Mit insgesamt 35 Millionen Euro Förderbudget für den Zeitraum 2024-2026 unterstützt das Programm KMU.DIGITAL österreichische Klein- und Mittelbetriebe bei der digitalen Transformation. Seit dem Programmstart 2017 wurden bereits über 25.000 Beratungs- und Umsetzungsinitiativen mit rund 25 Millionen Euro gefördert.
- Beratungsförderung: 80% Zuschuss für Status-Analyse (max. 400 € pro Thema), 50% für Strategieberatung (max. 1.000 € pro Thema)
- Umsetzungsförderung: 30% Zuschuss für Digitalisierungsprojekte (max. 6.000 € pro Unternehmen)
- Maximale Gesamtförderung: 12.000 € pro Unternehmen (je 1x KMU.DIGITAL + 1x KMU.DIGITAL GREEN)
- Antragstellung über aws-Fördermanager – Beratung muss vor Umsetzung erfolgen
- Neue Förderschiene KMU.DIGITAL GREEN für ökologische Transformation verfügbar
- Nächste Antragsphase: Ab Mitte Jänner 2026
Was ist KMU.DIGITAL?
KMU.DIGITAL ist ein Förderprogramm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie in Zusammenarbeit mit der Wirtschaftskammer Österreich (WKO) und der Austria Wirtschaftsservice GmbH (aws). Das Programm zielt darauf ab, kleine und mittlere Unternehmen bei der Digitalisierung zu unterstützen – von der ersten Beratung bis zur konkreten Umsetzung.
99,8% aller Unternehmen in Österreich sind KMU, die rund sieben von zehn Arbeitsplätzen sichern. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, ist die Implementierung digitaler Technologien für diese Betriebe unverzichtbar. Genau hier setzt KMU.DIGITAL an und hilft, bestehende Barrieren abzubauen.
Die zwei Förderschienen im Überblick
| Förderschiene | Fokus | Maximale Förderung |
|---|---|---|
| KMU.DIGITAL (klassisch) | Digitalisierung: Geschäftsmodelle, E-Commerce, IT-Security, digitale Verwaltung | 6.000 € |
| KMU.DIGITAL GREEN | Twintransition: Digitalisierung + ökologische Nachhaltigkeit | 6.000 € |
Sie können beide Förderschienen nutzen und so insgesamt bis zu 12.000 € Förderung erhalten. Für jede Schiene ist ein separater Antrag möglich – ideal für Unternehmen, die sowohl digitale als auch nachhaltige Projekte umsetzen wollen.
Die Beratungsförderung im Detail
Im Modul Beratung fördert KMU.DIGITAL die individuelle Beratung durch zertifizierte Berater zu vier Themenbereichen:
| Beratungsmodul | Status-Analyse | Strategieberatung |
|---|---|---|
| Geschäftsmodelle und Prozesse | 80% (max. 400 €) | 50% (max. 1.000 €) |
| E-Commerce und Online-Marketing | 80% (max. 400 €) | 50% (max. 1.000 €) |
| IT- und Cybersecurity | 80% (max. 400 €) | 50% (max. 1.000 €) |
| Digitale Verwaltung | 80% (max. 400 €) | 50% (max. 1.000 €) |
Die maximale Beratungsförderung beträgt 3.000 € pro Unternehmen. Bei KMU.DIGITAL GREEN kommen zusätzlich sechs Nachhaltigkeitsthemen hinzu, etwa Ressourcenoptimierung, nachhaltige Lieferketten und Kreislaufwirtschaft.
Die Umsetzungsförderung
Nach erfolgter Beratung können konkrete Digitalisierungsprojekte mit 30% gefördert werden – maximal 6.000 € pro Unternehmen. Förderfähige Projekte umfassen unter anderem:
- Erstellung und Optimierung von Websites und Onlineshops
- SEO-Optimierung und Online-Marketing-Maßnahmen
- Entwicklung digitaler Geschäftsprozesse
- Investitionen in IT-Sicherheit (VPN, Firewall, Verschlüsselung)
- CRM- und ERP-Systeme
- Barrierefreiheit von Websites (wichtig ab 2025)
Die Umsetzungsförderung ist nur nach vorheriger Beratungsförderung möglich. Die förderfähigen Kosten müssen mindestens 2.000 € betragen. Standard-Hardware (PCs, Telefone) und Standard-Software (Office, Betriebssysteme) sind nicht förderfähig.
Voraussetzungen für die Förderung
Um KMU.DIGITAL beantragen zu können, müssen folgende Kriterien erfüllt sein:
- Unternehmenssitz in Österreich
- KMU-Status: Weniger als 250 Mitarbeiter
- Jahresumsatz unter 50 Millionen Euro
- Bilanzsumme unter 43 Millionen Euro
- Kein land- oder forstwirtschaftlicher Betrieb
- Kein gemeinnütziger Verein
So beantragen Sie die Förderung – Schritt für Schritt
Schritt 1: Registrierung beim aws-Fördermanager
Erstellen Sie ein Konto unter foerdermanager.aws.at oder melden Sie sich an, falls Sie bereits registriert sind.
Schritt 2: Förderantrag stellen
Füllen Sie das Antragsformular aus – Sie benötigen Firmendaten, Förderzweck und die Auswahl einer zertifizierten Förderberaterin oder eines Förderberaters.
Schritt 3: Beratung durchführen
Nach Genehmigung arbeiten Sie mit der gewählten Beratungsstelle zusammen. Wichtig: Starten Sie erst nach der Antragstellung!
Schritt 4: Umsetzung und Abrechnung
Nach der Beratung können Sie die Umsetzungsförderung beantragen. Auf allen Rechnungen muss Ihre Antragsnummer vermerkt sein.
Die Genehmigung kann mehrere Wochen dauern. Nach Genehmigung haben Sie 12 Monate Zeit, das Projekt umzusetzen. Für vorsteuerabzugsberechtigte Unternehmen wird die Förderung auf Basis der Nettokosten berechnet.
Zertifizierte Berater finden
Die Beratung muss durch von der UBIT Akademie zertifizierte Berater erfolgen – entweder als Certified Digital Consultant oder Certified eCommerce & Social Media Expert. Die WKO stellt eine Plattform zur Beratersuche zur Verfügung.
Auch zahlreiche Digitalagenturen und IT-Dienstleister sind zertifiziert und können Sie durch den gesamten Prozess begleiten. Die Kombination aus verschiedenen Förderungen für Gründer ist möglich, solange es keine Doppelförderung gibt.
Aktuelle Situation und Ausblick
Die Fördermittel für 2025 waren bereits im Mai 2025 vollständig ausgeschöpft – ein Zeichen für die hohe Nachfrage. Die nächste Antragsmöglichkeit für die Beratungsförderung startet Mitte Jänner 2026.
Unternehmen, die bereits 2025 einen Antrag gestellt haben, können ihre Projekte noch abwickeln. Für neue Anträge empfiehlt es sich, frühzeitig zu planen und die Unterlagen vorzubereiten.
Kombinationsmöglichkeiten mit anderen Förderungen
KMU.DIGITAL lässt sich gut mit anderen Förderprogrammen kombinieren:
- FFG Innovationsscheck für Forschungs- und Entwicklungsprojekte
- Landesförderungen (z.B. Burgenland bietet eine Anschlussförderung)
- Wirtschaftsagentur Wien – Förderung Digitalisierung (bis zu 50% für Wiener KMU)