ESC 2026 Wirtschaftsimpuls – Jobs und Chancen für Wiener Unternehmen

52 Millionen Euro Wertschöpfung, 550 zusätzliche Vollzeitstellen, 88.000 Extra-Besucher: Der Eurovision Song Contest 2026 ist nicht nur ein Musikfest, sondern ein massiver Wirtschaftsimpuls für Wien. Welche Branchen profitieren und wie Unternehmen sich positionieren können.

Das Wichtigste in Kürze

  • Gesamtkosten ESC 2026: Rund 36 Millionen Euro
  • Erwartete Wertschöpfung: 52 Millionen Euro
  • Multiplikator: Jeder investierte Euro bringt 1,70 Euro zurück
  • Zusätzliche Besucher: 88.000 (davon 54.300 Hotelgäste)
  • Tourismusausgaben: 21 Millionen Euro
  • Beschäftigungseffekt: 550 Vollzeitstellen für ein Jahr
  • Geschätzter Werbewert: 730 Millionen Euro

Die EcoAustria-Studie im Detail

Das Wirtschaftsforschungsinstitut EcoAustria hat im Auftrag des Tourismus-Ministeriums die wirtschaftlichen Auswirkungen des ESC 2026 berechnet. Die Ergebnisse zeigen: Der Contest ist ein Gewinngeschäft für Wien.

Die Besucherströme

Besuchergruppe Anzahl Charakteristik
Hotelgäste mit mehrtägigem Aufenthalt 54.300 Internationale ESC-Fans, Delegationen
Privatunterkünfte (Airbnb etc.) 10.000 Jüngere Besucher, Gruppen
Tagestouristen 23.000 Besucher aus Umland und Nachbarländern
Journalisten & Crew ~3.000 Akkreditierte Medienschaffende
Gesamt ~88.000

Die Finanzströme

  • Veranstaltungskosten: 36 Millionen Euro (davon 5 Mio. von EBU)
  • Tourismusausgaben: 21 Millionen Euro
  • Gesamter Nachfrageimpuls: 57 Millionen Euro
  • Resultierende Wertschöpfung: 52 Millionen Euro
  • Steuern und Abgaben: 22 Millionen Euro

Welche Branchen profitieren am meisten?

Die EcoAustria-Studie identifiziert die Gewinner-Branchen:

Branche Effekt Konkrete Chancen
Hotellerie Sehr hoch 88.000 zusätzliche Nächtigungen, höhere Preise
Gastronomie Hoch Restaurants, Cafés, Catering für Events
Kreativwirtschaft Hoch Bühnenbau, Technik, Design, Produktion
Handel Mittel Souvenirs, Mode, Lebensmittel
IT & Medien Mittel Streaming, Apps, Content-Produktion
Transport & Logistik Mittel Transfers, Equipment-Transport
Sicherheitsdienste Mittel Event-Security, Personenschutz

Konkrete Geschäftschancen

Für Hotels und Unterkünfte

  • Preisgestaltung: ESC-Woche erlaubt Premiumpreise – aber nicht übertreiben
  • Pakete schnüren: Übernachtung + Public Viewing + Stadtführung
  • Internationale Gäste: Englischsprachiges Personal einplanen
  • Verlängerte Aufenthalte: Pre- und Post-ESC-Angebote
Praxis-Tipp:
2015 verzeichnete Wien im ESC-Monat Mai 1,3 Millionen Nächtigungen. 79% der ESC-Journalisten bewerteten Wien als „besser“ oder „viel besser“ als frühere Austragungsorte. Diese Reputation aufrechtzuerhalten ist das beste Marketing.

Für Gastronomen

  • Standort nutzen: Nähe zu Stadthalle und Rathausplatz ist Gold wert
  • Extended Hours: Shows enden spät – Late-Night-Gastronomie gefragt
  • Catering-Aufträge: Side-Events brauchen Verpflegung
  • Themen-Menüs: ESC-inspirierte Speisen und Drinks

Für Kreative und Techniker

  • ORF-Aufträge: Produktion, Bühnenbau, Lichttechnik
  • Side-Events: Über 80 Veranstaltungen brauchen Ausstattung
  • Content-Creation: Social Media, Livestreams, Dokumentationen

Für den Einzelhandel

  • ESC-Merchandise: Offizielle Produkte stark nachgefragt
  • Wien-Souvenirs: Internationale Gäste kaufen Mitbringsel
  • Convenience: Snacks, Getränke, Regenschirme für Outdoor-Events

Beschäftigungseffekte

Der ESC schafft Arbeit – temporär, aber substanziell:

Bereich Geschätzte Stellen Art der Beschäftigung
Produktion & Technik ~200 Wochen bis Monate, Fachkräfte
Gastgewerbe ~150 Aushilfen für ESC-Woche
Security ~100 Event-Sicherheit, temporär
Indirekte Effekte ~100 Zulieferer, Dienstleister
Gesamt (VZÄ) ~550 Umgerechnet auf Vollzeit-Jahresstellen
Gut zu wissen:
Die 800 Volunteers sind in dieser Berechnung nicht enthalten, da sie unentgeltlich arbeiten. Sie sind jedoch ein wichtiger Faktor für den reibungslosen Ablauf.

Der unbezahlbare Werbewert

Neben den direkt messbaren Effekten bringt der ESC einen enormen Werbewert für Wien:

  • TV-Reichweite: 170 Millionen Zuseher weltweit
  • Social Media: Milliardenfache Interaktionen
  • Journalisten vor Ort: 1.700 akkreditierte Medienschaffende
  • Geschätzter Medienwert: 730 Millionen Euro (EBU-Schätzung für Basel 2025)

Diese Präsenz in den Medien ist mit klassischer Werbung kaum zu erreichen. Wien präsentiert sich einer globalen Zielgruppe als weltoffene, kulturaffine Metropole.

Nachhaltige Effekte

Der ESC wirkt über die Event-Woche hinaus:

Image-Transfer

  • Wien als Musik- und Kulturstadt gestärkt
  • Moderne, weltoffene Positionierung
  • Attraktivität für LGBTQ+-Tourismus erhöht

Infrastruktur-Verbesserungen

  • Upgraded Stadthalle-Technik
  • Verbesserte Barrierefreiheit
  • Erfahrung für künftige Großevents

Wiederkehrende Besucher

  • Erstbesucher kehren als Touristen zurück
  • Positive Erfahrungen werden weiterempfohlen
  • Wien bleibt in der Erinnerung verankert

Die Kostenaufteilung

Die 36 Millionen Euro Gesamtkosten teilen sich auf:

Kostenstelle Geschätzter Betrag
Stadthallen-Miete ~12 Mio. Euro
Personal ~6,6 Mio. Euro
Künstlergagen ~5 Mio. Euro
Technik ~4 Mio. Euro
Sonstiges ~8,4 Mio. Euro

Die Stadt Wien stellt ein Budget von bis zu 22,6 Millionen Euro bereit – 5,6 Millionen mehr als 2015. Der Rest kommt vom ORF und der EBU.

Vergleich mit ESC 2015

Kennzahl ESC 2015 ESC 2026 (Prognose)
Wertschöpfung 38 Mio. Euro 52 Mio. Euro
Hotelbetten ~65.000 ~82.000
Side-Events ~80 80+
Zufriedenheit Journalisten 79% „besser/viel besser“ Ziel: übertreffen
Fazit: Der Eurovision Song Contest 2026 ist für Wien nicht nur ein kulturelles Highlight, sondern ein handfestes Wirtschaftsprogramm. Mit einem Multiplikator von 1,7 fließt für jeden investierten Euro das 1,7-fache an die Wirtschaft zurück. Unternehmen in Gastronomie, Hotellerie, Kreativwirtschaft und Handel sollten sich frühzeitig positionieren, um von den 88.000 zusätzlichen Besuchern zu profitieren.

Quellen