Nachhaltige Unternehmen in Österreich 2026 - 5 Vorreiter der grünen Wirtschaft

Nachhaltigkeit ist längst kein Nischenthema mehr, sondern zentral für den wirtschaftlichen Erfolg. Immer mehr österreichische Unternehmen setzen auf umweltbewusste Produkte und Prozesse. Wir stellen fünf Vorreiter vor, die zeigen, wie Wirtschaftlichkeit und Umweltschutz Hand in Hand gehen.

Green Tech als Wirtschaftsmotor

Österreich hat sich als führender Standort für Green Tech etabliert. Die Umwelttechnikbranche umfasst über 2.700 Unternehmen mit rund 51.500 Beschäftigten und einem Umsatz von mehr als 15 Milliarden Euro. Im Eco-Innovation Index der EU belegt Österreich 2024 den dritten Platz. Die Exportquote von über 70% zeigt die internationale Wettbewerbsfähigkeit.

Die hohe Innovationskraft zeigt sich auch bei Start-ups: Die aktuelle Erhebung „Green Tech Startups Austria 2025“ zählt 215 junge Unternehmen im Bereich Umwelt- und Klimaschutz - ein Plus von zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr. Wien und Graz dominieren als Gründungszentren. Das Green Tech Valley in der Steiermark und Kärnten vereint 300 etablierte Unternehmen.

1. Voestalpine - Grüner Stahl durch Wasserstoff

Der Linzer Stahlkonzern Voestalpine ist einer der weltweit größten Stahlproduzenten und gleichzeitig Vorreiter bei der Dekarbonisierung. Das Projekt „H2Future“ in Linz ist die weltweit größte Pilotanlage für Wasserstoff-Elektrolyse in der Stahlindustrie. Ziel ist die CO2-freie Stahlerzeugung durch den Einsatz von grünem Wasserstoff anstelle von Kohle.

Die Voestalpine investiert massiv in Technologien zur CO2-Reduktion und konnte ihre Position im Nachhaltigkeitsranking österreichischer Unternehmen deutlich verbessern. Die Bemühungen zur Dekarbonisierung sind wegweisend für die gesamte Branche und tragen erheblich zur globalen Reduktion von Treibhausgasen bei. Der Transformationsprozess hin zur grünen Stahlproduktion wird mehrere Jahrzehnte dauern und erfordert Investitionen in Milliardenhöhe.

2. AMAG - Nachhaltiges Aluminium

Die AMAG Austria Metall AG aus Ranshofen hat sich auf nachhaltige Aluminiumproduktion spezialisiert. Aluminium ist zwar energieintensiv in der Herstellung, lässt sich aber nahezu unbegrenzt recyceln. Die AMAG setzt verstärkt auf Recyclingaluminium und modernste Technologien zur Energieeinsparung. Der Energiebedarf für Recycling beträgt nur 5% der Primärproduktion.

Der Fokus auf verantwortungsvollen Ressourcenumgang hat das Unternehmen auf einen Spitzenplatz in Nachhaltigkeitsrankings katapultiert. Die Produkte finden Einsatz in der Automobilindustrie, der Luftfahrt und im Verpackungsbereich - überall dort, wo Gewichtsreduktion zur CO2-Einsparung beiträgt. Das Unternehmen verfolgt ambitionierte Klimaziele und will seine Emissionen kontinuierlich senken.

3. Giesswein - Nachhaltige Mode aus Tirol

Das Tiroler Familienunternehmen Giesswein produziert seit 1954 hochwertige Wollbekleidung und Schuhe. Das Besondere: Alle Materialien stammen aus nachwachsenden Rohstoffen, und die Produktion findet vollständig in Österreich statt. Die kurzen Transportwege reduzieren den CO2-Fußabdruck erheblich.

Giesswein setzt auf Transparenz in der Lieferkette und faire Arbeitsbedingungen. Die Wolle stammt aus kontrolliert biologischer Tierhaltung, und innovative Materialien wie „Woolwalker“ kombinieren traditionelle Handwerkskunst mit modernem Design. Das Unternehmen zeigt, dass nachhaltige Mode nicht nur möglich, sondern auch wirtschaftlich erfolgreich sein kann. Die Produkte werden international verkauft und genießen einen exzellenten Ruf.

4. druck.at - Grüne Druckerei

Das niederösterreichische Unternehmen druck.at aus Leobersdorf demonstriert, dass auch die Druckbranche nachhaltig sein kann. 98% der Produkte werden in Österreich gefertigt, wobei ausschließlich vegane Bio-Farben zum Einsatz kommen. Sonnenstrom deckt den Großteil des Energiebedarfs. Auch die Logistik wurde auf Nachhaltigkeit optimiert.

Druck.at trägt das österreichische CSR-Gütesiegel und das österreichische Umweltzeichen. Die Kombination aus regionaler Produktion, umweltfreundlichen Materialien und erneuerbarer Energie macht das Unternehmen zum Vorbild für die gesamte Branche. Die Kunden können ihre Druckaufträge mit gutem Gewissen erteilen.

5. Wolf Nudeln - CO2-neutrale Lebensmittelproduktion

Der steirische Nudelhersteller Wolf Nudeln war weltweit der erste Nudelproduzent, der seine Produkte in Papierverpackungen anbot. Die hauseigene Biogasanlage ermöglicht eine CO2-neutrale Produktion. Rohstoffe wie Hartweizen und Dinkel stammen aus Österreich, die Eier aus dem hofeigenen Hühnerstall. Diese Kreislaufwirtschaft minimiert Transportwege und Emissionen.

Das Unternehmen zeigt, dass Nachhaltigkeit in der Lebensmittelproduktion ganzheitlich gedacht werden kann - von der Rohstoffbeschaffung über die Energieversorgung bis zur Verpackung. Wolf Nudeln ist damit Pionier für die nachhaltige Transformation der Lebensmittelindustrie und Vorbild für andere Produzenten.

Weitere nachhaltige Vorreiter

Neben den genannten Unternehmen gibt es in Österreich zahlreiche weitere Nachhaltigkeitspioniere. Andritz liefert nachhaltige Technologien für Wasserkraftwerke und die Zellstoffindustrie. Alpla fokussiert sich auf Kreislaufwirtschaft bei Kunststoffverpackungen und setzt verstärkt auf Recycling-Kunststoffe. Zumtobel entwickelt energieeffiziente LED-Beleuchtungssysteme, die den Stromverbrauch drastisch senken.

Infineon und Linde bauen in Villach eine Anlage für nachhaltig erzeugten Wasserstoff, mit der die Chip-Produktion klimaneutral wird. Das Green Tech Valley in der Steiermark und Kärnten vereint 300 Unternehmen und 20 globale Technologieführer. Hier entstehen innovative Lösungen für Erneuerbare Energien und Kreislaufwirtschaft, die weltweit exportiert werden.

CSRD: Neue Berichtspflichten ab 2026

Die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) der EU verpflichtet Unternehmen zu umfassender Nachhaltigkeitsberichterstattung. Ab 2026 müssen auch börsennotierte Klein- und Mittelunternehmen ESG-Daten (Environment, Social, Governance) nach einheitlichen Standards veröffentlichen. Die Berichte werden extern geprüft.

Diese Transparenzpflichten erhöhen den Druck auf Unternehmen, ihre Nachhaltigkeitsbemühungen zu intensivieren. Gleichzeitig schaffen sie Vergleichbarkeit und ermöglichen Investoren und Konsumenten informierte Entscheidungen. Unternehmen, die bereits jetzt auf Nachhaltigkeit setzen, sind für diese Anforderungen besser gerüstet.

Förderungen für nachhaltige Unternehmen

Unternehmen, die auf Nachhaltigkeit setzen, können von zahlreichen Förderungen profitieren. Die FFG fördert Forschung und Entwicklung im Bereich Green Tech. Das COMET-Programm unterstützt kooperative Forschungsprojekte zu Zukunftsthemen wie Kreislaufwirtschaft und Klimaschutz.

Die Wirtschaftskammer bietet Beratung und Information zu nachhaltiger Unternehmensführung. Auch auf EU-Ebene stehen bis 2030 erhebliche Mittel für grüne Projekte zur Verfügung. Der Zugang zu günstiger Finanzierung über „grüne“ Anleihen und ESG-Fonds verbessert sich laufend.

Vorteile nachhaltigen Wirtschaftens

Nachhaltigkeit ist längst kein Kostenfaktor mehr, sondern ein Wettbewerbsvorteil. Unternehmen, die auf umweltfreundliche Technologien und nachhaltige Lieferketten setzen, sind widerstandsfähiger gegenüber Marktveränderungen und regulatorischen Anforderungen. Energieeffizienz senkt zudem die Betriebskosten nachhaltig.

Auch im Wettbewerb um Fachkräfte punkten nachhaltige Arbeitgeber. Insbesondere jüngere Generationen legen bei der Jobwahl Wert auf die Werte und das Umweltengagement potenzieller Arbeitgeber. Nachhaltigkeit ist damit auch Teil einer erfolgreichen Employer-Branding-Strategie.

Nicht zuletzt steigt die Nachfrage der Konsumenten nach nachhaltigen Produkten. Unternehmen, die diese Nachfrage bedienen, erschließen sich neue Zielgruppen und stärken ihre Marktposition. Die Zahlungsbereitschaft für nachweislich nachhaltige Produkte ist messbar höher.

Fazit: Nachhaltigkeit als Erfolgsfaktor

Die vorgestellten Unternehmen zeigen, dass wirtschaftlicher Erfolg und Umweltschutz kein Widerspruch sind. Im Gegenteil: Nachhaltigkeit wird zunehmend zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor. Österreich hat mit seiner starken Green-Tech-Branche und innovativen Unternehmen beste Voraussetzungen, von diesem Trend zu profitieren.

Für Unternehmen jeder Größe gilt: Die Transformation zur nachhaltigen Wirtschaft ist nicht nur eine ethische Verpflichtung, sondern eine strategische Chance. Die Zeit zu handeln ist jetzt. Wer heute investiert, sichert sich die Wettbewerbsposition von morgen.

Stand: 11. Januar 2026