KMU.DIGITAL: Budget ausgeschöpft - was jetzt noch möglich ist

Aktueller Stand: Budget ausgeschöpft (Juli 2026)
Laut kmudigital.at ist das Budget von KMU.DIGITAL 4.0 vollständig ausgeschöpft. Wörtlich heißt es dort: „Eine Antragstellung für Beratungs- und Umsetzungsförderung ist somit nicht mehr möglich.“

Weiter verfügbar ist die Schiene KMU.DIGITAL & GREEN für die ökologische Transformation von KMU durch Digitalisierung. Ein Startdatum für eine Nachfolgeauflage von 4.0 ist offiziell nicht genannt. Bereits gestellte Anträge sind davon nicht betroffen.

Mit insgesamt 35 Millionen Euro Förderbudget für den Zeitraum 2024-2026 unterstützt das Programm KMU.DIGITAL österreichische Klein- und Mittelbetriebe bei der digitalen Transformation. Seit dem Programmstart 2017 wurden bereits über 25.000 Beratungs- und Umsetzungsinitiativen mit rund 25 Millionen Euro gefördert.

Das Wichtigste in Kürze

  • Beratungsförderung: 80% Zuschuss für Status-Analyse (max. 400 € pro Thema), 50% für Strategieberatung (max. 1.000 € pro Thema)
  • Umsetzungsförderung: 30% Zuschuss für Digitalisierungsprojekte (max. 6.000 € pro Unternehmen)
  • Maximale Gesamtförderung: 12.000 € pro Unternehmen (je 1x KMU.DIGITAL + 1x KMU.DIGITAL GREEN)
  • Antragstellung über aws-Fördermanager - Beratung muss vor Umsetzung erfolgen
  • Neue Förderschiene KMU.DIGITAL GREEN für ökologische Transformation verfügbar
  • Status: Budget von KMU.DIGITAL 4.0 ausgeschöpft - Beratungs- und Umsetzungsförderung nicht mehr beantragbar

Was ist KMU.DIGITAL?

KMU.DIGITAL ist ein Förderprogramm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie in Zusammenarbeit mit der Wirtschaftskammer Österreich (WKO) und der Austria Wirtschaftsservice GmbH (aws). Das Programm zielt darauf ab, kleine und mittlere Unternehmen bei der Digitalisierung zu unterstützen - von der ersten Beratung bis zur konkreten Umsetzung.

99,8% aller Unternehmen in Österreich sind KMU, die rund sieben von zehn Arbeitsplätzen sichern. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, ist die Implementierung digitaler Technologien für diese Betriebe unverzichtbar. Genau hier setzt KMU.DIGITAL an und hilft, bestehende Barrieren abzubauen.

Die zwei Förderschienen im Überblick

Förderschiene Fokus Maximale Förderung
KMU.DIGITAL (klassisch) Digitalisierung: Geschäftsmodelle, E-Commerce, IT-Security, digitale Verwaltung 6.000 €
KMU.DIGITAL GREEN Twintransition: Digitalisierung + ökologische Nachhaltigkeit 6.000 €
Praxis-Tipp:
Sie können beide Förderschienen nutzen und so insgesamt bis zu 12.000 € Förderung erhalten. Für jede Schiene ist ein separater Antrag möglich - ideal für Unternehmen, die sowohl digitale als auch nachhaltige Projekte umsetzen wollen.

Die Beratungsförderung im Detail

Im Modul Beratung fördert KMU.DIGITAL die individuelle Beratung durch zertifizierte Berater zu vier Themenbereichen:

Beratungsmodul Status-Analyse Strategieberatung
Geschäftsmodelle und Prozesse 80% (max. 400 €) 50% (max. 1.000 €)
E-Commerce und Online-Marketing 80% (max. 400 €) 50% (max. 1.000 €)
IT- und Cybersecurity 80% (max. 400 €) 50% (max. 1.000 €)
Digitale Verwaltung 80% (max. 400 €) 50% (max. 1.000 €)

Die maximale Beratungsförderung beträgt 3.000 € pro Unternehmen. Bei KMU.DIGITAL GREEN kommen zusätzlich sechs Nachhaltigkeitsthemen hinzu, etwa Ressourcenoptimierung, nachhaltige Lieferketten und Kreislaufwirtschaft.

Die Umsetzungsförderung

Nach erfolgter Beratung können konkrete Digitalisierungsprojekte mit 30% gefördert werden - maximal 6.000 € pro Unternehmen. Förderfähige Projekte umfassen unter anderem:

  • Erstellung und Optimierung von Websites und Onlineshops
  • SEO-Optimierung und Online-Marketing-Maßnahmen
  • Entwicklung digitaler Geschäftsprozesse
  • Investitionen in IT-Sicherheit (VPN, Firewall, Verschlüsselung)
  • CRM- und ERP-Systeme
  • Barrierefreiheit von Websites (wichtig ab 2025)
Wichtige Einschränkung:
Die Umsetzungsförderung ist nur nach vorheriger Beratungsförderung möglich. Die förderfähigen Kosten müssen mindestens 2.000 € betragen. Standard-Hardware (PCs, Telefone) und Standard-Software (Office, Betriebssysteme) sind nicht förderfähig.

Voraussetzungen für die Förderung

Um KMU.DIGITAL beantragen zu können, müssen folgende Kriterien erfüllt sein:

  • Unternehmenssitz in Österreich
  • KMU-Status: Weniger als 250 Mitarbeiter
  • Jahresumsatz unter 50 Millionen Euro
  • Bilanzsumme unter 43 Millionen Euro
  • Kein land- oder forstwirtschaftlicher Betrieb
  • Kein gemeinnütziger Verein

So beantragen Sie die Förderung - Schritt für Schritt

Schritt 1: Registrierung beim aws-Fördermanager
Erstellen Sie ein Konto unter foerdermanager.aws.at oder melden Sie sich an, falls Sie bereits registriert sind.

Schritt 2: Förderantrag stellen
Füllen Sie das Antragsformular aus - Sie benötigen Firmendaten, Förderzweck und die Auswahl einer zertifizierten Förderberaterin oder eines Förderberaters.

Schritt 3: Beratung durchführen
Nach Genehmigung arbeiten Sie mit der gewählten Beratungsstelle zusammen. Wichtig: Starten Sie erst nach der Antragstellung!

Schritt 4: Umsetzung und Abrechnung
Nach der Beratung können Sie die Umsetzungsförderung beantragen. Auf allen Rechnungen muss Ihre Antragsnummer vermerkt sein.

Gut zu wissen:
Die Genehmigung kann mehrere Wochen dauern. Nach Genehmigung haben Sie 12 Monate Zeit, das Projekt umzusetzen. Für vorsteuerabzugsberechtigte Unternehmen wird die Förderung auf Basis der Nettokosten berechnet.

Zertifizierte Berater finden

Die Beratung muss durch von der UBIT Akademie zertifizierte Berater erfolgen - entweder als Certified Digital Consultant oder Certified eCommerce & Social Media Expert. Die WKO stellt eine Plattform zur Beratersuche zur Verfügung.

Auch zahlreiche Digitalagenturen und IT-Dienstleister sind zertifiziert und können Sie durch den gesamten Prozess begleiten. Die Kombination aus verschiedenen Förderungen für Gründer ist möglich, solange es keine Doppelförderung gibt.

Aktuelle Situation und Ausblick

Das Muster wiederholt sich: Die Fördermittel für 2025 waren bereits im Mai 2025 vollständig ausgeschöpft. Auch für die laufende Periode ist das Budget von KMU.DIGITAL 4.0 laut Abwicklungsstelle inzwischen aufgebraucht - eine Antragstellung für Beratungs- und Umsetzungsförderung ist nicht mehr möglich. Ein Startdatum für eine Nachfolgeauflage ist offiziell nicht genannt.

Unternehmen, die bereits 2025 einen Antrag gestellt haben, können ihre Projekte noch abwickeln. Für neue Anträge empfiehlt es sich, frühzeitig zu planen und die Unterlagen vorzubereiten.

Kombinationsmöglichkeiten mit anderen Förderungen

KMU.DIGITAL lässt sich gut mit anderen Förderprogrammen kombinieren:

  • FFG Innovationsscheck für Forschungs- und Entwicklungsprojekte
  • Landesförderungen (z.B. Burgenland bietet eine Anschlussförderung)
  • Wirtschaftsagentur Wien - Förderung Digitalisierung (bis zu 50% für Wiener KMU)
Fazit: KMU.DIGITAL ist eine attraktive Möglichkeit für österreichische Klein- und Mittelbetriebe, ihre Digitalisierungsprojekte zu finanzieren. Mit bis zu 12.000 € Gesamtförderung und der neuen GREEN-Schiene werden sowohl digitale als auch nachhaltige Transformation unterstützt. Für KMU.DIGITAL 4.0 ist der Topf derzeit leer. Wer Digitalisierungsvorhaben plant, sollte die Schiene KMU.DIGITAL & GREEN prüfen und den Status auf kmudigital.at im Auge behalten - bei der letzten Auflage war das Budget binnen weniger Monate vergeben, Vorbereitung entscheidet also über den Zuschlag.

Quellen

Stand: Juli 2026. Förderbudgets sind oft binnen Monaten vergeben - prüfen Sie den aktuellen Status vor der Planung auf kmudigital.at.