AMS-Auszahlung: Wann das Geld auf dem Konto ist

Das AMS zahlt monatlich im Nachhinein - Ihr Geld für Juli landet also erst im August auf dem Konto. Wer per Post kassiert, wartet noch zwei Tage länger und riskiert bei Nichtabholung eine Sperre aller weiteren Zahlungen. Alle Termine, das Nachhinein-Prinzip und was Sie tun, wenn die Überweisung ausbleibt.

Warum das Geld erst im Folgemonat kommt

Der häufigste Anruf beim AMS in den ersten Tagen eines Monats dreht sich um dieselbe Frage: Wo ist mein Geld? Die Antwort steckt in einem Prinzip, das viele beim ersten Bezug überrascht.

Das AMS zahlt monatlich im Nachhinein. Wörtlich heißt es beim AMS: „Das Arbeitslosengeld wird immer zu Beginn des Folgemonats und damit im Nachhinein ausgezahlt.“ Ihr Anspruch für Juli wird also Anfang August überwiesen, der für August Anfang September.

Das gilt gleich für alle Geldleistungen des AMS - Arbeitslosengeld, Notstandshilfe, Weiterbildungsgeld. Wer also am Monatsersten die Miete zahlen muss, sollte wissen: Das AMS-Geld ist zu diesem Zeitpunkt in der Regel noch nicht da.

Praktisch bedeutet das eine Lücke von rund fünf Wochen zwischen dem letzten Gehalt und der ersten AMS-Zahlung. Diese Lücke ist der eigentliche Grund, warum der Bezugsbeginn so oft finanziell weh tut - nicht die Höhe der Leistung.

Die Auszahlungstermine im Überblick

Das AMS veröffentlicht die Termine für das ganze Jahr im Voraus. Es gibt zwei unterschiedliche Daten pro Monat, je nachdem, wie Sie Ihr Geld bekommen: Kontoüberweisung oder Postversand.

Anspruchsmonat Konto Post
Dezember 2025 7. Jänner 2026 9. Jänner 2026
Jänner 2026 4. Februar 6. Februar
Februar 2026 4. März 6. März
März 2026 3. April 8. April
April 2026 6. Mai 8. Mai
Mai 2026 3. Juni 8. Juni
Juni 2026 3. Juli 8. Juli
Juli 2026 5. August 7. August
August 2026 4. September 8. September
September 2026 6. Oktober 8. Oktober
Oktober 2026 5. November 9. November
November 2026 3. Dezember 7. Dezember
Dezember 2026 5. Jänner 2027 8. Jänner 2027

Die Termine liegen fast immer zwischen dem 3. und dem 9. des Folgemonats. Warum sie schwanken, erklärt der Kalender: Fällt der reguläre Termin auf ein Wochenende oder einen Feiertag, verschiebt sich das Datum. Der 6. Mai statt des 4. ist so ein Fall, ebenso der 6. Oktober nach dem verlängerten Wochenende.

Bei der Kontoüberweisung gilt laut AMS: Der Betrag wird im Laufe des Tages gebucht. Wenn um 8 Uhr morgens noch nichts da ist, ist das kein Grund zur Sorge - viele Banken buchen erst im Tagesverlauf ein.

Warum die Post-Auszahlung später kommt und teuer werden kann

Zwei Tage Unterschied klingen harmlos. Der Postweg hat aber eine Falle, die im Ernstfall den gesamten Bezug lahmlegt.

Wird das Geld nicht rechtzeitig abgeholt, sendet die Post es laut AMS an das AMS zurück - und weitere Auszahlungen werden gesperrt. Sie müssen sich dann aktiv beim AMS melden, um die Zahlungen wieder in Gang zu bringen. Ein verpasster Urlaubstag oder eine übersehene Benachrichtigung des Briefträgers kann so aus einer Verzögerung ein wochenlanges Problem machen.

Das AMS selbst empfiehlt deshalb die Kontoüberweisung. Diese Empfehlung ist berechtigt, und ich würde sie noch deutlicher formulieren: Wenn Sie ein Girokonto haben, gibt es keinen sachlichen Grund für die Postvariante. Sie bekommen das Geld früher, verlieren keine Zeit mit Abholen und können nichts versäumen.

Die Auszahlungsart können Sie ändern - über MeinAMS oder bei Ihrer Geschäftsstelle. Wer aktuell noch auf Post läuft, sollte das erledigen, bevor der nächste Termin ansteht.

Wann die erste Auszahlung kommt

Hier weicht die Praxis vom Terminplan ab, und zwar nach hinten.

Der erste Bezug hängt nicht am Auszahlungskalender, sondern an Ihrer Antragstellung. Zwei Dinge sind dabei entscheidend, und beim zweiten wird es unangenehm:

  1. Der Antrag läuft digital über MeinAMS oder persönlich in der Geschäftsstelle.
  2. Der Meldetag zählt. Seit 1. Juli 2025 gilt: Nach einer Unterbrechung müssen Sie sich sofort beim AMS melden - die Auszahlung beginnt erst ab dem Tag der Meldung.

Dieser zweite Punkt kostet Geld, und viele erfahren davon zu spät. Wer nach dem Ende des Dienstverhältnisses eine Woche wartet, bevor er sich meldet, verliert diese Woche. Rückwirkend zahlt das AMS nicht. Melden Sie sich also am ersten Tag der Arbeitslosigkeit, auch wenn noch Unterlagen fehlen - die kann man nachreichen, den verlorenen Meldetag nicht.

Ist der Anspruch geklärt, läuft die Zahlung im normalen Rhythmus mit. Fällt der Bezugsbeginn mitten in den Monat, wird der Teilmonat entsprechend anteilig abgerechnet.

Wenn das Geld nicht ankommt

Erst prüfen, dann anrufen - in dieser Reihenfolge löst sich das meiste von selbst.

Ist der Termin überhaupt schon erreicht? Der Blick in die Tabelle oben klärt die häufigste Fehlannahme. Am 1. des Monats ist noch kein Geld fällig.

Steht die Zahlung im MeinAMS-Konto? Dort sehen Sie Mitteilungen zu Ihrer Leistung und ob eine Zahlung angewiesen wurde. Das ist die schnellste Auskunft ohne Warteschleife.

Läuft eine Sperre oder eine offene Meldepflicht? Ausbleibende Zahlungen haben oft einen Grund im Verfahren, nicht in der Bank. Ein versäumter Kontrolltermin oder eine offene Wiedermeldung stoppt die Auszahlung genauso wie eine verhängte Sperre.

Ein Detail, das die Verwirrung erklärt: Nachzahlungen erfolgen laut AMS auch an anderen Terminen. Wenn also plötzlich ein Betrag außerhalb des Kalenders eintrifft oder eine Zahlung in zwei Teilen kommt, ist das kein Fehler, sondern eine Nachverrechnung.

Wie viel überhaupt kommt

Der Termin ist die eine Frage, die Höhe die andere. Das Arbeitslosengeld beträgt als Grundbetrag 55 Prozent des täglichen Netto-Einkommens. Liegt dieser Betrag unter dem Ausgleichszulagen-Richtsatz, kommt ein Ergänzungsbetrag dazu - gedeckelt bei 60 Prozent des täglichen Nettoeinkommens, mit Familienzuschlag bei 80 Prozent. Familienzuschläge gibt es für Kinder mit Familienbeihilfenanspruch.

Die Bezugsdauer richtet sich nach Versicherungszeiten und Alter:

Bezugsdauer Voraussetzung
20 Wochen Regelfall
30 Wochen 3 Jahre arbeitslosenversicherungspflichtig
39 Wochen ab 40 Jahren, 6 Jahre in den letzten 10
52 Wochen ab 50 Jahren, 9 Jahre in den letzten 15
78 Wochen nach beruflicher Rehabilitationsmaßnahme

Läuft das Arbeitslosengeld aus, folgt die Notstandshilfe - deren Berechnung, Deckelung und Antragsweg stehen im eigenen Beitrag. Wer währenddessen dazuverdienen will, findet die Grenzen im Beitrag zum Zuverdienst bei Arbeitslosigkeit.

Arbeitslosengeld und Steuer: der übersehene Rückzahlungseffekt

Ein Punkt, der beim Auszahlungsbetrag nicht auffällt, aber im Frühjahr Geld bringt.

Das Arbeitslosengeld selbst ist steuerfrei. Es unterliegt aber dem besonderen Progressionsvorbehalt: Wenn Sie im selben Kalenderjahr auch Gehalt bezogen haben, rechnet das Finanzamt die Bezugszeiten für die Steuerberechnung hoch, als hätten Sie durchgehend verdient.

Der Effekt daraus ist erfreulich. Weil der Arbeitgeber während der Beschäftigungsmonate Lohnsteuer nach einem höheren fiktiven Jahreseinkommen abgezogen hat, ergibt die Arbeitnehmerveranlagung in Jahren mit Arbeitslosigkeit besonders oft eine Rückzahlung. Wer also 2026 einige Monate beim AMS war und davor oder danach gearbeitet hat, sollte die Veranlagung keinesfalls auslassen.

Häufige Fragen zur AMS-Auszahlung

Wann zahlt das AMS aus?

Monatlich im Nachhinein, zu Beginn des Folgemonats. Die Termine liegen meist zwischen dem 3. und 9. - bei Kontoüberweisung früher als bei Postversand. Die konkreten Daten finden Sie in der Tabelle oben.

Warum ist am 1. noch kein Geld da?

Weil das AMS im Nachhinein zahlt. Der Anspruch für einen Monat wird erst im Folgemonat ausbezahlt, nicht am Monatsersten.

Wie lange dauert es bis zur ersten Auszahlung?

Das hängt am Antrag, nicht am Kalender. Wichtig: Die Auszahlung beginnt erst ab dem Tag Ihrer Meldung beim AMS - rückwirkend wird nicht gezahlt. Melden Sie sich daher am ersten Tag der Arbeitslosigkeit.

Konto oder Post: Was ist besser?

Das Konto. Sie bekommen das Geld zwei bis vier Tage früher, und es gibt kein Abholrisiko. Wird eine Postzahlung nicht rechtzeitig abgeholt, geht sie ans AMS zurück und weitere Auszahlungen werden gesperrt.

Was tun, wenn das Geld nicht kommt?

Erst den Termin in der Tabelle prüfen, dann ins MeinAMS-Konto schauen, ob eine Zahlung angewiesen wurde. Häufige Ursachen sind versäumte Kontrolltermine oder Meldepflichten, nicht technische Fehler.

Warum kam ein Betrag außerhalb der Termine?

Nachzahlungen erfolgen laut AMS auch an anderen Terminen. Eine Zahlung außerhalb des Kalenders ist meist eine Nachverrechnung, kein Irrtum.

Ist das Arbeitslosengeld steuerpflichtig?

Nein, es ist steuerfrei. Durch den besonderen Progressionsvorbehalt lohnt sich die Arbeitnehmerveranlagung in Jahren mit Arbeitslosigkeit aber besonders oft - meist gibt es Geld zurück.

Stand: Juli 2026