Photovoltaik-Förderung 2026 in Österreich – EAG Investitionszuschuss und Fördercalls

Der erste Fördercall für Photovoltaikanlagen 2026 startet am 23. April – mit einem Budget von 40 Millionen Euro. Nach dem Auslaufen des Nullsteuersatzes im März 2025 sind die EAG-Investitionszuschüsse wieder das wichtigste Förderinstrument für PV-Anlagen. Privatpersonen erhalten bis zu 160 Euro pro kWp, für europäische Komponenten gibt es einen Zusatzbonus von bis zu 20 Prozent.

Das Wichtigste in Kürze

  • Erster Fördercall: 23. April bis 11. Mai 2026
  • Budget erster Call: 40 Millionen Euro
  • Fördersatz Kategorie A (bis 10 kWp): 160 €/kWp
  • Fördersatz Kategorie B (10-20 kWp): 150 €/kWp
  • Made-in-Europe Bonus: Bis zu +20%
  • Stromspeicher nur mit PV-Anlage förderbar

Fördercall-Termine 2026

Für das Jahr 2026 sind drei Fördercalls gesetzlich verankert. Der erste Call im April hat das größte Budget – wer eine PV-Anlage plant, sollte diesen Termin nicht verpassen.

Fördercall Zeitraum Budget
1. Fördercall 2026 23. April – 11. Mai 2026 40 Mio €
2. Fördercall 2026 Juni 2026 (Termin folgt) Wird bekannt gegeben
3. Fördercall 2026 Oktober 2026 (Termin folgt) Wird bekannt gegeben

Fördersätze nach Anlagengröße

Die Förderung richtet sich nach der Engpassleistung der PV-Anlage. Je nach Kategorie gelten unterschiedliche Fördersätze:

Kategorie Anlagengröße Fördersatz Budget 1. Call
A Bis 10 kWp 160 €/kWp (fix) 5 Mio €
B 10 – 20 kWp 150 €/kWp (fix) 5 Mio €
C 20 – 100 kWp Nach Förderbedarf Gesamtbudget
D 100 – 1.000 kWp Nach Förderbedarf Gesamtbudget
Rechenbeispiel:
Eine typische Hausanlage mit 10 kWp erhält bei Kategorie A eine Förderung von 10 × 160 € = 1.600 Euro. Mit Made-in-Europe Bonus für Module und Wechselrichter sind bis zu 1.920 Euro möglich.

Made-in-Europe Bonus

Wer auf europäische Wertschöpfung setzt, wird belohnt. Der Made-in-Europe Bonus wurde 2025 eingeführt und gilt weiterhin:

  • +10% für PV-Module aus europäischer Produktion (EWR + Schweiz)
  • +10% für Wechselrichter aus europäischer Produktion
  • +10% für Stromspeicher mit europäischer Wertschöpfung

Die OeMAG führt eine „White List“ mit Komponenten, die die Kriterien erfüllen. Hersteller können ihre Produkte durch eine akkreditierte Konformitätsbewertungsstelle zertifizieren lassen.

Stromspeicher-Förderung

Stromspeicher werden nur in Kombination mit einer neuen PV-Anlage oder PV-Erweiterung gefördert – eine reine Speichernachrüstung ist nicht förderfähig. Die Anforderungen:

  • Mindestkapazität: 0,5 kWh pro kWp der PV-Anlage
  • Maximale Förderkapazität: 50 kWh
  • Gleichzeitige Errichtung mit der PV-Anlage

So funktioniert die Einreichung

Die Antragstellung erfolgt ausschließlich online über das EAG-Portal der OeMAG. Das Verfahren läuft in drei Schritten:

1. Projekt vorbereiten (jederzeit)

  • Einspeisezählpunkt beim Netzbetreiber beantragen (unbedingt vorab!)
  • Projekt im EAG-Portal anlegen
  • Alle Genehmigungen einholen

2. Ticketziehung (nur am ersten Tag des Fördercalls)

  • Ticket im Ticketportal ziehen
  • Ticketzeitpunkt gilt als Einreichzeitpunkt
  • Für Kategorie A und B entscheidet der Einreichzeitpunkt (First-come-first-served)

3. Antrag einreichen (bis Ende des Fördercalls)

  • Projekt mit Ticket verknüpfen
  • Alle Unterlagen hochladen
  • Antrag abschicken
Wichtig:
Am ersten Tag des Fördercalls ist nur die Ticketziehung möglich – keine Projekteinreichung! Legen Sie Ihr Projekt unbedingt vorher im Portal an, um am Stichtag schnell reagieren zu können.

Zu- und Abschläge auf die Förderung

Anlagetyp Zu-/Abschlag
Innovative PV (Parkplatzüberdachung, Lärmschutzwand, Agri-PV) +30%
Made-in-Europe Module/Wechselrichter +10% je Komponente
Made-in-Europe Stromspeicher +10%
Freifläche/Grünland (ohne Ausnahme) -25%

Nullsteuersatz ausgelaufen – was bedeutet das?

Der Nullsteuersatz auf PV-Anlagen unter 35 kWp ist seit 1. April 2025 Geschichte. Beim Kauf einer Photovoltaikanlage fällt wieder der reguläre Umsatzsteuersatz von 20% an. Die EAG-Investitionsförderung wurde dafür wieder voll aktiviert und soll diesen Nachteil ausgleichen.

Wirtschaftlichkeit:
Trotz des Wegfalls des Nullsteuersatzes bleiben PV-Anlagen eine lohnende Investition. Die Kombination aus Investitionszuschuss, hohem Eigenverbrauch und eingesparten Stromkosten führt weiterhin zu attraktiven Renditen – oft deutlich über klassischen Sparformen.

Checkliste für die Fördereinreichung

  • ☐ Einspeisezählpunkt beim Netzbetreiber beantragt (33-stellig, beginnt mit AT00)
  • ☐ Alle Genehmigungen vorhanden
  • ☐ Projekt im EAG-Portal angelegt
  • ☐ Angebot von befugter Fachfirma eingeholt
  • ☐ Bei Speicher: Mindestens 0,5 kWh/kWp
  • ☐ Am Fördercall-Tag: Ticket ziehen
  • ☐ Bis Call-Ende: Antrag einreichen
Rechtlicher Hinweis:
Auf Förderungen besteht kein Rechtsanspruch. Die Vergabe erfolgt nach den jeweiligen Reihungskriterien, bis das Budget erschöpft ist. Details auf eag-abwicklungsstelle.at.
Fazit: Der erste PV-Fördercall 2026 am 23. April bietet das größte Budget des Jahres. Wer eine Photovoltaikanlage plant, sollte jetzt mit den Vorbereitungen beginnen: Zählpunkt beantragen, Angebote einholen und Projekt im Portal anlegen. Mit dem Made-in-Europe Bonus lässt sich die Förderung um bis zu 20% steigern.

Quellen