Im Portait: Dr. Brenda Laky

Gut essen gegen den Krebs
 
Die Frage, woher ihr englisch klingender Name kommt, wird der gebürtigen Österreicherin Brenda Laky oft gestellt. Doch die Antwort ist ganz einfach: „Laky kommt eigentlich aus dem Ungarischen und meinen Namen Brenda haben meine Eltern von einer amerikanischen Verwandten übernommen, die zum Zeitpunkt meiner Geburt in Österreich gewesen ist“, sagt die Ernährungswissenschaftlerin.
 
From Austria to Australia - and back
 
Gerade ist sie aus Australien zurückgekehrt, wo sie vier Jahre über den Zusammenhang zwischen Krebs und Ernährung forschte und wo ihr Name nicht weiter auffiel. Jetzt muss sich Brenda Laky nicht nur wieder an die Fragen nach ihrem Namen gewöhnen, sondern auch an das Leben in Österreich im Allgemeinen: „Das dauert länger als ich mir gedacht habe. In Australien herrscht einfach eine andere Mentalität als in Österreich. Weniger Hierarchie, mehr Eigenständigkeit – ich kann das nur schwer in Worten fassen – aber ich bin gerne wieder ins Heimatland gekommen und habe auch vor zu bleiben“, betont sie.
 
Zusammenhang zwischen Mangelernährung und Krebs
 
An der Universität von Queensland in Brisbane untersuchte die 34-jährige für ihre Dissertation, ob gynäkologische Krebspatientinnen schon vor ihrer Erkrankung bzw. dem Behandlungsbeginn mangelernährt waren. Sie erhob dafür den Ernährungsstatus – und fand Verblüffendes heraus: Rund 20% der Patientinnen wiesen Merkmale einer Mangelernährung auf. Auch konnte Brenda Laky durch ihre Untersuchungen zeigen, dass der schlechte Ernährungszustand und die Lebensqualität mit der Länge des Spitalaufenthalts zusammenhängen.
 
Von Kreuzblütlern und Kohlsprossen
 
Doch wie kommt man überhaupt auf so ein interdisziplinäres Forschungsgebiet? „Ich hatte eigentlich nie eine Vorstellung davon, was ich einmal werden will als Kind. Aber Ernährung hat mich schon immer interessiert. Einerseits weil ich viel Sport treibe – Snowboarden ist meine Passion, aber ich laufe auch viel – und andererseits weil ich mich schon seit meinem 15. Lebensjahr vegetarisch ernähre“, erklärt Brenda Laky ihr Interesse.
Auf das Thema Krebs und Ernährung stieß Brenda Laky dann schon während ihres Studiums. Nach der Matura in Güssing und einem Jahr als Au-Pair in den USA begann sie 1994 ihr Studium der Ernährungswissenschaften in Wien, das sie 2001 mit einer Diplomarbeit am Krebsforschungsinstitut abschloss. Damals untersuchte sie die Schutzwirkungen von bestimmten Kreuzblütlern – zu denen Kresse, Kohlsprossen aber auch Brokkoli und Kohlrabi gehören – bei bestimmten Krebsarten im menschlichen Organismus.
 
Angebot aus Australien
 
Wichtige praktische Erfahrungen im medizinischen Bereich konnte sie dann bei ihrem ersten Job nach dem Studium sammeln, als sie für eine Firma ein Gewichtsreduktionskonzept von und für ÄrztInnen vertrat. Doch Brenda Laky wollte wieder zurück ins Forschungsleben und schrieb sich 2003 an der Universität Wien für Medizinische Wissenschaften ein.
2004 bekam sie dann ein Angebot, bei einer klinischen Studie über Mangelernährung bei gynäkologischen Krebspatientinnen im australischen Brisbane mitarbeiten zu können. „Diesem Angebot konnte ich natürlich nicht widerstehen. Mein Bruder ist in der Ausbildung zum Mediziner und hatte dafür auch einige Monate in Australien im gynäkoonkologischen Bereich gearbeitet. Er war daher der Hauptmotivator, die ‚Nutrition Study’ in Australien zu beginnen“, erklärt sie ihren damaligen Entschluss, ihre Dissertation im Ausland zu schreiben. 2005 konnte sie ihre Forschungsarbeit dann mit einem Stipendium der University of Queensland finanzieren, wo sie im Mai 2008 ihre Dissertation einreichte.
 
Ernährung nach den 5 Elementen
 
Auch in Österreich hat Brenda Laky, unterstützt von brainpower austria, bereits einige Ergebnisse ihrer Forschungsarbeit vorgestellt. Derzeit plant sie ihre weitere berufliche Zukunft: „Ich möchte eigentlich weiter im Bereich klinischer Studien arbeiten. Aber aus finanziellen Gründen werde ich mich wohl eher für Pharmafirmen entscheiden“, sagt sie pragmatisch. Aber Brenda Laky hat noch viele weitere Zukunftspläne. Sie denkt beim Thema Gesundheit und Ernährung nämlich nicht nur interdisziplinär, sondern auch interkulturell: Neben ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit interessiert sie sich auch für komplementäre Heilmethoden, wie beispielsweise die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM). Diese setzt eine ausgewogene und gesunde Ernährung zur Vorbeugung schwerer Krankheiten schon seit Jahrtausenden ein. Und weil mittlerweile immer mehr westliche MedizinerInnen TCM gezielt in ihre Behandlungskonzepte integrieren, darf man auf Brenda Lakys zukünftige Forschungsergebnisse gespannt sein.

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