Die 1960 gegründete Ludwig Boltzmann Gesellschaft (LBG) ist eine private Trägerorganisation für Forschungseinrichtungen in Österreich. Heute besteht die LBG aus 17 Ludwig Boltzmann Instituten (LBI) und sieben Clustern, die in zwei Hauptthemen Spitzenforschung auf internationalem Niveau betreiben: in der Humanmedizin und in den Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften. Wir sprachen mit Geschaftsführerin Claudia Linger zum Wachstum der LBI, Forschung und aktuellen Karriereoptionen.
Drei neue LBI in 2010
„Nach einer umfassenden Organisationsreform 2002 werden (LBI) ausschließlich aufgrund von Ausschreibungen und mit internationalem Begutachtungsverfahren eingerichtet. Die dritte Ausschreibung der Ludwig Boltzmann Gesellschaft LBG zur Gründung neuer Institute im Jahr 2008/09 war ein großer Erfolg“, resümiert Claudia Linger. „Insgesamt langten 47 Anträge bei uns ein, von denen zehn Bewerber von uns eingeladen wurden, Langfassungen ihrer Konzepte auszuarbeiten.“ Das Resultat sind drei neue Institute, die im Lauf des Jahres 2010 eröffnet werden: Das LBI für Lungengefäßforschung an der Medizinischen Universität Graz, das LBI für Neulateinische Studien an der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck und das LBI für Archäologische Prospektion und Virtuelle Archäologie mit Sitz in Wien. Für die drei neuen LBIs stehen 18 Millionen Euro für mit sieben Jahre befristete Laufzeit zur Verfügung.
Attraktives Forschungsumfeld: Interdisziplinär und translational
„Ein besonderes Merkmal von Ludwig Boltzmann Instituten ist die Kooperation mit institutionellen Partnerorganisationen.“ Ludwig Boltzmann Institute forschen nach klar definierten Fragestellungen, erschließen interdisziplinäre Forschungsgebiete. „Dadurch bieten sie sowohl für etablierte Wissenschafter als auch für Nachwuchsforscher ein attraktives Umfeld.“
Für die Leitung neuer Institute werden vorzugsweise jüngere WissenschaftlerInnen gesucht, die Führungsverantwortung für ein Team von 15 bis 20 Personen übernehmen wollen. NachwuchsforscherInnen können im Rahmen der LBG dissertieren oder sich habilitieren. Die Kooperation und Partnerschaft mit den Universitäten ist wesentlich für eine außeruniversitäre Forschungsorganisation wie die LBG. Alle PartnerInnen sollen profitieren – so werden etwa neue Forschungsbereiche aufgegriffen oder bestehende verstärkt, es werden gemeinsame Publikationen erstellt und schließlich wird durch den Austausch bzw. die Übernahme gut ausgebildeter MitarbeiterInnen durch die PartnerInnen deren Attraktivität als ArbeitgeberInnen für internationale ForscherInnen erhöht.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der translationalen Forschung, also der Arbeit an der Schnittstelle zwischen Grundlagen- und angewandter Forschung. Auch die Schaffung von Netzwerken spielt für die LBG eine zentrale Rolle: „Die Ludwig Boltzmann Gesellschaft versteht sich auch als Mittlerin zwischen Disziplinen, zwischen verschiedenen Ländern und zwischen Forschung und Industrie. Diese Offenheit in Kombination mit modernem Management, transparenten Strukturen und klaren Zielsetzungen erlaubt es uns, unseren Auftrag auch optimal zu erfüllen, nämlich durch partnerschaftliche Forschung nachhaltigen Nutzen für die Menschen zu schaffen.“
Internationale Kooperationen
Die Zusammenarbeit mit forschungsdurchführenden (universitär und außeruniversitär) und forschungsanwendenden Organisationen (Unternehmen, Institutionen aus dem öffentlichen Bereich etc.) ist für die LBG seit jeher wesentlich. „Die Ludwig Boltzmann Institute arbeiten in strategischen Partnerschaften mit Unternehmen bzw. Institutionen zusammen, die spezifische Fragestellungen in die Forschungsarbeit einbringen und das gemeinsame Forschungsprogramm mitdefinieren“, erzählt Claudia Linger. „Dadurch ist auch die unmittelbare Anwendbarkeit der Ergebnisse für die Partner garantiert, die ohne eine derartige Kooperation ihre Forschungsvorhaben nicht verwirklichen könnten. Zusätzlich erhält die gemeinsame Forschungsarbeit noch mehr Aktualität, Relevanz und Qualität.“
Auch in den drei neuen LBI sind eine Reihe an Partnerorganisationen beteiligt, wie z.B. die Akademie der Wissenschaften, die Pharmafirmen Bayer und NebuTec, die Universität Freiburg, das Pontificio Comitato di Scienze Storiche im Vatikan, die Universität Birmingham oder das Swedish National Heritage Board.
Karrierechancen und aktuelle Stellenausschreibungen
Interessierte BewerberInnen können sich direkt an Frau Isabella Königsstetter, Personalwesen, wenden: 01/513 27 50-18 oder isabella.koenigsstetter@lbg.ac.at.
Details zur Stellenausschreibung finden Sie in der brainpower austria-Jobbörse bzw. auf den Websites der jeweiligen Ludwig Boltzmann Institute.
(April 2010)