalen Probleme lösen zu können. Weiters hat Forschung eine nicht zu unterschätzende Breitenwirkung: Von der Lösung eines Problems können viele profitieren.
Den Wissenschaftsstandort Österreich sollte es stärken, wenn man sich hier (in Nischen) etablieren kann. Es sollte die Reputation stärken, an der Lösung globaler Problem mitzuwirken. Was die Finanzen angeht, müsste eine koordinierte Vorgehensweise es leichter machen, Mittel aufzustellen. Immer wieder kommt die Forderung nach mehr Mittel für Entwicklungszusammenarbeit auf: Stichwort 0,7 % des BIP. Auch was den Effekt des Forschungsdialogs mit dem Süden angeht, könnte eine nationale Plattform positiv wirken.
Der Forschungsdialog mit Entwicklungsländern sollte den kulturellen Austausch fördern und der österreichischen Wissenschaft Zugang zu talentierten Forschern öffnen – nicht um den Brain Drain zu verschärfen, sondern um beide Seiten zu stärken.
Als weiterer Effekt durch eine Intensivierung der Beziehungen zwischen Österreich und Entwicklungsländern im Bereich der Forschung können möglicherweise wirtschaftliche Beziehungen entstehen.
Die Form der Zusammenarbeit kann unterschiedlich aussehen. Beispielsweise bilaterale und multilaterale Zusammenarbeit zwischen einer oder mehreren österreichischen/europäischen Unis mit einer oder mehreren Unis in Entwicklungsländern.
Eine weitere Variante ist die Kombination von EZA-Einsätzen österreichischer Fachkräfte mit einer Forschungsarbeit (Dissertation, PostDoc). Solche Einsätze von einzelnen Personen können sich in ein Programm der EZA eingliedern, um möglichst Ziele von sowohl Forschung als auch EZA abzudecken.
EZA-Projekte und könnten mit Sicherheit oft von einer Forschungskomponente profitieren. Ein Thema, das sich durch viele Projekte und Einsätze zieht, ist die Nachhaltigkeit von erzielten Resultaten: Nach Ablauf eines Projektes ist es nicht die Regel, dass bleibende positive Effekte bestehen bleiben können. Ich habe den Eindruck, dass hier die Forschung viel leisten könnte. Da es oft nicht genug Wissen bzw. Literatur gibt, wie man die komplexen Herausforderungen in den Griff bekommen kann, wäre es wichtig, Erfolge und Misserfolge wissenschaftlich zu analysieren, um graduell Abläufe zu verbessern.
Die Betätigungsfelder sind weit und können sich an den Milleniumszielen orientieren. Die Länder, in denen man aktiv sein möchte, können sich an den Schwerpunktländern der österreichischen EZA orientieren bzw. an bereits bestehenden Beziehungen zwischen Organisationen in Österreich und jenen in Entwicklungsländern.
Zusammenarbeit auf Forschungsebene (wie auf jeder anderen Ebene) zwischen Industrieländern und Entwicklungsländern sollte als Zusammenarbeit angelegt sein. Der verständliche Zugang zu allen Aspekten der Beziehungen zwischen Industrie- und Entwicklungsländern ist die Vorstellung einer unidirektionalen Hilfe wie das auch in den Worten Entwicklungshilfe und Entwicklungshelfer zum Ausdruck kommt. Unbestreitbar investieren Industrieländer mehr absolute finanzielle Mittel in Entwicklungszusammenarbeit, und wissenschaftliche Forschung ist höher entwickelt. Aber um es rein praktisch zu betrachten: Lösungskonzepte, die für den Kontext in Industrieländern entwickelt wurden, können nicht ohne Adaptierung in Entwicklungsländern umgesetzt werden. Auch können neuartige Probleme auftreten. Es ist also die Zusammenarbeit nötig, um Wissen zu transferieren und Wissen entstehen zu lassen.
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Nach seinem Studium der Telematik an der Technischen Universität Graz war DI Markus Pscheidt im Bereich der Entwicklung von Informationssystemen tätig. Seit 2005 ist er bei HORIZONT3000, der österreichischen Organsation für Enwicklungszusammenarbeit, als Entwicklungshelfer beschäftigt und befindet sich derzeit an der Universidade Católica de Moçambique in Mosambik, Afrika. Sein Aufgabengebiet umfasst die Implementierung von Informationssystemen. Diese Tätigkeit ist seit kurzem kombiniert mit der Erstellung einer Dissertation an der Radboud Universität Nijmegen in den Niederlanden.
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