Die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) ist die zentrale Anlaufstelle für die Förderung von Forschung, Technologie und Innovation in Österreich. Sie unterstützt Unternehmen, Universitäten und Forschungseinrichtungen bei der Entwicklung und Umsetzung innovativer Projekte mit Förderungen und Beratung.
Was ist die FFG?
Die FFG wurde 2004 gegründet und ist eine Agentur des Bundes. Sie verwaltet im Auftrag mehrerer Ministerien - insbesondere des Bundesministeriums für Klimaschutz (BMK) und des Bundesministeriums für Arbeit und Wirtschaft (BMAW) - die österreichische Forschungsförderung. Jährlich werden über die FFG rund 700 Millionen Euro an Förderungen vergeben.
Die FFG ist nicht selbst Geldgeber, sondern wickelt die Förderungen im Auftrag der Ministerien ab. Sie prüft Anträge, begleitet Projekte und evaluiert die Ergebnisse. Darüber hinaus berät sie Unternehmen und Forscher bei der Suche nach passenden Förderprogrammen.
Wer kann FFG-Förderungen beantragen?
Die Zielgruppen der FFG sind vielfältig. Gefördert werden Unternehmen aller Größen - von Start-ups über KMU bis zu Großkonzernen. Auch Universitäten, Fachhochschulen, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen und Einzelforscher können Förderungen erhalten.
Für Selbstständige und Kleinunternehmer gibt es spezielle Programme wie den Innovationsscheck, der den Einstieg in die Forschungsförderung erleichtert.
Die wichtigsten Förderprogramme
Basisprogramme
Die Basisprogramme sind das Herzstück der FFG-Förderung. Sie unterstützen Forschungs- und Entwicklungsprojekte in allen Branchen und Technologiefeldern. Gefördert werden sowohl Einzelprojekte als auch Kooperationen zwischen Unternehmen und Forschungseinrichtungen.
Die Förderung erfolgt als Zuschuss (nicht rückzahlbar) und kann je nach Projektart und Unternehmensgröße bis zu 85% der förderfähigen Kosten betragen. Für KMU gelten meist höhere Fördersätze als für Großunternehmen.
COMET - Competence Centers
Das COMET-Programm fördert den Aufbau und Betrieb von Kompetenzzentren, in denen Wissenschaft und Wirtschaft langfristig zusammenarbeiten. Diese Zentren forschen an zukunftsweisenden Technologien und bilden Nachwuchswissenschaftler aus. COMET ist eines der erfolgreichsten Förderprogramme Österreichs.
BRIDGE
Das BRIDGE-Programm fördert den Transfer von Grundlagenforschung in die wirtschaftliche Anwendung. Es richtet sich an Projekte, die das Stadium der reinen Grundlagenforschung verlassen haben, aber noch nicht marktreif sind.
Innovationsscheck
Der Innovationsscheck ist der einfachste Einstieg in die FFG-Förderung. Mit einem Scheck über 5.000 oder 10.000 Euro können KMU Beratungsleistungen von Forschungseinrichtungen einkaufen. Die Antragstellung ist unkompliziert, die Abwicklung schnell.
Start-up-Förderung
Für Gründer und junge Unternehmen gibt es spezielle Programme. Das Programm „Spin-off Fellowships“ unterstützt Forscher bei der Ausgründung aus Universitäten. „Start-up Package“ finanziert die ersten Schritte technologieorientierter Gründungen.
Internationale Programme
Die FFG ist auch Anlaufstelle für EU-Förderungen wie Horizon Europe. Sie berät österreichische Antragsteller und unterstützt bei der Projektentwicklung. Die nationale Kontaktstelle für verschiedene EU-Programme ist bei der FFG angesiedelt.
Der Weg zur Förderung
Beratung nutzen
Der erste Schritt sollte immer ein Beratungsgespräch sein. Die FFG bietet kostenlose Erstberatung an, um das passende Förderprogramm zu finden. Die Berater kennen die Programme genau und können einschätzen, welches Projekt Chancen hat.
Antragstellung über eCall
Alle FFG-Förderanträge werden über das elektronische System eCall eingereicht. Das System führt durch den Antragsprozess und stellt sicher, dass alle erforderlichen Informationen vorliegen. Eine Registrierung ist kostenlos.
Begutachtung
Die eingereichten Projekte werden von Experten begutachtet. Bewertet werden Innovationsgrad, wissenschaftliche Qualität, wirtschaftliches Potenzial und die Eignung des Projektteams. Je nach Programm kann die Begutachtung einige Wochen bis mehrere Monate dauern.
Fördervertrag und Umsetzung
Bei positiver Entscheidung wird ein Fördervertrag abgeschlossen. Die Mittel werden typischerweise in Tranchen ausgezahlt - ein Teil bei Projektstart, weitere Teile nach Erreichen von Meilensteinen. Am Ende steht ein Schlussbericht mit Nachweis der Zielerreichung.
Tipps für erfolgreiche Anträge
Innovation klar darstellen
Der Innovationsgehalt des Projekts muss deutlich herausgearbeitet werden. Was ist neu? Was unterscheidet das Projekt vom Stand der Technik? Worin liegt der Mehrwert gegenüber bestehenden Lösungen?
Realistische Planung
Zeit- und Kostenpläne müssen realistisch sein. Übertrieben optimistische Annahmen fallen bei der Begutachtung auf und mindern die Glaubwürdigkeit. Besser ist eine konservative Planung mit Puffern für Unvorhergesehenes.
Starkes Team
Die Qualifikation des Projektteams ist ein wichtiges Bewertungskriterium. Die Lebensläufe der Schlüsselpersonen sollten die nötige Expertise belegen. Bei Kooperationsprojekten ist die Passung der Partner entscheidend.
Wirtschaftliche Verwertung
Bei unternehmensnaher Forschung wird gefragt, wie die Ergebnisse verwertet werden sollen. Ein klarer Plan zur Markteinführung oder Weiterentwicklung stärkt den Antrag.
FFG-Förderung und Steuern
FFG-Förderungen sind grundsätzlich steuerpflichtig. Sie erhöhen das zu versteuernde Einkommen des Unternehmens. Gleichzeitig können die Projektkosten als Betriebsausgaben abgesetzt werden. Die Forschungsprämie - ein anderes Förderinstrument - kann zusätzlich zur FFG-Förderung in Anspruch genommen werden, allerdings nur für den nicht-geförderten Anteil der Kosten.
Alternativen und Ergänzungen
Neben der FFG gibt es weitere Fördergeber. Die Austria Wirtschaftsservice (aws) fokussiert auf Wirtschaftsförderung und Finanzierung. Die Bundesländer haben eigene Förderprogramme für regionale Projekte. Auf EU-Ebene stehen Programme wie Horizon Europe oder die Strukturfonds zur Verfügung.
Für viele Projekte lassen sich mehrere Förderungen kombinieren. Die FFG berät auch zur optimalen Förderstrategie.
Vernetzung und Community
Die FFG ist mehr als eine Förderorganisation - sie ist auch ein Netzwerk. Regelmäßige Veranstaltungen wie das FFG Forum bringen Forscher, Unternehmer und Fördergeber zusammen. Der Austausch ermöglicht neue Kooperationen und den Transfer von Best Practices. Auch online bietet die FFG Informationen, Webinare und Möglichkeiten zur Vernetzung.
Erfolgsgeschichten aus Österreich
Zahlreiche österreichische Erfolgsgeschichten haben ihren Ursprung in FFG-geförderten Projekten. Von medizinischen Durchbrüchen über klimafreundliche Technologien bis hin zu digitalen Innovationen - die Förderung hat messbare Auswirkungen auf den Wirtschaftsstandort.
Die COMET-Zentren etwa haben in den letzten Jahren hunderte Patente hervorgebracht und tausende hochqualifizierte Arbeitsplätze geschaffen. Der Return on Investment für die öffentliche Hand ist durch unabhängige Studien belegt.
Aktuelle Schwerpunkte der FFG
Die FFG setzt aktuell besondere Schwerpunkte in den Bereichen Klimaschutz und Dekarbonisierung, Digitalisierung und Künstliche Intelligenz, Gesundheit und Life Sciences, Quantentechnologien sowie Kreislaufwirtschaft. In diesen Feldern gibt es eigene Ausschreibungen mit erhöhten Fördersätzen.
Für Antragsteller lohnt es sich, die aktuellen Schwerpunkte zu kennen. Projekte, die zu den strategischen Prioritäten passen, haben bessere Chancen auf Förderung. Die FFG-Website informiert über laufende und kommende Ausschreibungen.
Fazit: Wichtiger Partner für Innovation
Die FFG ist der zentrale Ansprechpartner für Forschungsförderung in Österreich und hat sich als unverzichtbarer Partner für innovationsgetriebene Unternehmen und Forschungseinrichtungen etabliert. Mit einer umfassenden und breiten Palette an unterschiedlichen Programmen und Förderformaten unterstützt sie Innovationsvorhaben von der Grundlagenforschung bis zur Markteinführung. Wer ein innovatives Projekt plant und verwirklichen möchte, sollte unbedingt die vielfältigen Möglichkeiten der FFG-Förderung prüfen und nutzen - die kostenlose Erstberatung ist ein guter erster Schritt.
Stand: 12. Januar 2026