Gehälter in der Pflege: Pflegeassistenz, Pflegefachassistenz und Diplompflege

2.717 Euro brutto für eine Pflegeassistentin im ersten Berufsjahr, 2.949 Euro für eine Pflegefachassistentin, 3.211 Euro für eine diplomierte Pflegekraft: Das sind seit 1. April 2026 die Mindestgehälter im Kollektivvertrag der Sozialwirtschaft Österreich, Vollzeit mit 37 Wochenstunden, 14 Mal im Jahr. Dazu kommen ein Pflegezuschuss von 135,50 Euro im Monat sowie Zulagen für Nächte, Sonn- und Feiertage.

Wer im Spital einer Stadt oder eines Landes arbeitet, ist nach einem anderen Schema bezahlt. Im Wiener Dienstrecht beginnt die Diplompflege bei 3.567 Euro, gerechnet auf 40 Wochenstunden. Pro Stunde liegen beide Einstiegsgehälter fast gleichauf.

Drei Berufe, drei Gehaltsstufen

Die Pflege ist in Österreich in drei Stufen gegliedert, und die Ausbildung bestimmt die Einstufung. Laut Gesundheitsportal dauert die Pflegeassistenz in der Regel ein Jahr, die Pflegefachassistenz zwei Jahre. Die diplomierte Gesundheits- und Krankenpflege, umgangssprachlich noch oft Krankenschwester genannt, ist ein dreijähriges Bachelorstudium und wird seit 2024 nur mehr an Fachhochschulen ausgebildet.

Die Aufgaben steigen mit der Ausbildung. Die Pflegeassistenz unterstützt bei Körperpflege, Mobilisation und Essen und arbeitet unter Anleitung des gehobenen Dienstes. Die Pflegefachassistenz übernimmt zusätzlich Aufgaben bei Diagnostik und Therapie, etwa Blutabnahme oder EKG. Diplomierte Pflegekräfte tragen die Verantwortung für den gesamten Pflegeprozess und leiten Teams.

Die Gehaltstabelle der Sozialwirtschaft

Der Kollektivvertrag der Sozialwirtschaft Österreich, früher BAGS-KV genannt, gilt für die Mitgliedsbetriebe des Verbands, private Träger von Pflegeheimen, mobilen Diensten und Behinderteneinrichtungen. Seit April 2026 ist er per Satzung auch für Anbieter sozialer und gesundheitlicher Dienste verbindlich, die keinem anderen Kollektivvertrag unterliegen. Ausgenommen sind Vorarlberg, öffentliche Einrichtungen und Krankenanstalten.

Laut Kollektivvertragstext ist die Pflegeassistenz in Verwendungsgruppe 5 eingereiht, die Pflegefachassistenz in Gruppe 6 und die Diplompflege in Gruppe 7. Zur Tabelle kommt für jede der drei eine eigene monatliche Aufzahlung. Die Werte nach dem Abschluss vom 27. Jänner 2026, gültig seit 1. April 2026, brutto für 37 Wochenstunden:

BerufGruppeAufzahlung1. und 2. Jahr11. und 12. Jahr21. und 22. Jahrab dem 35. Jahr
Pflegeassistenz540,77 Euro2.717,17 Euro3.057,17 Euro3.324,67 Euro3.698,97 Euro
Pflegefachassistenz681,80 Euro2.949,00 Euro3.375,90 Euro3.721,00 Euro4.122,30 Euro
Diplomierte Pflege (DGKP)7136,16 Euro3.210,96 Euro3.675,06 Euro4.102,46 Euro4.533,06 Euro

Mindestgehalt laut Tabelle plus Aufzahlung, ohne Pflegezuschuss und Zulagen. Die Gehaltsstufe steigt alle zwei Jahre, angerechnete Vordienstzeiten verschieben den Einstieg nach oben. Eine Vollzeitstelle hat in diesem Kollektivvertrag seit 2022 nur 37 Wochenstunden, im Arbeitszeitgesetz sind es 40.

Mit 1. Jänner 2027 steigen Tabelle, Ist-Gehälter und Zulagen um 2,3 Prozent. Liegt die durchschnittliche Inflation von November 2025 bis Oktober 2026 zwischen 2,3 und 2,7 Prozent, kommt die Hälfte der Differenz dazu. Die genaue Zahl wollen die Sozialpartner im Dezember 2026 nennen.

Pflegezuschuss, Nachtdienste, Sonntage

Der Pflegezuschuss geht auf das Entgelterhöhungs-Zweckzuschussgesetz zurück und läuft heute über den Pflegefonds des Bundes. Nach dem Zusatz-Kollektivvertrag beträgt er 2026 für Vollzeit 135,50 Euro im Monat, Teilzeitkräfte bekommen ihn anteilig. Er fließt in Urlaubs- und Weihnachtsgeld ein und ist auf Überzahlungen oder Zulagen nicht anrechenbar. Eine Einschränkung steht ausdrücklich im Vertrag: Der Anspruch besteht nur, soweit das jeweilige Bundesland dem Arbeitgeber die Mittel dafür zur Verfügung stellt. Für 2027 ist er in gleicher Höhe verlängert.

Der Sprung in die zweite Gehaltsstufe bringt einer diplomierten Pflegekraft in der Sozialwirtschaft 63,20 Euro. Ein paar Nacht- und Sonntagsdienste bringen deutlich mehr. Seit 1. April 2026 gelten im Kollektivvertrag:

ZulageBetrag
Nachtarbeit zwischen 22:00 und 6:009,45 Euro je Stunde
durchgehender Nachtdienst, statt des Stundenzuschlags54,03 Euro pauschal
Nachtdienst in der stationären Pflegezusätzlich 2 Stunden Zeitguthaben
Arbeit an Sonn- und Feiertagen6,22 Euro je Stunde
Schmutz-, Erschwernis- und Gefahrenzulage, wenn die Betriebsvereinbarung erschwerte Bedingungen festlegt1,54 Euro je Stunde, bei mehr als 80 Prozent der Arbeitszeit 247,27 Euro im Monat
Stationsleitung867,91 Euro je Vollzeitmonat

Ein Monat einer diplomierten Pflegekraft im ersten Berufsjahr mit vier Nachtdiensten und zwei Sonntagsdiensten zu je acht Stunden: 3.210,96 Euro Gehalt, 135,50 Euro Pflegezuschuss, 216,12 Euro Nachtdienstpauschalen und 99,52 Euro Sonntagszuschlag. Zusammen 3.662,10 Euro brutto, gut 450 Euro über dem Tabellenwert. Wie viel von den Zuschlägen steuerfrei bleibt, regelt § 68 Einkommensteuergesetz, mehr dazu im Beitrag zum Freibetrag für Überstunden- und Feiertagszuschläge.

Wien zahlt mehr im Monat, aber für 40 Stunden

Für Bedienstete der Stadt Wien, die seit 2018 eingetreten sind, gilt das Wiener Bedienstetengesetz. Es ordnet die Pflege dem Schema W2 zu, jeweils mit einer Bandbreite: Pflegeassistenz W2/5 bis W2/6, Pflegefachassistenz W2/6 bis W2/8, Diplompflege W2/8 bis W2/11. In welches Band eine Stelle fällt, hängt vom Wirkungsbereich und der Belastung ab. Zum Gehalt kommt eine Erschwernisabgeltung von 150 Euro im Monat. Die Werte seit 1. Juli 2026, jeweils im untersten Band, für 40 Wochenstunden:

BerufBandEinstiegnach 10 Jahrennach 20 JahrenEinstieg im höchsten Band
PflegeassistenzW2/52.929,77 Euro3.289,97 Euro3.381,08 Euro3.119,25 Euro (W2/6)
PflegefachassistenzW2/63.119,25 Euro3.507,99 Euro3.605,18 Euro3.567,32 Euro (W2/8)
Diplomierte Pflege (DGKP)W2/83.567,32 Euro4.033,71 Euro4.150,33 Euro4.398,44 Euro (W2/11)

Gehalt laut Anlage 3 des Gesetzes plus Erschwernisabgeltung, ohne Zulagen. Die Gehaltsstufe wechselt in den ersten drei Stufen alle zwei Jahre, danach alle drei, vier und ab Stufe 8 alle fünf Jahre.

Auf den Monat gerechnet liegt Wien beim Einstieg vorn: 3.567 Euro gegenüber 3.211 Euro für die Diplompflege. Doch die Wiener Vollzeit hat 40 Stunden, die der Sozialwirtschaft 37. Teilt man den Monatsbetrag durch die Wochenstunden, kommt die Wiener Diplompflege auf 89,18 Euro je Wochenstunde, die der Sozialwirtschaft auf 86,78 Euro, mit Pflegezuschuss auf 90,45 Euro. Nach 20 Jahren dreht sich das Bild: 110,88 Euro in der Sozialwirtschaft ohne Zuschuss, 103,76 Euro im untersten Wiener Band. Die Wiener Gehaltsstufen steigen später seltener, jene der Sozialwirtschaft gleichmäßig alle zwei Jahre.

Für Teilzeitkräfte zählt genau dieser Vergleich, denn ihr Gehalt ist der Anteil ihrer Stunden an der jeweiligen Vollzeit. Wer in Wien 30 Stunden als Diplompflegekraft arbeitet, bekommt drei Viertel des Wiener Betrags, in der Sozialwirtschaft sind 30 Stunden gut 81 Prozent einer Vollzeitstelle. Ein Detail aus dem Wiener Gesetz für den Gesundheitsverbund: Wer im Schichtdienst kurzfristig einspringt, also für einen Dienst innerhalb der nächsten 14 Kalendertage, bekommt dafür 138,99 Euro extra.

Bis zu 13 Stunden pro Dienst

Für Pflegekräfte in Krankenanstalten und in der stationären Pflege von Pflegeheimen gilt nicht das allgemeine Arbeitszeitgesetz, sondern das Krankenanstalten-Arbeitszeitgesetz. Es erlaubt bis zu 13 Stunden pro Dienst und 60 Stunden in einer einzelnen Woche, im Schnitt von 17 Wochen höchstens 48. Nach jedem Dienst stehen elf Stunden Ruhe zu. Dauert ein Dienst zwischen acht und 13 Stunden, muss innerhalb der nächsten zehn Kalendertage eine Ruhezeit um vier Stunden verlängert werden. Für Pflegekräfte privater Träger außerhalb dieser Einrichtungen, etwa in der mobilen Pflege, gelten die Grenzen, die der Arbeitszeit-Rechner für Österreich prüft.

Wer jahrelang in der Pflege arbeitet, sollte außerdem prüfen lassen, ob die Zeiten als Schwerarbeit in der Pflege zählen, das kann den Pensionsantritt vorverlegen.

Was die Statistik über die Branche zeigt

Die jüngste Verdienststrukturerhebung der Statistik Austria stammt aus 2022. Im Gesundheits- und Sozialwesen lag der mittlere Bruttostundenverdienst damals bei 18,08 Euro, Frauen kamen auf 17,98, Männer auf 18,58 Euro. Der Abstand von 3,2 Prozent ist einer der kleinsten aller Branchen. Inflationsbereinigt hatten die Verdienste dort zwischen 2018 und 2022 um 0,0 Prozent zugelegt.

Die Erhebung hat zwei Lücken, die man kennen sollte. Sie erfasst keine öffentlichen Einrichtungen, also auch nicht das Pflegepersonal in Landes- und Gemeindespitälern. Und sie zeigt den Stand von 2022, vor den Kollektivvertragsabschlüssen der Jahre danach. Für die heutige Bezahlung sind die Tabellen der Kollektivverträge und Dienstrechte die bessere Grundlage.

Geld während der Ausbildung

Wer arbeitslos ist oder sich für die Ausbildung karenzieren lässt, kann beim AMS das Pflegestipendium beantragen. Es gilt für Pflegeassistenz und Pflegefachassistenz sowie für das Bachelorstudium der Diplompflege mit Beginn ab 1. September 2024, für höchstens vier Jahre. Die Mindesthöhe beträgt laut AMS 2026 genau 55,01 Euro pro Tag, ist aber nie niedriger als das bisherige Arbeitslosengeld. Für das Studium muss der Antrag bis 31. August 2027 gestellt werden.

Zum Vergleich mit anderen Branchen: Im Handel beginnt das Mindestgehalt laut Kollektivvertrag Handel 2026 bei 2.090 Euro für 38,5 Wochenstunden, gut 600 Euro unter der Pflegeassistenz in der Sozialwirtschaft.

Häufige Fragen

Was verdient eine Krankenschwester in Österreich?

Eine diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegekraft verdient im Kollektivvertrag der Sozialwirtschaft seit April 2026 mindestens 3.210,96 Euro brutto für 37 Wochenstunden, plus 135,50 Euro Pflegezuschuss. Bei der Stadt Wien beginnt das Gehalt bei 3.567,32 Euro für 40 Wochenstunden, Erschwernisabgeltung eingerechnet.

Wie viel verdient eine Pflegeassistentin?

In der Sozialwirtschaft mindestens 2.717,17 Euro brutto im ersten und zweiten Jahr, inklusive Aufzahlung. In Wien sind es im Einstieg 2.929,77 Euro für 40 Stunden.

Wie viel mehr bringt die Pflegefachassistenz?

Im Einstieg 231,83 Euro im Monat gegenüber der Pflegeassistenz, in der Sozialwirtschaft 2.949,00 statt 2.717,17 Euro. Nach 20 Jahren wächst der Abstand auf knapp 400 Euro.

Wie oft wird man in eine höhere Gehaltsstufe eingestuft?

In der Sozialwirtschaft alle zwei Jahre. Im Wiener Dienstrecht in den ersten drei Stufen ebenfalls alle zwei Jahre, danach in längeren Abständen bis zu fünf Jahren.

Wie hoch ist der Pflegezuschuss 2026?

Im Kollektivvertrag der Sozialwirtschaft 135,50 Euro brutto im Monat für Vollzeit, Teilzeit anteilig. Er zählt auch für Urlaubs- und Weihnachtsgeld und ist für 2027 in gleicher Höhe verlängert.

Was gibt es für Nachtdienste?

Im Kollektivvertrag der Sozialwirtschaft 9,45 Euro je Nachtstunde oder 54,03 Euro pauschal für einen durchgehenden Nachtdienst. In der stationären Pflege kommen zwei Stunden Zeitguthaben je Nachtdienst dazu.

Stand: Oktober 2026. Sozialwirtschaft: Tabelle gültig seit 1. April 2026; Wien: Gehaltsansätze seit 1. Juli 2026.