Im Portrait: Susanne Seitinger, MCP, MAS

Stadträume neu denken, weltweit
 
„Ich bin in Österreich, in den USA und in Australien aufgewachsen.“ Schon bevor sie aufs Gymnasium kam, hatte sie drei Kontinente kennen gelernt. Die Stadtplanerin Susanne Seitinger, MCP, MAS, wurde 1978 in Wien geboren, doch schon 1980 zog die Familie nach Chicago, wo ihr Vater als Handelsdelegierter bei der Wirtschaftskammer Österreich arbeitete. Acht Jahre danach ging es nach Sydney, und vier Jahre darauf zurück nach Wien. Hier besuchte Susanne Seitinger das Theresianum, wo sie 1997 die Matura machte.
Das Interesse für ihr Wissenschaftsgebiet, Raumplanung und Städtebau, hat seinen Ursprung also in der Kindheit mit den vielen Umzügen. „Schon als Kind und als Jugendliche habe ich mit Begeisterung neue Städte erkundet“, erzählt sie. Und auch später scheute sie Umzüge nicht. Direkt nach der Matura ging Susanne Seitinger auf die Princeton University, wo sie ihren BA in Architektur machte. Die nötige Praxis holte sie sich bei einem Bauträger für sozialen Wohnungsbau in New York. 
 
Interaktion zwischen Mensch und Stadt
 
2002 kam Susanne Seitinger dann ans renommierte Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge, wo sie bis heute forscht. „Raumplanung und Städtebau beinhalten sehr viele spannende Themen“, erklärt Susanne Seitinger ihr Interesse für ihr Fachgebiet. Ihre Forschungsthemen waren „Technopoles“ (Technolgie- und Innovationsparks) und Städtebau sowie interaktive Spielplätze. Seit 2006 arbeitet Susanne Seitinger nun an ihrem PhD, im Bereich interaktive Beleuchtung und Gestaltung öffentlicher Räume. „Ich habe mich darauf spezialisiert, wie Stadt- und Raumplanung durch neue Technologien erweitert werden können. Zum Beispiel kann man öffentliche Räume durch interaktive Technologien für eine dynamischere Interaktion zwischen Menschen und Stadt entwickeln. In diesem Bereich interessiert mich vor allem die spielerische Verwendung von ‚ambient information systems’.“ Den Menschen von außen umgebende, umfließende Informationssysteme können in Susanne Seitingers Forschungstätigkeit zum Beispiel „urban pixels“ sein: programmierbare Beleuchtungssysteme.
 
Smart Cities” der Zukunft
 
„Gebäude und Städte können auf produktive Weise mit lebendigen Körpern verglichen werden“, heißt es auf der Homepage von „Smart Cities“, der ForscherInnen-Gruppe, bei der Susanne Seitinger mitarbeitet. Was beim ersten Hören vielleicht etwas nach Science Fiction klingt, hat den Anspruch, sich mit „real-world problems“ zu beschäftigen, wie sie sagt. Ihre Gruppe ist im MIT am Media Lab beheimatet, das sich auf die Fahnen geschrieben hat, sich die Zukunft nicht vorzustellen, sondern sie bereits jetzt zu leben. Dieser Anspruch wird auch eingelöst. Die Smart Cities Group und die City Design & Development Group am Department of Urban Studies and Planning haben etwa für die spanische Stadt Zaragoza an einem Konzept zur World Expo gearbeitet. Und dies ist nur eines unter vielen Beispielen weltweit, bei denen ForscherInnen vom Media Lab an konkreten Projekten arbeiten – in Zusammenarbeit mit StadtplanerInnen.
 
Sponsoren auf der Universität treffen
 
Auf einer gemeinsamen Veranstaltung von brainpower austria und dem Netzwerk ASCiNA (Austrian Scientists and Scholars in North America) berichtete Susanne Seitinger Ende 2008 in Wien von ihren bisherigen Erfahrungen am Media Laboratory, die durch eine enge Zusammenarbeit zwischen VertreterInnen der Wirtschaft und ForscherInnen gekennzeichnet sind. Ihre Anreise wurde durch einen Speakers Grant von brainpower austria ermöglicht.
Wer als Kind schon drei Kontinente kennen gelernt hat, der ist auch später flexibel, was den Wohn- und Arbeitsort betrifft. Dies gilt zumindest für Susanne Seitinger. „Ich kann mir gut vorstellen, in Österreich oder auch im Ausland zu leben“, bekräftigt sie, „aber ich werde auf alle Fälle erst einmal meinen PhD in den USA abschließen.“ Städte, die sie danach noch erkunden und ein Stück weit auch verändern kann, gibt es schließlich genug – weltweit.
 
 

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