Blutzentrale Linz – mehr als „nur“ Blut spenden

Univ.-Prof. Dr. Heinz Redl
LBI für experimentelle u.
klinische Traumatologie
Prim. Dr. Christian Gabriel
Österr. Rotes Kreuz,
Landesverband OÖ
Seit mehr als 50 Jahren deckt der Blutspendedienst des Oberösterreichischen Roten Kreuzes den klassischen Blutspendebereich ab, in dem jährlich 75.000 Blutspenden verarbeitet werden. Hinter den Kulissen befinden sich auch umfangreiche Labor-, Forschungs- und Behandlungseinrichtungen, denn Blutspenden bedeutet gleichzeitig auch Forschung. In den letzten Jahren hat sich die Blutzentrale Linz zu einem der modernsten Institute Europas mit Schwerpunkt auf Stammzell- und Gewebeeinlagerung (Nabelschnur- und Gewebebank) und der molekularen Diagnostik entwickelt.
 
Forschen im Netzwerk
 
Die Blutzentrale Linz hat Mitte 2003 mit dem Ludwig Boltzmann Institut für Experimentelle und Klinische Traumatologie/ AUVA Forschungszentrum ein gemeinschaftliches Forschungs- und Entwicklungslabor in Linz, Scharitzerstraße, errichtet.
Neben ihrer Hauptaufgabe, der Versorgung mit Blutkonserven, besitzt die Blutzentrale große Erfahrung in der Zellaufbereitung und der Entwicklung neuer Tests. Unter Reinraum-Bedingungen bietet die Einrichtung die Möglichkeit, sämtliche Gewebe für die klinische Anwendung aufzubereiten und einzulagern. So werden bereits Amnien, Herzklappen und Hornhaut routinemäßig in der Gewebebank abgearbeitet. Somit sind alle wesentlichen Voraussetzungen der Herstellung von Zelltherapeutika in Oberösterreich angesiedelt. Mit dem Ludwig Boltzmann Institut konnte ein Partner gefunden werden, der sowohl am Sektor Schock und Sepsis als auch in den Bereichen Wundheilung und Geweberegeneration international präsent ist. Zusätzlich wurde 2006 der Forschungscluster für Geweberegeneration zwischen dem Ludwig Boltzmann Institut für experimentelle und klinische Traumatologie, Forschungsgruppen der medizinischen Universität Wien, der Bernhard Gottlieb Universitätszahnklinik und dem Oberösterreichischen Roten Kreuz gegründet.
Die Ziele dieser Kooperationen sind ein besseres Verständnis der Regeneration von Weichteilen, Knorpel, Knochen und Nerven und darauf aufbauend die bessere therapeutische Unterstützung durch neue bzw. verbesserte Behandlungsmethoden. Die Forschungsaufgaben ergeben sich aus den therapeutischen Notwendigkeiten und dem nachweislichen Nutzen für PatientInnen.
 
Der Standort Scharitzerstraße – eine internationale Adresse
 
Derzeit umfasst der Standort Scharitzerstraße ca. 400 m² Labor- und 120 m² Büroflächen.
9 MitarbeiterInnen (3 DissertantInnen, 3 Biomedizinische AnalytikerInnen, 2 Wissenschaftlerinnen, 1 Praktikant), darunter StudentInnen aus internationalen Austauschprogrammen, sind dort auf dem Gebiet der Erforschung der Geweberegeneration tätig. Die Schwerpunkte liegen in der Isolation und Charakterisierung von Stamm- und Vorläuferzellen aus alternativen und ethisch unbedenklichen Quellen wie Fett, Amnion, Nabelschnur und  Nabelschnurblut. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf der Erforschung der unterstützenden Eigenschaften von sogenannten mesenchymalen Stammzellen und insbesondere von Amnion mit seinen hervorragenden Merkmalen (bakteriostatisch, antiphlogistisch, antifibrotisch, reepithelialisierend oder wundschützend). Weiters ist das Kooperationslabor in zwei europäische Forschungsprojekte des 6. und 7. Rahmenprogramms (Hippocrates, Angioscaff) eingebunden. Das Linzer Kooperationslabor ist einer der Zellexperten im European Network of Excellence „EXPERTISSUES“, zu dem auch weitere Forschungsgruppen aus über 20 Ländern aus den Sparten Biomaterialforschung, Polymerchemie, Proteinchemie, Bioinformatik, Rapid Prototyping, Biomechanik etc. gehören, mit denen ein reger Austausch stattfindet. Außerdem ist das Labor auch Teil des europäischen Marie-Curie-Trainingsnetzwerkes.
 
Karrieremöglichkeiten
 
Aktuell gibt es offene Stellen im Forschungsbereich und im Entwicklungs- und Produktionsteam:
Mehr Informationen zu den einzelnen Stellen finden Sie in der brainpower-austria-Jobbörse.

Interessierte BewerberInnen können sich direkt wenden an:
Sonja Höfer (Tel.: +43 732 777 000 202, Email.: sonja.hoefer@blutz.o.redcross.or.at) Blutzentrale Linz, Österreichisches Rotes Kreuz, Landesverband Oberösterreich.

(Juni 2008)

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