Mit Qualität zum Erfolg: Kompetenzzentrum für Pharmaceutical Engineering startet in Graz

Die beiden Geschäftsführer Univ.-Prof. Dr. Johannes Khinast (links) und Dr. Thomas K. Klein (rechts)
Mit der Einrichtung eines Kompetenzzentrums für Pharmaceutical Engineering wird Graz zum Zentrum eines neuen Forschungsfelds in Südost-Europa. Die Research Center Pharmaceutical Engineering GmbH (RCPE GmbH) ist ein außeruniversitäres Zentrum für anwendungsorientierte Forschung auf dem Gebiet der pharmazeutischen Prozess- und Produktentwicklung, das die Grundlagen für eine schnellere und günstigere Medikamentenentwicklung und -herstellung liefern soll. Dreizehn Institute aus vier Organisationen, nämlich der TU Graz, Joanneum Research, der Karl-Franzens-Universität und der Österreichischen Akademie der Wissenschaften kooperieren mit fünfzehn Unternehmen der Pharmabranche. Das neue Kompetenzzentrum hat im Juli 2008 seine operative Tätigkeit aufgenommen mit dem Ziel, die Produkt- und Prozessentwicklung im Pharmabereich zu optimieren.


Quality-by-Design

„In der Pharmaindustrie läuft die Produkt- und Prozessentwicklung meist nach dem Prinzip »trial and error«“, erklärt Univ.-Prof. Dr. Johannes Khinast, wissenschaftlicher Geschäftsführer des Kompetenzzentrums und Leiter des Instituts für Ressourcen schonende und Nachhaltige Systeme der TU Graz. Pharma-, Biopharma- und Diagnostikunternehmen müssen sich heute noch nie da gewesenen Herausforderungen stellen. Zwar werden mit der zunehmenden Alterung der Bevölkerung mehr Medikamente verschrieben, paradoxerweise sinkt jedoch die Zahl der neu auf den Markt kommenden Medikamente drastisch.
Das Ziel des neuen Kompetenzzentrums besteht darin, Probleme in der Entwicklung und Herstellung neuer Medikamente zu bewältigen, indem neue Technologien etabliert werden. „Die Entwicklung eines Medikamentes kostet allerdings rund ein bis zwei Milliarden Dollar – mit Pharmaceutical Engineering könnten diese Kosten gesenkt werden“. „Quality-by-Design“, heißt das Schlagwort. „Das ist ein neuer Ansatz – damit steht ein Paradigmenwechsel auch in Hinblick auf die Zukunft von Produktzulassungen vor der Tür“. Mit diesem neuen Ansatz sollen Unternehmen ihre Produkte künftig flexibler, effizienter und schneller auf den Markt bringen können. Dabei soll aber auch ganz selbstverständlich auf die spezifischen Wünsche der Firmen eingegangen werden.

Ursache und Wirkung

Die molekulare Entdeckungsphase und die Sicherheit in der klinischen Evaluierung sind entscheidend dafür, moderne Therapieformen auf den Markt zu bringen. Universitäten und Industrie haben zur selben Zeit aber wenig in Wissenschaft und Technologie investiert, um die Kosten der Entwicklungs- und Herstellungsschritte zu reduzieren. Mit Herbst läuft an der TU Graz ein Masterstudium in Pharmaceutical Engineering an, die Studieninhalte korrelieren mit der Arbeit des Kompetenzzentrums. „Neben Grundlagen und pharmazeutischer Prozesstechnik werden auch moderne Konzepte zur Produktentwicklung vermittelt“, so Johannes Khinast.
Neben der Einführung dieses in Europa einzigartigen Masterstudiums soll die RCPE GmbH aber auch noch andere durchaus erwünschte „Nebenwirkungen“ mit sich bringen, nämlich eine schnellere, wissenschaftlich fundierte Entwicklung neuer Produkte und die Stärkung des Standortes Österreich auf den Gebieten Life Science, Humantechnologie und Engineering.

Karrieremöglichkeiten am RCPE

Innerhalb der nächsten drei Jahre rechnet das Kompetenzzentrum mit der Entstehung von 80 neuen Arbeitsplätzen für ForscherInnen aus dem In- und Ausland. „Wir sind uns bewusst, wie wichtig Mitarbeiterzufriedenheit für einen lang anhaltenden Unternehmenserfolg ist. Durch flexible Arbeitszeiten sowie verschiedene Teilzeitmodelle wollen wir unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Balance zwischen Berufs- und Privatleben erleichtern“, so Dr. Thomas K. Klein, kaufmännischer Geschäftsführer der RCPE GmbH.

Karrierechancen in F&E ergeben sich speziell für VerfahrenstechnikerInnen, BiotechnologInnen, ChemikerInnen, PhysikerInnen, PharmazeutInnen oder SpezialistInnen aus artverwandten Disziplinen. Darüber hinaus bietet die RCPE GmbH ihren MitarbeiterInnen auch die Möglichkeit, die Projektarbeit mit dem Abschluss ihrer akademischen Arbeiten (Diplomarbeiten, Dissertationen) zu verbinden.

Für folgende Projekte und Themenbereiche werden derzeit Post Docs mit und ohne Berufserfahrung gesucht:

Nähere Informationen finden Sie in der brainpower-austria Jobbörse und in Kürze auf der gerade im Aufbau befindlichen Website des Unternehmens unter http://www.rcpe.at/. Interessierte BewerberInnen können sich direkt an Univ.-Prof. Dr. Johannes Khinast (khinast@tugraz.at) wenden.

Aktuell werden auch DiplomandInnen für die Themenbereiche Wirkstoffbeladene Mikropartikel: Herstellung, Qualitätssicherung und Partikelengineering; Herstellung von Wirkstoffemulsionen zur Partikelbildung bzw. Schnelle und Moderne Messverfahren für die Analyse und Qualitätssicherung Pharmazeutischer Partikel gesucht!

Studierende der Richtungen Technische Chemie, Verfahrenstechnik, Maschinenbau, Physik und verwandte Disziplinen können sich direkt an Mag. Simone Gritzner (simone.gritzner@tugraz.at | Tel: +43 (316) 873 – 9704), Bereichsleitung „Organisation & HR“, wenden!

(September 2008)


Ein Programm desbmvitBundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie        Durchgeführt von derFFG