Drohnenführerschein in Österreich: Kategorien, Kosten und der Weg zum gewerblichen Fliegen

Ab 250 Gramm Abfluggewicht führt kein Weg daran vorbei: Wer in Österreich eine Drohne steuert, braucht den Drohnenführerschein der Austro Control - und wer sie besitzt, eine Registrierung samt Haftpflichtversicherung. Welche Kategorie Sie wirklich brauchen, was Prüfung und Registrierung kosten und wie aus dem Hobby ein Nebenerwerb wird.

Ab wann Führerschein und Registrierung Pflicht sind

Die Grenze liegt bei 250 Gramm - und sie greift doppelt. Wer eine Drohne ab diesem Abfluggewicht steuert, braucht den Kompetenznachweis A1/A3, im Alltag Drohnenführerschein genannt. Und wer eine Drohne ab 250 Gramm oder mit Kamera besitzt, muss sich zusätzlich einmalig als Betreiber bei der Austro Control registrieren. Die Kamera-Klausel macht die Registrierung praktisch zur Regel: Auch eine 249-Gramm-Drohne mit Kamera fällt darunter, nur der Führerschein bleibt ihr erspart.

Bei der Registrierung über die Plattform dronespace.at erhalten Sie eine 16-stellige Registrierungsnummer, die auf jeder Ihrer Drohnen angebracht werden muss - eine Nummer für alle Geräte, nicht pro Drohne. Verpflichtend ist außerdem eine Drohnen-Haftpflichtversicherung nach Luftfahrtgesetz mit einer Mindestdeckung von 750.000 Sonderziehungsrechten (rund 900.000 Euro). Die private Haushaltsversicherung deckt das in der Regel nicht ab; eigene Drohnenpolizzen gibt es ab etwa 50 bis 100 Euro pro Jahr.

Wer ohne Nachweis, Registrierung oder Versicherung fliegt, riskiert Strafen bis 22.000 Euro. Das ist keine theoretische Drohkulisse - kontrolliert wird vor allem dort, wo Beschwerden auflaufen: über Badeseen, bei Veranstaltungen, in Schutzgebieten.

A1/A3 oder A2: Welchen Führerschein Sie brauchen

Die EU-Drohnenregeln teilen die offene Kategorie („Open“) nach Gewicht und Einsatzort in drei Unterkategorien. Entscheidend ist, wie nah Sie an unbeteiligten Personen fliegen wollen:

A1 A2 A3
Drohnenklasse C0, C1 (unter 900 g) C2 (900 g bis 4 kg) bis 25 kg
Abstand zu Personen Überflug nur mit C0 (unter 250 g) mindestens 30 m weit weg von Menschen
Abstand zu Wohngebieten erlaubt erlaubt mindestens 150 m
Prüfung 40 Fragen, online 30 Fragen, Präsenzprüfung in A1/A3 enthalten
Kosten 46,80 Euro 69,60 Euro zusätzlich -

Für die große Mehrheit der Hobby-Piloten mit einer Kamera-Drohne unter 900 Gramm reicht der A1/A3-Schein: Der Online-Kurs auf dronespace.at ist gratis, die Prüfung besteht aus 40 Multiple-Choice-Fragen und lässt sich von zuhause ablegen, mit dem kostenlosen Übungstest ist sie an einem Nachmittag zu schaffen. Die Ausstellung kostet 46,80 Euro.

Den A2-Schein brauchen Sie erst, wenn Sie mit einer Drohne zwischen 900 Gramm und 4 Kilogramm näher als 150 Meter an Wohngebiete oder bis auf 30 Meter an Personen heran wollen - typisch für Immobilienaufnahmen im Ortsgebiet. Hier ist eine Präsenzprüfung mit 30 Fragen fällig (69,60 Euro), dazu eine Selbsterklärung über praktisches Training.

Beide Nachweise gelten fünf Jahre und in allen EU-Mitgliedsstaaten, erworben werden können sie nur im Wohnsitzland. Danach verlängern Sie per Auffrischung beziehungsweise Wiederholungsprüfung. Das Mindestalter für den Führerschein liegt bei 16 Jahren, Betreiber müssen 18 sein - Jüngere dürfen unter direkter Aufsicht eines qualifizierten Piloten fliegen.

Die wichtigsten Flugregeln im Alltag

Unabhängig von der Kategorie gelten in ganz Österreich dieselben Grundregeln:

  • Maximal 120 Meter über dem nächstgelegenen Punkt am Boden
  • Nur auf Sichtweite fliegen (VLOS), Fluggerät immer selbst im Blick
  • Keine Menschenansammlungen überfliegen, in keiner Kategorie
  • Geo-Zonen beachten: Flugverbots- und Beschränkungszonen rund um Flughäfen, über Einsatzgebieten und in vielen Naturschutzgebieten. Die Austro-Control-App „Dronespace“ zeigt sie tagesaktuell auf der Karte und ist vor jedem Flug Pflichtlektüre.
  • Privatsphäre respektieren: Kameraaufnahmen fremder Personen und Grundstücke berühren Datenschutz- und Bildnisrecht - rechtlich ein eigenes Feld neben dem Luftfahrtrecht.

Der Drohnenführerschein prüft genau diese Inhalte ab. Wer die 40 Fragen ernsthaft vorbereitet, kennt danach die Regeln besser als die meisten, die „nur schnell im Garten“ fliegen.

Vom Hobby zum Nebenerwerb: Drohnenfotografie gewerblich anbieten

Die gute Nachricht zuerst: Seit den EU-Regeln gibt es keine eigene „gewerbliche“ Drohnen-Kategorie mehr. Ob Sie privat oder bezahlt fliegen - es gelten dieselben Unterkategorien A1 bis A3. Der A1/A3- oder A2-Schein ist damit auch die luftfahrtrechtliche Eintrittskarte für bezahlte Aufträge: Immobilienfotos, Hochzeitsvideos, Baustellendokumentation, Dachinspektionen, Vermessungsflüge für die Landwirtschaft.

Was beim Schritt ins Geschäft dazukommt, ist Gewerberecht und Steuer: Regelmäßige bezahlte Aufträge brauchen eine Gewerbeanmeldung (Berufsfotografie ist ein freies Gewerbe), die Einnahmen gehören in die Einnahmen-Ausgaben-Rechnung, und die Drohnenversicherung sollte ausdrücklich gewerbliche Flüge einschließen - viele günstige Hobby-Polizzen tun das nicht.

Realistisch kalkuliert: Eine taugliche C1-Kamera-Drohne kostet 800 bis 1.500 Euro, dazu Führerschein, Registrierung und Versicherung mit rund 150 bis 200 Euro im ersten Jahr. Immobilien-Shootings werden in Österreich je nach Umfang mit 150 bis 400 Euro pro Objekt honoriert - die Einstiegsinvestition kann sich also nach wenigen Aufträgen rechnen. Der Engpass ist selten die Technik, sondern die Kundengewinnung; wer bereits fotografiert oder filmt, hat den kürzeren Weg.

Häufige Fragen zum Drohnenführerschein

Brauche ich für eine Drohne unter 250 Gramm einen Führerschein?

Nein, solange sie keine höhere Klasse erfordert. Registrieren müssen Sie sich trotzdem, sobald die Drohne eine Kamera hat. Und die Flugregeln (120 Meter, Sichtweite, Geo-Zonen) gelten uneingeschränkt.

Was kostet der Drohnenführerschein insgesamt?

Der A1/A3-Onlinekurs ist gratis, die Ausstellung kostet 46,80 Euro. Dazu kommen die Betreiber-Registrierung (rund 32 Euro) und die Pflicht-Haftpflichtversicherung ab etwa 50 Euro jährlich.

Wie schwer ist die Prüfung?

Machbar. 40 Multiple-Choice-Fragen online, der Stoff steckt im kostenlosen Kurs auf dronespace.at. Mit ein paar Stunden Vorbereitung und dem Übungstest ist die Bestehensquote hoch.

Gilt der österreichische Drohnenführerschein im Urlaub?

Ja, in der gesamten EU. Beachten Sie aber die nationalen Geo-Zonen und Registrierungsdetails des Urlaubslandes - die Karte der erlaubten Gebiete ist überall eine andere.

Wie lange ist der Führerschein gültig?

Fünf Jahre. Danach verlängern Sie per Auffrischungstraining oder Wiederholungsprüfung, die Registrierung als Betreiber ist separat zu verlängern.

Darf ich mit dem A1/A3-Schein Geld verdienen?

Ja. Luftfahrtrechtlich gibt es keine Trennung mehr zwischen privat und gewerblich. Für regelmäßige Aufträge brauchen Sie aber Gewerbeanmeldung, gewerbliche Versicherungsdeckung und die steuerliche Erfassung der Einnahmen.

Stand: Juli 2026